Lena p.o.v

Ich wasche Tomaten und schneide sie in Viertelstücke. Die Nacht habe ich allein verbracht. Ich habe keine Ahnung wo Lars ist. Wenn ich ehrlich bin, habe ich auch keine Lust mich darüber aufzuregen, dass er wahrscheinlich wieder bekifft ist.

In mir schlummert zwar immer noch die Hoffnung, dass er den Kopf auch ohne Drogen frei bekommen konnte, aber trotzdem schließe ich nichts aus.

„Möchtest du auch etwas trinken Marius?“, rufe ich aus der Küche. Ich bekomme keine Antwort.

Dann eben nicht. Meine gute Laune sinkt etwas.

Mit den frisch geschnittenen Tomaten laufe ich zum Esszimmer und setze mich gegenüber von einem lächelnden Marius. Er scheint auch immer gute Laune zu haben.

„Wieso stehst du so früh auf heute?“, frage ich vorsichtig. Er schaut mich mit einem schönen, schiefen Lächeln an.

„Dasselbe könnte ich dich auch fragen!“, lacht er. „Du warst doch feiern.“

Wissend nicke ich und trinke ein bisschen was von meinem Cappuccino.

„Ich konnte nicht mehr schlafen.“, ich mache eine bedeutende Pause. In Wirklichkeit habe ich über die Beziehung von Lars und mir nachgedacht. „Weshalb bist du jetzt so früh wach?“, wiederhole ich, vielleicht etwas zu genervt meine Frage.

Marius schmunzelt etwas. Überlegt kurz. Seine Antwort fällt dementsprechend auch kurz aus: „Arbeit.“

Ich bin leicht verdutzt über seine Antwort. Wieso ist er jetzt so seltsam?

Es war doch ein ganz normales Gespräch.

„Ich muss jetzt auch schon los.“, meint er und steht auf.

Schweigend berührt er meine Schulter, zieht seine Schuhe und Jacke an und will die Tür auf machen. Aber jemand kommt ihm zuvor. Die Tür wird aufgerissen und ein völlig erschöpfter und zu gedröhnter Lars steht im Türrahmen.

„Ich. Geh dann mal.“, ich höre ein Lachen in der Stimme von Marius mitklingen. Am liebsten würde ich jetzt auch lachen. Keine Ahnung wieso.

Aus Ironie vielleicht?

Aus Wut?

Angst?

Enttäuschung?

Ich weiß es nicht.

Soll ich ihn jetzt anschnauzen?

Oder doch lieber gar nichts sagen?

In mir brodelt es. Aber gewaltig!

„KANNST DU MIR MAL VERRATEN WAS DU HIER MIT DIESEM MÖCHTEGERN MACHO GETRIEBEN HAST?“, schreit Lars mich an.

Seine Augen funkeln, sie sind aber auch rötlich. Er hat also tatsächlich gekifft.

Wütend schmeißt er seine Jacke auf den Boden, knallt die Tür zu und kommt zu mir gelaufen.

„WAS SOLL DAS HIER?“, ruft er und ich zucke zusammen.

Beruhigt Kiffen nicht eigentlich?

In mir macht sich Angst breit.

Besonders JETZT! Er nimmt sich die Schüssel mit den Tomaten, schaut sie an und schmeißt sie auf den Boden.

Ich bin völlig entsetzt. Was soll das?

So war er doch nie. Noch nie habe ich ihn so erlebt.

„Geh‘ mir aus den Augen Lena!“, ruft er.

Fast hätte ich widersprochen, aber ich reiße mich zusammen. Nicht, dass er mir noch irgendetwas an tut. Jetzt gerade traue ich ihm wirklich alles zu.

Just Believe (Fortsetzung von From Never say Never to Believe)Lies diese Geschichte KOSTENLOS!