- Epilog -

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【 TAYLOR 】


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Unruhig schritt ich durch die Suite des Astoria-Hotels und versuchte nicht daran zu denken, dass ich in diesen furchtbar unbequemen Schuhen den ganzen Abend aushalten musste. 

Ständig juckte eine Nadel, die mein Haar in einer eleganten Frisur hielt und ich atmete flach in meinem schwarzen, langen Kleid.

Zur Abwechslung war es schlicht, hatte einen gewagten Rückenausschnitt und betonte vorne lediglich mein Dekolleté. Das Make-up war fertig und schließlich ließ ich im Wohnzimmer den Blick über das übliche Blumenmeer streifen.

Heute war die Grammy-Verleihung.

Die pinken Gerberas meiner besten Freundin Abigail stachen mir sofort ins Auge. Irgendwie schon sie davon auszugehen, dass ich heute als Gewinner nach Hause gehen würde. Die Tulpen von Selena, Ed und Gigi waren in einem Strauß gekommen, ansonsten ertrank ich fast in Rosen.

Wie üblich.

Fast.

Ich strich über die zarten Blüten der kleinen Topfpflanze. Das Hasenglöckchen stand auf dem Wohnzimmertisch der Suite und wirkte, als hätte es nur zufällig hier hingefunden. Doch dies täuschte, ich wusste es besser.

Unter dem Topf lag eine Karte und ich klappte sie zum wiederholten Mal auf, ich las erneut die Zeilen und strich mit den Fingern über die Schrift, die ich so gut kannte, wie meine eigene und unwillkürlich musste ich lächeln.

An jenem Tag, als sich alles veränderte, da blieben meine Autoschlüssel verschwunden. 

Wir fanden sie auch am Tag darauf und am Tag darauf nicht wieder. Erst wenn Harry den Garten neu umstrukturieren ließ, würde er vielleicht wiederauftauchen.

Demnach also: Niemals.

„Taylor, bist du fertig? Der Wagen wartet unten", informierte sich mein Manager und ich ließ die Karte von Harry sinken. Innerlich beflügelte mich die Aufregung.

In Begleitung von zwei Bodyguards, einer Notfalls-Stilistin und meines ebenso nervösen Managers fuhren wir in der Tiefgarage zum Auto. Die Limousine war groß, geräumig und bot für allen Platz, trotzdem musste ich nach außen, um am roten Teppich als Erste auszusteigen.

Die letzten Anweisungen, was ich zu tun hatte hörte ich gar nicht mehr richtig. Stattdessen sah ich aus dem Fenster und atmete angestrengt, als die ersten Absperrungen zu sehen waren. Die Sicherheitskräfte hatten mal wieder alle Hände voll zu tun.

Aber so war das eben, wenn alle Größen des Showbizz zusammenkamen.

Der Wagen hielt, jemand öffnete die Tür und ich kämpfte mich nach draußen. Das Gekreische war unglaublich und meine Nackenhaare stellten sich auf. Als Erstes blendete mich das Blitzlichtgewitter der Fotografen. Sie riefen alle durcheinander, dass ich in ihre Richtung schauen sollte.

Doch ich konnte nicht.

Vorsichtig raffte ich mein Kleid und sah mich um. Rihanna posierte wie eine Diva fünf Meter vor mir und Beyonce gab zusammen mit ihrem Mann Jay Z die ersten Fernsehinterviews. Leicht wandte ich den Kopf und bemerkte, dass der Lärm deshalb so enorm war, weil Justin sich bei seinen Fans die Ehre gab.

Ein kurzes Schmunzeln konnte ich nicht unterdrücken, denn in seiner Pascha-Kleidung passte er nur bedingt auf den roten Teppich. Doch das sollte heute nicht meine Sorge sein.

Wegen seiner Größe fiel mir Shawn Mendes als erstes neben Niall Horan auf und wo Niall Horan war, da konnte-

Ich blieb kurz stehen, denn ich hatte ihn gefunden.

Lässig in einem rosa Anzug und einem schwarzen Hemd schien Harry auf mich zu warten. Es gab nicht einen Menschen auf diesem Planeten, der in solch einem Aufzug nicht sexier hätte aussehen können.

Er strich sich durch die dichten Haare, seine grünen Augen funkelten und schienen aus diesen zwanzig Meter Entfernung meine Erscheinung zu mustern. Dem Lächeln nach war er mehr als nur zufrieden und ich reckte keck das Kinn.

Seine geschriebenen Worte hallten in meinen Ohren nach und prompt fühlte ich mich wie die schönste Frau unter der Sonne.

»Wenn ich gefragt werde, was mir am besten gefallen hat, dann sage ich, das warst du.«

Natürlich war Harry seinem Spiel – pardon – Plan treu geblieben und hatte ein Zitat benutzt. Ich wusste nur noch nicht woher es stammte, aber es passte wunderbar zu diesem Moment.

Ich setzte mich in Bewegung und es war mir egal, dass mein Manager hinter meinem Rücken entsetzt das Gesicht verzog. Allgemein war sowohl Harrys, als auch mein Management gestern über uns in Kenntnis gesetzt worden, aber Details von ihnen interessierten weder ihn, noch mich.

Mit jedem weiteren Schritt wurde mein Lächeln breiter und auch Harry schob sich nun an den Leuten vorbei, die ihn begrüßen wollten.

An jenem verregneten Abend, als er mir die Wahrheit über seinen Plan erzählte, da eroberte er zum wiederholten Male mein Herz. 

Er hatte, genauso wie ich, jede Minute mit mir genossen, die er mit mir hatte kriegen können.

Mit jedem neuen Hasenglöckchen hoffte er, dass mir das Spiel irgendwann einmal nicht mehr reichen würde und er dann sicher sein konnte, dass es ein Uns gab.

„Es hätte von Anfang an ein Uns geben können", brüllte ich ihm damals wutentbrannt entgegen und er schrie zurück: „Woher hätte ich das denn wissen sollen!"

Im Endeffekt führten wir uns auf wie dreizehn jährige jähzornige Teenager, die sich dann am liebsten nur noch in einer Pfütze gegenseitig ertränkt hätten.

Doch wir waren keine dreizehn mehr.

Wir waren umständlich verliebt.

Nun verschränkten sich Harrys Finger mit meinen, genauso, wie sie es schon immer hätten tun sollen. 

Ich sah ihn an, mein Herz schien zu platzen und auf einem Schlag war es völlig egal, wo wir waren. Die Scheinwerfer verschwanden, die Fans, all die anderen Menschen – nur noch Harry und ich existierten.

Er beugte sich zu mir runter, seine Lippen strichen an meiner Wange entlang und sein heißer Atem ließ mich beinahe erschaudern. Niemals hätte ich gedacht, dass meine rosarote Seifenblase die Realität überlebte, doch sie tat es.

Hier und heute.

„Bereit?"

„Immer."



Ende.

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