Chilling

517 23 1

Ich drehte mich kurz nach vorn und ging mit meinem Daumen nochmal über meine Lippen. Hatte Noah mich gerade wirklich geküsst? Könnte es sein, dass er...Nein!

"Lex?!", riss mich Noahs Stimme aus meinen Gedanken.

"Ja, war kurz in Gedanken.", sagte ich und stieg ab.

"Was machst du jetzt?", fragte Noah und trat zur Seite.

"Bisschen ohne alles reiten.", sagte ich und lachte.

"Du bist verrückt.", meinte Noah und machte die Steigbügel hoch.

"Ich weiß.", sagte ich und löste den Sattelgurt.

"Aber ich weiß, dass nichts passieren wird, da du solch ein Verlasspferd hast und das in allen Situationen cool bleibt.", sagte Noah und nahm den Sattel von Hurricanes Rücken.

"Da hast du recht.", sagte ich und öffnete die Trense des Hengstes.

"Gib her.", sagte Noah und nahm mir die Trense ab.

Hurricane stand ruhig da und beobachtet meine Schritte ganz genau. Noah war so nett und brachte mir noch die Aufstieghilfe.

"Danke Noah.", sagte ich und kletterte auf den Rücken meines Pferdes.

"Kannst du mir vielleicht noch einen Führstrick bringen?", fragte ich Noah und er schaute zu mir hoch.

"Klar, aber davor mach ich noch ein Bild von euch Zweien.", sagte er und zückte sein Handy und wartete bis ich eine Pose eingenommen hatte.

"Guddi.", sagte Noah und verschwand vom Platz.

Ich trabte den Hengst unter mir an und trabte ein paar Runden über den Platz. Die Ferienkinder staunten nicht schlecht als sie am Platz vorbeikamen und mich sahen.

"Wie machst du das?", fragte ein kleines, braunhaariges Mädchen.

Ich schätzte sie auf 8 Jahre.

"Weiß nicht, aber ich mach das auch nicht immer, da das sehr gefährlich ist.", erklärte ich der Kleinen und parkte Hurricane vor dem Zaun.

Das Mädchen streckte ihre Hand aus um streichelte meinem Hengst über den Kopf.

"Der ist ganz schön groß", sagte sie und schaute zu mir hoch.

"Wenn du größer wirst, ist er nicht mehr groß, aber du reitest doch bestimmt ein ganz tolles Schulpony.", sagte ich und strich meinem Hannoveraner über den Kopf.

"Ja, ich reite Thunder.", meinte sie und ihre Augen fingen an zu strahlen.

Thunder war ein Deutscher Reitponywallach und lief erst seit kurzem mit im Schulbetrieb. Mein Vater ließ aber nur ausgewählte Personen auf ihm reiten, da er schon mal seine Macken haben kann.

"Der ist wirklich toll.", schwärmte ich.

Ich bin den Wallach auch schon geritten, bevor er im Schulbetrieb laufen sollte. Thunder war auch eher springbetont gezogen und sprang für seine Größe sehr schön.

"Bist du ihn auch schon geritten?", fragte das Mädchen an mich gewandt.

"Ja, das bin ich und ich bin ihn auch schon gesprungen.", erzählte ich schwärmend über den kleinen Palominowallach.

"Ich hoffe ich kann auch mal so toll springen wie du.", sagte die Kleine und drehte sich um, das sie, wie es aussah, von ihrer Mutter gerufen wurde.

"Das klappt bestimmt, wenn du weiter übst.", sagte ich und lächelte.

"Ja, hab meiner Mama schon viel über Thunder erzählt, da sie auch geritten ist und vielleicht kauft sie bald ein Pony für sie und mich.", strahlte die Kleine und ihre Mutter trat neben sie.

"Kommst du Fine?", fragte die Mutter das Mädchen.

"Sorry, hab sie vom gehen aufgehalten, wir haben uns nur gerade über Thunder unterhalten.", sagte ich und lächelte die Mutter an.

