Puck

Schon bald wurde das ewige Dämmerlicht des wilden Waldes ein wenig heller, also war Morgen und heute würde ich, hoffentlich, am Sommerhof ankommen.

Wurde auch langsam Zeit, denn ich spürte mein Bein schon fast gar nicht mehr, was bestimmt nicht so ein gutes Zeichen war...

Okay, ich war jetzt bestimmt schon eine Woche mit diesem Ding in meinem Bein rumgelaufen und normalerweise tötete das einen schon innerhalb von drei oder vier Tagen, aber ich war ja fast schon unsterblich, weil es so viele Mythen und Geschichten über mich gab. Fast schon so wie der große, böse Wolf...

Mal wieder schweiften meine Gedanken ab, zu der langen Reise, die ich mit Eisbubi, dem Vater von Kierran, unternommen hatte. Wir waren bis ans Ende der Welt gegangen - und zwar wörtlich - um dem Eisbubi eine Seele zu holen, damit er bei Meghan im Eisernen Reich überleben konnte. Dabei hatte uns auch der große, böse Wolf begleitet und in so manchen Notlagen geholfen.

Während ich noch weiter so nachdachte, merkte ich gar nicht, wie ich mitten durch eine Hecke ging, die sich vor mir teilte und dann mitten auf einer Art Marktplatz stand.

Ich blinzelte und starrte auf das reinste Durcheinander.

Vor mir erstreckte sich eine große runde Fläche mit Elfenbeinsäulen, Marmorstatuen und blühenden Bäumen. Springbrunnen schleuderten Wasserfontänen in die Luft, bunte Lichter tanzten über den Becken und überall wuchsen Blumen in allen Farben des Regenbogens. Leise Musik drang an mein Ohr, eine Mischung aus Harfen und Trommeln, Geigen und Flöten, Glöckchen und Pfeifen, die irgendwie fröhlich und gleichzeitig melancholisch klang. 

Überall waren Feenwesen: Sie saßen auf den Marmorstufen und den Bänken, tanzten in kleinen Gruppen miteinander oder wanderten einfach umher.

Aus dem Schatten eines Busches blinzelte mir ein Satyr zu. Eine Nymphe trat aus einem Baum und schimpfte mit einem Kind, das an den Ästen baumelte. Der Junge streckte ihr die Zunge raus, schlug mit seinem Eichhörnchenschwanz und sprang höher in die Baumkrone hinauf.

Ja, das war meine Heimat. Der Sommerhof.

Ich fing unwillkürlich an zu grinsen während ich betont langsam durch die Menge schritt. Gekonnt ignorierte ich die vielen Blicke, die mir folgten und mich geradezu zu durchbohren schienen. Ich sah stur geradeaus und ging schnurstracks auf das große, steinerne Tor zu, das zu Thronsaal führte.

Es war von zwei mindestens drei Meter großen Trollen mit blauer Haut und schwarzen, verlausten Haaren flankiert  und ich war wieder einmal froh, im Sommerreich zu sein, denn am Winterhof beschäftigten sie Oger.

Ohne die geringste Furcht - oder zumindest mit nur sehr kleiner - ging ich durch das Tor hindurch und stand in einem dichten Wald.

Vor mir erstreckte sich ein Tunnel mit Wänden aus blühenden Bäumen und grünen Zweigen, doch ich ignorierte die Schönheit und den starken Blütengeruch, ich war einfach schon zu oft hier durchgegangen.

Am Ende des Tunnels hing ein Vorhang aus Ranken, hinter dem sich eine große, von riesigen Bäumen umstandene Lichtung erstreckte. Die alten Stämme und verschlungenen Äste bildeten dort eine Art Dom - einen lebenden Palast mit dicken Säulen und einer gewölbten Decke aus Blättern. Irrwische schwebten in der Luft, und in der Nähe plätscherte Wasser über Stufen in einen Teich.

