Mit dem Rucksack über eine Schulter joggte ich den Weg unseres Vorgartens entlang. Meine Mutter saß bereits im offenen Cabrio und setzte ihre Sonnenbrille auf. Ich warf den Rucksack auf die Rückbank und setzte mich auf den Beifahrersitz. "Also so sehr scheint die Sonne jetzt auch nicht, dass du eine Sonnenbrille tragen musst", lachte ich und schnallte mich an. "Ja, recht hast du", antwortete sie und setzte die Sonnenbrille schließlich wieder ab. Dann startete sie den Wagen und wir fuhren den Weg zur Highschool. Je näher wir kamen, desto aufgeregter und nervöser war ich. Als meine Mutter auf einem der vielen Parkplätze vor der Schule parke, sah ich mir die Schule etwas genauer an, sie war groß und schön. Dann guckte ich mich um und betrachtete die Schüler etwas genauer, eine Schuluniform gab es hier wohl nicht, aber trotzdem trugen die viele Jungs Collegejacken in grün, was wohl die Schulfarbe sein könnte. Meine Mutter zog den Rucksack zu sich und setzte ihn mir auf den Schoß. "Ich wünsche dir viel Spaß", sagte sie noch schnell, bevor ich aus dem Cabrio ausstieg und mir meinen Weg ins Gebäude erkämpfte. Ich hielt die Träger meines Rucksackes, die über meinen Schultern lagen, mit meinen Händen fest und versuchte nicht allzu orientierungslos zu wirken. Doch die Leute schienen zu erkennen, dass ich der neue Schüler bin und schenkten mir wirre Blicke. Ziemlich nah vom Haupteingang fand ich ein Schild zum Sekretariat, dem ich folgte. Ich klopfte kurz an und ging sofort hinein und schloss die Tür gleich hinter mir. Die Sekretärin, die gerade am Telefonieren war, fuchtelte mir ihrem Zeigefinger herum und zeigte deutlich auf die Bank neben der Tür. Ich ließ meinen Rucksack von meinen Schultern gleiten, setzte mich auf die Bank und stellte ihn zwischen meine Beine. Ein paar Minuten vergingen, bis die Frau den Hörer wieder hinlegte und mich ansah. "Hey, was kann ich für dich tun?", fragte sie mich freundlich und ich erklärte ihr, dass ich der neue Schüler aus Irland sei und reichte ihr danach den Umschlag, den meine Mutter mir gestern Abend noch gegeben hat. Sie guckte sich schnell die Zettel durch, nickte einige Male und stand dann auf. "Die Schüler sollten jetzt fast alle in ihren Räumen sein, ich hole jetzt deinen Paten und der zeigt dir erst mal die Schule und deinen Spind und lässt dir die Bücher aushändigen und der ganze andere Kram", lachte sie dann und öffnete die Tür, "einen Moment, ich bin gleich wieder da". Ich nickte und setzte mich wieder auf die Bank. Wenn alle Leute hier so nett sein würden, wie die Sekretärin es ist, dann mag ich die Schule jetzt schon. Wenig später öffnete sich die Tür und die Sekretärin kam mit einer Schülerin herein, die mich erst mal ein wenig anstarrte bevor sie ein Lächeln aufsetzte und mir entgegen kam. Sie hatte schulterlange leicht gewellte orange Haare und trug eine schwarze Jeans mit einem weißen Shirt auf dem der Eiffelturm gedruckt war. "Hey, ich bin Rachel", sagte sie. "Ich bin Niall" "Dann komm mal mit, dann zeig ich dir eben die Schule", sagte sie und und schenkte der Sekretärin noch einen kurzen Blick bevor sie aus dem Raum ging und ich ihr hinterherlief. Wir liefen eine Weile durch die Flure der Schule und sie zeigte mir die Räume und den Hof. "Jetzt holen wir deine Bücher", grinste sie und hüpfte den Flur entlang. Rachel scheint recht cool zu sein, vielleicht werden wir früher oder später ja sogar Freunde. Ich folgte ihr bis zum Ende des Flures und sie führte mich in einen Raum, der voller verschiedener Bücher war. Wir