PROLOG

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PROLOG

Wind strich an meinen Backen entlang. Es war einer dieser wunderschönen Tage im späten Herbst. Alles lag im Dunkeln und war so friedlich. Ich atmete tief die frische Luft ein und aus. Die Lichter der weit entfernten Häuser waren so schön. Sie glitzerten. Aber in der Nacht war sowieso alles so viel schöner, weil man dann den Dreck nicht sehen kann. Und am Tag wird dir jeder noch so kleine Fehler auffallen. Ich ging weiter durch die dunklen Gassen und Straßen. Ein Blick auf mein Handy: ein entgangener Anruf von Mama. Ich rufe sie zurück. „Mama?", frage ich. „Ruth, Schatz? Bist du es?",meldet sich meine Mama. „Ja Mama, ich bin's.", sage ich und beobachte dabei eine Katze die genauso einsam wie ich durch die Gassen streift. „Gut mein Schatz. Du bist wieder spazieren oder?", fragt sie. Es war zwar keine Frage, sondern eine Feststellung, doch ich sage zu ihr: „Ja Mama. Ich bin spazieren." „Gut, mein Schatz. Aber pass auf dich auf und sei gleich zu Hause." „Ja natürlich, Mum. Bye." „Bye." Meine Mum war einfach die beste, aber manchmal machte sie sich zu viele Sorgen um mich, dabei war sie es gewöhnt, dass ich jeden Abend raus ging. Ich brauchte das einfach um zu entspannen.

Wieder atmete ich die kühle Luft ein und dann wieder aus und sah zu, wie sich ein kleine Wolke bildete. Und das Anfang Oktober. „Du hattest deine Chance, Joey. Wir waren zu nett zu dir und was tust du?", höre ich mit einem Mal eine aufgebrachte Stimme, die sehr tief und gefährlich klang und bleibe abrupt hinter einem dicken Baum stehen. „Ich weiß aber...bitte bitte.", sagt eine zweite Stimme verzweifelt. „Wie gesagt, Joey. Du hattest deine verdammte Chance und du weißt, wozu ich fähig bin.", sagt wieder die Stimme. Ich nehme meinen ganzen Mut zusammen und bewege mich ein Stück vom Baum weg, sodass ich die beiden Personen sehen kann. Sie beide waren schwarz gekleidet und der eine presste den anderen an einen Baum ungefähr 10 Meter von mir entfernt. Doch dann bewege ich mich lieber wieder in meine alte Position zurück. Was lief hier gerade? Wer waren die beiden? Solangsam bekam ich Angst. Du weißt, wozu ich fähig bin. Die Stimme des Junges hallt durch meinen Kopf. Was meint er damit? Wozu fähig? Doch ich konnte nicht weiter darüber nachdenken, denn der zweite Junge sagte wieder etwas: "Bitte. Ich... es tut mir so Leid." "Wegen dir hatten wir Beef mit den Bullen.", erwidert der mit der tiefen Stimme eiskalt. Meine schlimmsten Gedanken wurden also war. Kriminelle. Konnten sie nicht endlich weg gehen und mich hier alleine lassen? Ich hatte doch bestimmt schon Bäche geschwitzt.

Und dann kam er. Ganz unerwartet und alleine: ein einziger Schuss. "Man sieht sich vielleicht in der Hölle.", höre ich den einen noch sagen. Was war hier gerade passiert?!

Das Herz eines MördersLies diese Geschichte KOSTENLOS!