"Nicht schlimm. Ist Thunder der kleine Palomino den meine Tochter immer reitet?", fragte sie und Fine nickte.

"Ja, er ist ein Goldstück. Vor allem im Springen hat er Talent.", sagte ich und entdeckte Noah, der gerade aus dem Stall kam.

"Wir suchen ein Pony für uns Zwei, wäre es möglich den Kleinen zu kaufen?", fragte Fine ihre Mutter.

"Da müssten sie mit meinem Vater sprechen.", sagte ich und lächelte die Beiden an.

"Gut, danke.", sagte die Mutter und verabschiedete sich von mir.

"Tschüss!", rief Fine noch und winkte.

"Wer war die Kleine denn?", fragte Noah der gerade neben mich trat.

"Die Kleine reitet Thunder und ihre Mutter möchte ihn vielleicht kaufen.", erzählte ich und schaute zu ihm runter.

"Klingt ja gut.", sagte Noah und legte eine Hand auf meinen Oberschenkel.

Diese Stellte begann zu kribbeln.

"Ich hab dir was mitgebracht.", meinte Noah und zog meinem Hengst einen schwarzen Halsring über den Kopf.

"Wo hast du den denn her?", fragte ich und schaute Noah erstaunt an.

"Den hab ich für dich bestellt.", sagte er und streichelte Hurricane über den Hals.

"Du sollst mir doch nicht immer etwas schenken.", sagte ich und fuhr mir mit meiner Hand durchs Gesicht.

"Aber genau das mache ich immer.", sagte er und lächelte mich warm an.

"Aber ich geb dir nie was zurück.", sagte ich und nahm seine Hand in meine.

"Doch, du bist einfach nur da und das reicht mir aus.", sagte er und strich mir seinem Daumen über meinen Handrücken.

"Du bist und bleibst mir immer ein Rätsel Noah Bender.", sagte ich und lachte.

"Du mir aber auch Lexi Weiland.", lachte Noah und lächelte noch breiter als gerade eben.

"Idiot.", lachte ich und schlug seine Hand weg, dass ich absteigen konnte.

"Aber dafür dein Lieblingsidiot.", sagte Noah und ich verdrehte lächelnd die Augen.

"Du hast es erfasst.", sagte ich und lief meinem Pferd voraus.

"Was machen wir jetzt noch?", fragte Noah als wir in den Stall liefen.

"Ich hatte vor noch ein bisschen Sunburst zu longieren und wenn das klappt mich nochmal draufzusetzen.", sagte ich und blieb vor Hurricanes Box stehen.

"Klingt gut. Ich fang schon mal mit putzen an.", meinte Noah und verschwand in die Sattelkammer.

Ich lachte kurz über Noah und stellte meinen Hengst in seine Box. Dieser mampfte erstmal seine Möhren im Trog.

"So ich fang schon mal mit putzen an und du kannst dich selbst fertig machen.", sagte Noah und machte der Fuchsstute das Iceblue Halfter von Eskadron um.

"Warum ich will doch nur longieren.", sagte ich verwundert und schaute den Jungen vor mir verwirrt an.

"Hab spontan beschlossen, dass wir spazieren gehen und wir dabei Fotos machen gehen.", lachte Noah und band meine Stute in der Stallgasse an.

"Gute Idee.", sagte ich und verschwand aus dem Stall.

"Wo hast du den deine zweite Hälfte gelassen?", fragte Chloe abwertend.

"Der ist mein Pferd fertigmachen, da wir jetzt spazieren gehen.", sagte ich und lief weiter, ohne Chloe noch weitere Beachtung zu schenken.

"Lexi wo hast du den Noah gelassen?", fragte meine Mutter, als ich das Haus betrat.

"Warum soll ich denn immer Noah mitbringen? Er kann doch auch mal allein was machen.", sagte ich und zog meine Schuhe aus.

"Aber ihr hängt doch immer aneinander. Ist etwas passiert?", fragte meine Mum und ich rollte mit den Augen.

All Over? No!Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt