Die Welt in Trümmern

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Es brennt. Wie Feuerwerk sprühen die Funken, in tausend Fassetten, fliegenaugengleich. Sie hageln hernieder, verglühen wie kalt gewordene Lava und prasseln geräuschvoll auf den Grund. Es hört sich an wie Donner im Stakkato-Takt.
Meteoren gleich zerbrechen sie die Erde und bohren sich in das braune Fleisch.
Der Himmel wird nur noch von einem roten Glimmen erleuchtet, ansonsten ist er sternlos und rauchverhangen. Die matte Mondscheibe ist entzwei gebrochen und eine Hälfte rutscht langsam herab, wie eine halbe Orange, die man gerade glatt zerschnitten hat.
Ich reibe mir mein Gesicht mit meinen langen, dünnen Armen und schaue mich um.
Nichts lebt mehr. Keine Regung, kein Schrei, keine Stimme. Und trotzdem herrscht keine Stille.
Nur vorsichtig traue ich mich aus meinem Versteck, was nichts weiter ist, als eine kleine Höhle aus zerbeultem Blech. Ich krabbele herauf auf einen Hügel, von welchem ich mir eine bessere Aussicht erhoffe. Auf der Straße fährt kein Auto und kein Hund bellt mehr in den Gärten. Alles, was ich erkennen kann, ist zerbrochenes Glas, gesplittertes Holz und qualmende Vehikel. Der Gestank von Tod dringt langsam an meine Nase, faulig süß. Ich eile weiter und schaffe es unbeschadet in eine Gasse, die zwischen zwei zertrümmerten Gebäuden liegt, die nunmehr ein verkohlter Haufen Stein und Bein sind. An diesem Ort finde ich mein Ziel: den Supermarkt, wie ich ihn nenne. Ich klettere in das metallene Gebäude und finde hocherfreut eine Bananenschale. Frisch gestärkt mache ich mich wieder auf den Weg. Wohin nun, da ich die einzige Überlebende bin? Wohin nun, da kein Mensch und kein Tier mehr nach mir tritt und kein Kammerjäger mich zu vergasen versucht?
Ich bin die Zukunft der Welt.
Ich bin der Grundstein der neuen Zivilisation.
So sollte ich meinesgleichen suchen und mich vermehren.
Denn am Ende überlebt eben die überlegenste Rasse.

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