Kapitel 30

247 6 0

Am nächsten Morgen wachte ich total verschwitzt auf. Ich hatte einen Albtraum nach dem anderen. Der Tag war gekommen, der Tag an dem ich Danny für immer verabschieden musste. Für diesen Tag hatte ich eine Schulbefreiung bekommen und meine Mum hatte sich frei genommen um bei mir zu sein. Ich öffnete meinen Kleiderschrank und nahm mir meine schwarzen Klamotten heraus. Dann sah ich mir noch einmal meine Rede und meine Notenblätter an und ging anschließend nach unten in die Küche. Meine Mum, ebenfalls in schwarz gekleidet, stellte mir ein Müsli auf den Tisch, nachdem sie mich lange in den Arm genommen hatte. Ich setzte mich zwar an den Tisch, bekam aber keinen Bissen hinunter. Nachdem ich mein Müsli dann weggeschmissen hatte, holte ich meine Sachen und meine Jacke und wartete an der Tür auf meine Mum. Sie kam mit einer Tasche voll Taschentüchern und ging durch die Tür zum Auto. Ich lief ihr langsam nach und schaute, bevor ich mich ins Auto setzte, noch einmal unser Haus ganz genau an. Es würde anders sein, wenn ich zurück käme. Wir fuhren los und kamen nach einer Viertelstunde am Friedhof an. Während der Fahrt hatten wir kein Wort miteinander gewechselt, ich hatte nur stumm aus dem Fenster geschaut. Ein paar Leute waren schon da und schauten alle sehr betrübt. Wir gingen hinein und seine Mum begrüßte uns. Sie hatte Tränen in den Augen, die sie kaum noch unterdrücken konnte. Vorne stand ein Sarg, der geöffnet war. Als ich näher heran ging, erschrak ich. Danny lag in dem Sarg und er sollte die ganze Zeit geöffnet bleiben. Ich hielt mir die Hand vor den Mund, um nicht laut los zu schreien. Tränen schossen mir ruckartig in die Augen. Meine Mum legte den Arm um mich und drehte mich von Danny weg. Wir setzten uns in die zweite Reihe und warteten. Mum drückte mir ein Taschentuch in die Hand und ich tupfte mir erstmal die Tränen weg. Es waren nur noch wenige Minuten bevor es anfing. Der Raum füllte sich und mir wurde warm ums Herz, als ich sah, wie vielen Leuten etwas an Danny lag. Es ging los. Am Anfang hielt Dannys Mum unter Tränen eine rührende Rede. Viele Taschentücher wurden gezückt. Danach spielte Dannys kleiner Cousin ein Lied auf seiner Geige. Und danach war mein Augenblick gekommen. Ich stand auf und ging Schritt für Schritt nach vorne, mit einem letzten Blick auf seinen Sarg. Mit zitternden Händen und Knien trat ich nach vorne und began meine Rede vorzutragen. Ich räusperte mich und alle Blicke waren auf mich gerichtet. Normalerweise wäre mir das sehr peinlich gewesen, doch ich habe es für Danny gemacht und deswegen versuchte ich das allerbeste daraus zu machen. Was ich dann erst bemerkte war, dass die Rede zwanzig Minuten lang war, aber scheinbar waren alle sehr gerührt, denn ich sah wie meine Mum ihre Taschentücher in den Reihen verteilte. Danach setzte ich mich an den Rand, denn bevor ich spielen konnte, sagte sein Bruder noch einige Worte. Und dann wurde ein Stuhl für mich in der Nähe von seinem Sarg gestellt und ich setzte mich dorthin.

- Das ist für dich Danny.

Ich lächelte ihn an und stellte das Mikrofon richtig ein.

- Dieses Lied habe ich selbst geschrieben und ich habe es angefangen, als ich bemerkte, dass ich mich in ihn verliebt habe und habe aufgehört, als ich wusste, dass er nicht mehr lange zu leben hatte. Das Lied handelt von ihm und mir und heißt Remember. Ich hoffe er gefällt euch und besonders dir Danny.

Ich atmete auf, stellte die Gitarre richtig ein und began zu spielen und zu singen. Meine Stimme zitterte ein wenig, aber ich schaffte es bis zum Schluss das Lied für ihn zu spielen. Ich sang mit so viel Gefühl, dass ich meine und Dannys Mum schluchzen hören konnte. Währenddessen hatte ich meine Augen geschlossen und an mir liefen Bilder von Danny vorbei. Als ich fertig war, sah ich durch die Reihen und tatsächlich blieb dabei kein Auge trocken. Ich sah zu Danny und stand schließlich auf. Was dann passierte konnte sich keiner erklären. Man konnte auf einmal ein seltsames Geräusch hören, als dann plötzlich...

RememberLies diese Geschichte KOSTENLOS!