Als ich die Lichtung betrat, wendeten sich die Blicke aller Feenwesen, einschließlich Diener und Hunde, auf mich. Zunächst nur auf mein Gesicht und dann auf mein Bein.

Entsetztes Keuchen wurde hörbar, doch ich hob den Kopf, den ich unbewusst gesenkt hatte, und ging an allen Adeligen vorbei, in Richtung Thron, wo König Spitzohr saß.

Jace

Eins musste ich den Feen schon lassen: Das Nimmernie war echt unglaublich.

Normalerweise bin ich nicht so einfach zu beeindrucken, aber das hier, das war schon was Faszinierendes.

Erst mal war da der wilde Wald. Ewiges graues Dämmerlicht und hinter jedem Baum konnte sich eine Gefahr verbergen. Und zwischen dem ganzen Grau waren da immer wieder leuchtende Farbflecken, die dem ganzen eine seltsame Atmosphäre gaben. Irgendwie tot und öde, aber doch lebendig und greifbar.

Dann das Eiserne Reich. Fast genauso wie der wilde Wald, aber doch ganz anders. Ich hatte zwar nur sehr wenig davon gesehen, nämlich die Landschaft mit den Schrottbergen und die Wüste der Verlorenen Dinge, aber das war schon mehr als beeindruckend gewesen. Ich meine, eine Wüste, in der alle Sachen landen, die in der Welt der Sterblichen verloren gingen und eine Landschaft aus Eisen, in der es trotzdem noch wirklich viel Grün und Leben gab, das war fast schon unbegreiflich.

Und schließlich gab es noch das Sommerreich -  womit wir zu unserer aktuellen Lage kommen, denn wir befanden uns gerade darin. Weit und breit sah man nur satte grüne Wiesen und ab und zu ein paar fluffige, weiße Schafe darüber hüpfen. Wenn man nach oben sah, erblickte einen wolkenlosen, strahlendblauen Himmel. Doch leider konnte ich nicht einfach stehen bleiben und das alles bewundern, denn wir hielten zielstrebig auf diesen einen großen Hügel zu, der laut Grimalkin der Sommerhof war.

Ich fragte mich schon die ganze Zeit, wie das funktionieren sollte, denn erstens sah ich keinen Durchgang, wie man da rein kommen sollte, und zweitens hatte ich mir den Sommerhof nicht in einer Höhle vorgestellt.

Zum Glück kamen wir dem Hügel schnell näher, denn langsam war ich es leid, die ganze Zeit unterwegs und vor allem von Cat getrennt zu sein. Wenn wir ankamen, würde ich sie mir sofort schnappen und dann würden wir wieder nach Hause gehen und alles wäre gut.

Okay, vielleicht ein bisschen naiv, so zu denken, denn Grim hatte ja erklärt, das nicht alle Steige zu allen Orten führen und das man auch erst mal einen Steig finden musste, aber naja.

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Heyo! Sry, das so lang nix kam, aber ich hatte echt viel um die Ohren und letzte Woche war auch noch eine französische Austauschschülerin bei mir und da kann man sich ja schlecht an den Laptop setzen und schreiben ;P

Hoffe, es gefällt euch. Ist ja mal ein bisschen länger, als sonst, aber ich hatte einfach zu viele Ideen :D Ich glaube, ich hab es schon im letzten Nachwort gesagt, aber so langsam kommt die Story wieder in Rollen und euch erwartet noch einiges an Action ^^

Und wie mir gerade auffällt, sage ich irgendwie zeimlich of 'aber', aber naja.... Hah! Da schon wieder :'D Oh man, was ist nur los mit mir? Ich schreib hier so ne Scheiße zusammen :""D Okay, ich nerv euch dann mal nicht länger mit nem ewig langen Nachwort. ^^

Ciao, bis (hoffentlich) bald :*

P.S.: an der Seite findet ihr Something I need von One Republic <3 ich liebe dieses Lied total :D

Zwischen den Welten [ALTE VERSION]Lies diese Geschichte KOSTENLOS!