Prinzessin

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Ich saß auf einem Stuhl in dem Polizeipräsidium. In mir sammelten sich Fragen, auf die ich keine Antworten hatte. 

Der Polizist, dessen Namen ich übrigens immer noch nicht rausgefunden hatte, kam auf mich zu und bat mich ihm zu folgen. Ich wurde in einen großen Raum gebracht dessen Wände und Boden einheitlich grau wahren. Es hing nur eine einsame Lampe von der Decke. Der typische Verhörraum halt, nur das die Fensterscheibe fehlte. Noch dazu wahren im ganzen Raum noch mehr von diesen Schlipsträgern versammelt.

Ich ging langsam in die Mitte des Raumes. "Würden sie mir jetzt bitte erklären, was genau hier los ist. Ansonsten gehe ich auch gerne wieder." sagte ich wütend an den Polizisten gewendet. 

"Sie werde hier nirgendwo hingehen! Was ich jetzt sagen werde, wird sie ein wenig verwirren aber es ist ernst. Sind sind mit Clarissa Morgan verwandt."

"Die Prinzessin von England?" Ich sah ihn erstaunt an. Innerlich wusste ich jedoch nicht ob ich lachen oder weinen sollte. Oder der Mann testet mich nur. "Ist das ein Scherz?" fragte ich in der Hoffnung, dass er Ja sagte. 

Aber er tat es nicht. Stattdessen schüttelte er leicht den Kopf und sah mich eindringlich an: "Wir brauchen Ihre Fingerabdrücke und eine Speichelprobe um ganz sicher zu sein. Noch dazu wäre eine Blutprobe von Bedeutung. Ich wäre sehr erfreut, wenn sie uns freiwillig helfen. Dann müssen wir auch keine Gewalt anwenden." 

Ich starrte ihn fassungslos an und wusste einfach nicht was ich jetzt tun sollte. Mir war es gleich ob sie jetzt meinen Speichel untersuchen würden oder nicht aber ich wollte so schnell es geht nach Hause. Meine Mutter wartet ja schließlich dort. 

Oder ist sie überhaupt meine Mutter?  Ach, Quatsch. Wenn die ihre Untersuchungen gemacht haben, werden sie sehen, dass ich keine hochnäsige Prinzessin bin und ich auch nicht im entferntesten mit dieser Ziege von Prinzessin verwandt bin. 

Also nickte ich und einer der Männer im Anzug kam auf mich zu um mir ein Wattestäbchen in den Mund zu schieben. Als er fertig war reichte ein anderer ihm eine kleine Dose aus Glas und er ließ das Stäbchen hineinfallen. 

Ein anderer Mann kam auf mich zu, wieder mit Anzug, und nahm unsanft meine rechte Hand. Er nahm sich jeden Finger einzeln vor, den er zunächst in eine kleine Schachtel mit Tinte drückte und dann auf ein Stück Pappe. Ein dritter Mann nahm danach den rechten Arm, band ein dickes Band um ihn, dass dann mit Luft gefüllt wurde, und dann stach er mir mit 5 Nadeln hintereinander in meine Adern. Wenigstens traf er.

Als auch er endlich damit fertig war führte mich ein anderer zu einem Waschraum, in dem ich mir erstmal die Hände wusch. Ich betrachtete mich im Spiegel und stellte fest, dass ich immer noch meine Abschlussrobe und den Hut dazu trug. Irgendwie sah das Outfit süß aus und um ehrlich zu sein hätte ich es auch gerne bei der Abschlussrede getragen. Aber das geht ja nun nicht mehr. Die meisten machten sich jetzt wahrscheinlich für den Abschlussball bereit und zogen ihre schönen und teuren Kleider an. Und was mache ich? Ich bin auf einem Polizeipräsidium gefangen und mein sündhafteres Kleid hängt im Schrank. Toll!

Nachdem ich mir meine dunklen Haare nochmal zurecht gezupft hatte ging ich aus dem Waschraum und lief glatt meinen zwei Bewachern in die Arme. "Sorry." murmelte ich und sah auf. Die sahen beide nicht besonders glücklich aus und ich hoffe einfach mal, dass die nicht allzu sauer auf mich waren. 

Sie führten mich wieder in den Verhörraum und da sollte ich dann warten. Und ich wartete lange, sehr lange. Ok, wahrscheinlich waren es 40 Minuten aber es fühlte sich an wie 10 Stunden. Und da alle Augen im Raum auf mich gerichtet waren, war es noch unbehaglich dazu. 

Endlich kam der Polizist wieder rein und sah mich mal wieder eindringlich an. Ein tiefer Seufzer ertönte und er guckte auf den Zettel, den er in der Hand hielt. "So wie es aussieht sind zu 98,9% mit der Thronfolgerin verwandt." 

Mir viel vor Schock die Kinnlade runter und meine Beine verloren an Halt. Ich sackte auf meine Knie und starrte fassungslos auf den Boden. "Aber das kann nicht sein! I-I-Ich hab doch eine Mutter und einen Vater und einen kleinen Bruder hab ich auch. Ich habe eine Familie." Schrie ich ihn an."Wer sind denn dann die Leute, die mich großgezogen haben? Wer sind die Leute, bei denen ich Jahrelang gelebt habe? Was ist denn heute los?" Schluchzend hielt ich mir die Hände vor das Gesicht und versuchte mich so zu beruhigen. Das hatte bis jetzt eigentlich immer ziemlich gut geklappt aber jetzt konnte ich nicht mehr richtig denken. Die Tränen verschleierten mir die Sicht und ich bekam nur zur Hälfte mit wie mich ein paar Männer auf einen Stuhl hoben und mir eine Packung Taschentücher reichten. 

"Und da sie 11 Monate älter als Ihre Schwester Prinzessin Clarissa sind, sind sie damit auch automatisch die nächste in der Thronfolge." 

Auch hier ist die Vertonung wieder von  @MariSergov. Schaut auch gerne mal bei ihr vorbei. 

Clair Maos - die Geschichte einer KöniginLies diese Geschichte KOSTENLOS!