Person im Spiegel

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Früh am Morgen ... Oder ist es noch Abends? Ich hab total mein Zeitgefühl verloren. WO zur Hölle bin ich hier? Was soll das?  

... ach ja...meine neue Familie. Mist, ich brauch doch meine ganzen Sachen. Mein Computer und meine ganzen Bücher. Hat dieses Schloss überhaupt Internet? Ist es mir erlaubt ins Internet zu gehen?  Ich beschloss mich erstmal umzuziehen und mir einen gewöhnlichen Zopf zu machen. 

Im Kleiderschrank nahm ich mir eine blaue Jeans und meinen roten Pulli raus. Muss ich hier Schuhe anziehen? Naja ich mach es einfach. Kommt höflicher. Also zog ich mir meine schwarzen Vans an und machte mich auf den Weg zu Clarissa. 

Ich war mir nicht ganz sicher ob sie schon wach war und da ich keine Uhr in meinem Zimmer hatte, wusste ich auch nicht wie spät es war. Klar hätte ich aus dem Fenster schauen können, aber da ich kein Pfadfinder war wusste ich nicht ob die Sonne grad auf oder unter ging. Also mach ich das jetzt mal auf gut Glück. 

In dem Vorzimmer war diesmal niemand. Hoffentlich haben die jetzt auch mal Pause. 

Wie gerufen ging die Fahrstuhltür von Clarissa auf und sie erschien mit 4 anderen Männern und Frauen im Schlepptau. Viel konnte ich nicht von ihnen sehen, da Clarissa mich schon wieder in eine stürmige Umarmung schloss: "Guten Morgen, Clair. Oder sollte ich besser sagen:'Guten Abend'? " Kichernd trat sie einen Schritt von mir zurück und musterte mich von oben bis unten: "Also so lass ich dich nicht auf deine Willkommensparty." Sie zeigte auf die Leute hinter sich: "Na dann viel Spaß Leute. Macht aus ihr die Prinzessin, die sie schon immer war." Sie strahlte über ganze Gesicht, ich dagegen wäre fast weggerannt aber im letzten Moment konnte ich mich noch zusammenreißen. 

"Das ist Nina, das Mark, das Lola und das ist Friedrich." sie zeigte mir der Reihe nach alle vor und jeder von ihnen machte eine kurze Verbeugung. 

"Also das mit der Verbeugung können wir auch gerne sein lassen." ich versuchte dabei so freundlich wie möglich zu lächeln aber ich glaube es gelang mir nicht so richtig. 

"Na komm Kind, wir haben nicht mehr viel zeit. In drei Stunden fängt es ja schon an." sagte die etwas ältere Frau, die mir als Nina vorgestellt wurde, und schob mich wieder in mein Zimmer. Also ich denke, dass drei Stunden ja reichen, aber na gut. 

Ich ließ mir echt alles gefallen, was die so in den drei Stunden mit mir anstellten. Dabei fühlten sich die 3 Stunden nicht wie 3 sonder wie 5 an. Zum Schluss durfte ich vor den Spiegel treten. 

Ich sah eine echt hübsche Person im Spiegel. Sie trug ein beige farbenes Kleid, dass ihr bis zum Boden ging, keine Träger und das Dekolleté mit weißer Spitze verziert hatte. Das Kleid war wunderschön. Die Haare der Person waren zu einer Hochsteckfrisur, die nicht zu streng aber auch nicht zu locker aussah, zusammengebunden worden. Das Gesicht nur leicht geschminkt und eine kleine und schlichte Kette um den Hals sah die Person echt hübsch aus. 

Aber diese Person war nicht ich. Ich gehörte einfach nicht hierher. "Kleines jetzt bloß nicht weinen." Lola wischte mir die tränen vom Gesicht. "Es ist nur, ich sah echt noch nie so schön aus. Aber ich hätte gerne so auf meinem Abschlussball ausgesehen. Mit all meinen Freund und mit meiner Familie. Wir wären tanzen gegangen, hätten die Bowle mit Alkohol sabotiert und die Lehrer abgefüllt. Aber das alles ist nun nich mehr möglich." immer mehr Tränen liefen dabei an meinem Gesicht runter und mir tat es so leid für das ganze schöne Make-Up aber ich konnte rein gar nichts dagegen tun. 

Die Stylisten zogen mich alle in eine große Umarmung, die mir Kraft und etwas Trost spendete. "Du bist es einfach nicht gewohnt, dass sich die ganze Welt um dich dreht." meinte Friedrich. Wir alle lachten, obwohl das so gar nicht lustig war aber wir lachten einfach. Das muss ja auch echt ein schönes Bild abgegeben haben: 5 Menschen die sich mit vollgeweinten Gesichtern lachend im Arm halten.

ich löste mich aus der Umarmung: "Danke. Ich geh jetzt da runter und habe einen schönen Abend!" So bekloppt sich das jetzt anhören musste, aber genauso wollte ich es machen. Die Umarmung hat mich innerlich wirklich aufgebaut und ich fühlte mich bereit mich der ganzen Welt zu zeigen. 

"That's the spirit." rief Lola laut durch das Zimmer. "Das in dem Spiegel ist nicht irgendeine Person. Nein, das bist du Claire. Eine wunderschöne, 23-jährige junge Frau. Prinzessin und auch bald Königin von England. 

Clair Maos - die Geschichte einer KöniginLies diese Geschichte KOSTENLOS!