Now you were standing there right in front of me
I hold on it's getting harder to breathe

Ich drängte mich an Jade vorbei, lief durch die schwere Tür. Seine Stimme trug durch den ganzen Raum, erfüllte jeden Winkel. Ich ging immer weiter auf die kleine Erhöhung unserer Aula zu, immer näher zu Harry. An der Seite der Bühne stand ein großer Flügel, dem Louis diese wunderschönen Töne entlockte. Der geschwungene Kronleuchter über unseren Köpfen tauche alles in ein warmes goldenes Licht.

It lies there alone in its bed of broken glass
This bed was never made for two.

Seine tiefe Stimme entfachte eine Gänsehaut auf meinem Körper. Ich blieb mitten im Raum stehen, traute mich nicht mehr, mich zu bewegen, aus Angst, irgendetwas von dem, was sich vor mir abspielte, zu verpassen. Alles war still, das einzige, das sich bewegte, waren vereinzelte Tränen, die sich immer wieder über meine Wangen schlichen. So lange hatte ich ihn nicht mehr singen gehört, so lange, dass ich beinahe schon vergessen hatte, wie er sich anhörte. Was für Gefühle seine Stimme in einem entfachen konnte, wie viel Gefühl er in sie stecken konnte.

Langsam nahm sein Gesang meinen ganzen Körper ein, er war alles, worauf ich mich konzentrierte. Der Text hallte in meinem Kopf wider, blieb dort, wie als wäre er darin aufgeschrieben.

I'll keep my eyes wide open
I'll keep my arms wide open

Ich hörte, wie hinter mir leise die Tür geschlossen wurde, machte mir aber nicht die Mühe, nachzusehen. Alles was ich sah, alles was ich sehen wollte, war Harry.

Noch nie hatte mich ein Lied so sehr berührt wie dieses. Mein Kopf war vollkommen leer, aber doch ausgefüllt von seiner Stimme, seinen Worten, seiner Liebe.

Wie er dort oben stand, die Muskeln angespannt, um jeden Ton zu treffen, eine Hand auf seiner Brust liegend, sein Blick nur auf mich gerichtet, gab mir das Gefühl, ich wäre das einzige, das er sah, das einzige, was zählte.

Und so war es, das einzige, das im Moment zählte, waren wir beide.

Er holte tief Luft, legte all seine Kraft, all seine Gefühle in die kommenden Zeilen.

Don't let me go
'Cause I'm tired of feeling alone

Langsam ging er von der Bühne, ließ mich dabei nicht aus den Augen, hörte nicht auf zu singen. Je näher er kam, desto lauter schien mein Herz zu schlagen.

Bei mir angekommen, nahm er meine Hand in seine, legte sie auf seine Brust. Genau dort, wo sein Herz lag, und schloss seine Finger um die meinen. Ich spürte sein Herz gleichmäßig, aber dennoch schnell, gegen seine Brust schlagen, löste meinen Blick noch immer nicht aus seinem.

Das strahlend leuchtende grün hatte jegliche Kälte verloren, die mich vor wenigen Tagen noch so verängstigt hatte. Nichts als Liebe, Bedauern und Ehrlichkeit lag in seinem Blick.

Vorsichtig nahm er seine Hand von meiner, um sanft mit dem Daumen meine Tränen weg zu wischen. Ein Lächeln stahl sich auf meine Lippen, welches er sofort erwiderte.

Die Töne des Flügels wurden immer leiser und Harry setzte zu den letzten Zeilen an. Er flüsterte die Worte beinahe, was ihnen etwas noch gefühlvolleres verlieh.

Don't let me go
'Cause I'm tired of sleeping alone

Er schloss seine Hand wieder um meine und zog mich in eine enge Umarmung. Mein Kopf ruhte auf seiner Brust, als ich seinem Herzschlag lauschte. Er platzierte einen Kuss auf meinem Scheitel, drückte mich noch etwas näher an ihn. Wir standen noch immer mitten im Raum, ich wusste nicht, wie lange oder wie spät es war. Aber es interessierte mich nicht, dass wir die erste Stunde womöglich schon verpasst hatten, ich würde alles dafür tun, dass dieser Moment ewig halten würde.

The day you left meLies diese Geschichte KOSTENLOS!