Kapitel Nr. 4

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"Kann ich... kann ich vielleicht... noch deine Nummer haben? Weil, wegen ähm damit ich dir schreiben kann. Wann hättest du eigentlich Lust dich zu Treffen?" Ich komme wieder ein paar Schritte auf ihn zu und muss wirklich lächeln. Es war ein toller Abend und ich hab schon so ein paar Schmetterlinge im Bauch, aber das ist doch voll unnormal, oder ? Ich meine, ich kenne ihn vielleicht 1 oder 2 Stunden. keine Ahnung ich hab mit ihm total die Zeit vergessen. "Ja also gib mir mal dein Handy." "Oh klar. Hier" Ich geb meine Nummer ein und schicke gleich eine Nachricht an mich selbst, damit ich seine Nummer auch habe. "Ich weiß nicht wann ich Zeit habe mich zu treffen, aber ich denke, diese Woche noch. Vielleicht am Mittwoch, nach der Schule?" "Wie wär's wenn wir einfach nochmal schreiben?" sagt er und hält dabei sein Handy als Geste hoch. Dieses Grinsen *~*. "Ja, okay." Ich ging noch ein Schritt auf ihn zu und wusste nicht genau, ob ich ihn jetzt umarmen soll oder einfach... ach keine Ahnung, das ist doch auch für mich neu. Mit James war das alles anders. Ich bin total schüchtern, das weiß ich. Und jetzt muss das mal beendet werden. Jetzt hab ich doch DIE Chance.!! Ich lehne mich nach vorne zu ihm und gebe ihm einen kleinen Kuss auf die Wange, während er die Hände an meine Hüfte legt. OMG! Mir ist diese Situation jetzt nicht peinlich, aber ich glaube, das geht viel zu schnell. Es ist ein wenig unangenehm, aber nicht wegen Ryan. Lass dir jetzt aber bloß nichts anmerken, sonst denkt er noch es wäre seine Schuld. Ich gehe wieder zurück und lächle ihn nochmal an.

"Gute Nacht Jams. Und träum' süß." sagt er mir einem super süßem Lächeln im Gesicht.

"Gute Nacht Ryan. Du auch." antworte ich und lächle dabei.

_____

Am nächsten Morgen wache ich mit einem guten Gefühl im Magen auf. Es ist fantastisches Wetter und heute ist Sonntag, der Tag an dem ich mich zu nichts zwingen muss und einfach nur in Ruhe chillen kann.

Ich gehe erstmal runter und beschließe mir etwas zum Essen zu machen, als ich meinen Vater im Wohnzimmer auf der Couch entdecke.
"Jamie, komm mal her!" Oh man, dieser Ton klingt nicht gerade sehr glücklich. Hoffentlich bekomme ich keinen Ärger, wegen gestern oder so.
"Guten Morgen, Dad.", sage ich erstmal mit einem Grinsen im Gesicht.
" Morgen. Wo warst du gestern Nacht, wenn ich fragen darf? Ich meine, ich kann verstehen, dass du deinen Freiraum brauchst, besonders jetzt, nachdem ganzen Durcheinander gestern, aber dich einfach Nachts, wenn ich schlafe, rauszuschleichen geht nicht. Was denkst du dir denn?"
"Es tut mir leid, Dad. Du hast recht. Ich weiß auch nicht was das war. Ich konnte nicht schlafen und dachte mir würde ein bisschen frische Luft vielleicht gut tun."
Ich bin froh, dass ich so eine gute Beziehung zu meinem Vater habe. Ich kann immer ehrlich zu ihm sein, ohne, dass er sauer wird. Ich meine, es ist klar, dass er ein bisschen sauer ist, weil ich mich ja sozusagen rausgeschlichen habe, aber ich glaube, er versteht mich.
"Sag nächstes Mal einfach Bescheid, bevor du dich davon machst. Ich bin schließlich dein Vater und nicht nur ein Mitbewohner. Ich will schon etwas informiert werden über das Ein und Aus hier,", sagt er und schaut mich mit einem anklagenden Blick an," besonders, wenn du einen Jungen mitbringst."
Was? Wie kann er das denn wissen? Okay, bevor er sich hier irgendetwas ausmalt, muss ich erstmal einiges klarstellen.
"Oh man, ich glaube, du versteht da was falsch. Erstens, ich habe ihn nicht wirklich mitgebracht, er wollte mich nach Hause bringen, weil er dachte ich wäre tot."
Hää, das hab ich jetzt grade selbst nicht wirklich verstanden. Mein Vater schaut mich verwirrt an und muss schon etwas grinsen. "Was?", sagt er lachend. " Ooch, das kam jetzt irgendwie komisch an." Jetzt muss auch ich lachen und versuche dann das ganze etwas deutlicher zu erklären.
Nachdem ich versucht habe, ihm das Gröbste zu erklären, hat er es dann auch irgendwie verstanden.
Es war dann doch eher lustig und er war überhaupt nicht mehr böse oder so.

"Ich möchte dir nur eine Sache sagen, meine Kleine. Lass es doch vielleicht etwas langsam angehen mit neuen Freunden. Ich will ja nur das Beste für dich."
Sein Blick ist sehr liebevoll, jedoch auch ernst. Ich denke, ich sollte auf seinen Rat vertrauen, immerhin ist er doch schon einiges an Erfahrungen reicher als ich.

Nachdem wir noch eine Weile miteinander gesprochen haben, kommt mein Vater auf eine super Idee. Warum nicht mal wieder Essen gehen?
Ich freue mich echt, vorallem, weil ich ja vorhin schon etwas Hunger hatte und dieser im Moment schon angestiegen ist.
Ich gehe erstmal hoch und will mich kurz umziehen. Dabei fällt mir auf, dass ich heute noch gar nicht an meinem Handy war. Es stehen 4 Neue Nachrichten aus 3 Chats an.
"Hey Jams (:"
schreibt mir Ryan... vor 2 Stunden.
Ich beschließen nur kurz zu antworten, denn ich sehe schon, dass die nächste Nachricht von James ist. Es ist nicht schwer zu erkennen, dass meine Laune so schnell im Keller ist, wie ein Butterbrot, dass auf den Boden fällt. :/
"Hey Jamie, ich bin so sauer auf mich selbst, denn was ich dir angetan habe tut mir unglaublich leid. Ich weiß selbst, dass du wahrscheinlich gerade keine Lust auf mich hast, aber wenn ich dir noch ein kleines bisschen bedeute, dann melde dich bitte bei mir. Ich will das alles wieder gut machen, ich weiß auch, dass das schwer wird, aber ich will es zu mindestens versuchen. Bitte gib mir diese Chance. Gib uns noch eine Chance."

Nach dieser Nachricht bin ich erstmal etwas platt, ich meine, wie kommt er auf diese behinderte Idee, das Ganze wieder gut machen zu wollen. Hat er denn nicht selbst gemerkt, dass es schon langer kein uns mehr gibt?

Ich bin irgendwie etwas verwirrt und versuche das erstmal einzuordnen.

Beim Essen bin ich ziemlich still, ich hoffe, dass mein Vater mich nicht darauf anspricht, weil sich meine Gedanken nur so drehen.
Versteht mich nicht falsch, ich hab ja vorhin selbst gesagt, dass mein Vater und ich sehr eng miteinander sind, aber auf das Ding muss ich erstmal selbst klarkommen.

Ich versuche mich abzulenken indem ich mit ihm über die nächste Schulwoche rede.
Es steht nichts großes an, glaube ich.

Na ja, das dachte ich zumindest, bis ich dann Montag morgen überrascht wurde.

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