schlenderten durch die Regale und sie drückte mir ein Buch nach dem anderen in die Hand und so langsam werden die ganzen Bücher schwer. "Woher weißt du, was für Bücher ich brauche?", fragte ich interessiert und sie drehte sich schnell zu mir um. "Die Sekretärin hat mir deinen Plan gegeben, wir haben fast die selben Kurse", sagte sie und lächelte dabei. "Hier sind noch zwei Bücher, dann gehen wir deinen Spind suchen". Wir liefen also den Flur wieder zurück und dann schloss sie eine blaue Spindtür auf und nahm mir ein paar meiner Bücher ab, wofür ich mich auch gleich bei ihr bedankte. Wir legten die Bücher ordentlich in den Spind und Rachel lehnte sich lässig gegen den Spind neben meinen. "Du kannst da alles rein tun was du möchtest, du kannst ihn auf voll kleben mit Fotos, so mache ich das bei meinem auch." "Wo ist deiner?" "Zwei Flure weiter, nicht so weit weg. Aber gleich ist Pause, dann können wir uns in die Cafeteria chillen, aber nimm deine Bücher mit, wir haben gleich Geographie." Ich schnappte mir meine Bücher und meinen Collegeblock und drückte ihn gegen meine Brust. "Erschreck dich gleich nicht, wenn die Schüler aus den Räumen gestürmt kommen", lachte sie noch, dann ertönte die Klingel und immer schneller füllten sich die Flure. Wir schlängelten uns den Weg durch bis zur Cafeteria. "Setz dich am Besten immer zu mir, weil es gibt hier viele Tischgruppen und das kommt nicht so gut, wenn du dich einfach zu Anderen setzt.", sagte sie und ich nickte nur. Dann winkte sie drei anderen Leuten zu, die schon an einem Tisch saßen und ihr Frühstück auspackten. "Komm, ich stell dir meine Freunde vor". Sie griff nach meinem Handgelenk und zog mich zu ihren Freunden an den Tisch. Kurz bevor wir an dem Tisch angekommen waren, ließ sie mein Handgelenk los und umarmte sofort eine ihrer Freundinnen. Ich ging auf den Tisch zu, doch ein großer blonder Junge kreuzte mir meinen Weg. Ich konnte mich noch gerade so auf den Beinen halten, doch mein Block und meine Bücher klatschten auf den Boden und ich zog somit die Aufmerksamkeit der Leute im Umkreis auf mich. "Pass doch auf wo du hinläufst, Spacken", motzte er mich an und ich entschuldigte mich sofort. Ich sammelte meine Bücher wieder ein und Rachel eilte mir zur Hilfe und haute dem Jungen gegen die Schulter. "Jesse verzieh dich ok?", sagte sie in einem wütenden Unterton und hob dabei die Augenbrauen. "Ja ist ja ok, aber pass auf deine Leute gefälligst auf", sagte er noch und verzog sich dann. Rachel hob das letzte Buch vom Boden auf und ging mit mir zum Tisch. Mit einem freundlichen "Hey", begrüßten mich ihre Freunde und Rachel stelle mich ihnen sofort vor. Gegenüber von mir saß eine Asiatin, sie trug lange schwarze Haare und einen roten Lippenstift. Sie hieß Kylie. Links von ihr saß ein braunhaariger Junger, der sich als Lucas vorstellte und gleich neben mir, saß ein hübsches blondes Mädchen, die mir als Zoey vorgestellt wurde. "Mach dir nichts draus, die Jungs sind dämlich und führen sich wie die Machos auf", sagte Zoey und legte eine Hand auf meine Schulter. "Wer sind die Typen?", sagte ich und guckte hinter mir zu dem Tisch, an dem der Junge stand. "Das sind die Jungs aus dem Sportteam, die denken sie könnten jede haben und denken deshalb, dass sie sich alles erlauben können.", sagte Kylie und die anderen nickten nur. Ich warf wieder einen Blick rüber an dem Tisch an dem sechs sportliche Jungs saßen, doch einer davon erregte meine Aufmerksamkeit besonders.

Feelgood Lies // ziall [vorerst beendet]Lies diese Geschichte KOSTENLOS!