Kapitel 40

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Ich wollte einfach nichts sagen. Mein Herz tat weh...ich wollte echt nichts sagen, doch meinen besten Freund leiden zu sehen, dass konnte ich auch nicht. ,,Du sollst dir keine Sorgen machen....du sollst dir die Richtige suchen!",platzte es plötzlich aus mir heraus. ,,Was sagst du da für eine Scheiße?!",schrie er fast und guckte mich mit großem Augen an. ,,Ja du hast richtig gehört...es tut mir leid",sagte ich und senkte den Kopf. ,,Wo ist sie? Was hat sie noch gesagt...kommt sie wieder?",sagte er schnell. Ich schüttelte den Kopf und meinte leise:,,Ich weiß nicht mehr!" Man sah ihm an, das ihm die Tränen in die Augen stiegen. ,,Jetzt fang bitte nicht an zu weinen....vielleicht ist sie wirklich nicht die Richtige für dich",nuschelte ich vor mich hin und ging ins Wohnzimmer. Mir kam Ilkay verschlafen entgegen und guckte mich verwirrt an. ,,Was ist hier los?",fragte er. ,,Sie ist abgehauen",kam es leise von Mario. Er schluchzte laut und bitterlich. Ich wusste, ich musste was tun, aber was war die zweite Frage.

Sharon's Sicht:
Ich war in Berlin. In irgendeiner verlassenen Gasse. Sie war dunkel und niemand zu sehen. Ich saß in meinem Auto, hörte dem Radio flüchtig zu und schloss meine Augen. Immer wieder waren meine Gedanken bei Mario. Ich konnte ihn einfach nicht vergessen, dafür war meine Liebe viel zu groß. ,,Was mach ich hier eigentlich...ich fliehe vor meiner eigenen großen Liebe,nur weil ich der Presse und meinem Dad ausweichen will...",dachte ich und es bildeten sich Tränen in meinen Augen. Sie flossen nach wenigen Sekunden wie Bäche meine Wangen herunter. Ich konnte nichts machen. Rein gar nichts! Ich war schon geistig gelähmt und wollte nichts mehr erreichen. Ich hatte den Gedanken an den Tod gewendet. ,,Das Leben beenden...wäre jetzt das Beste!",dachte ich und schaute neben meinem Fahrersitz herunter. Neben der Kupplung lag ein kleines Taschenmesser. Ich griff wie benommen danach und klappte es auf. Ich starrte Minuten lang auf die Klinge. Sie glänzte und blinkte bei jedem Lichtstrahl auf.  Ich dachte nicht mehr nach, schob meinen Pulloverärmel hoch und legte sie an mein Handgelenk. Schnell zog ich sie mehrmals über mein Handgelenk und weinte dabei. Der Schmerz unterdrückte das Gefühl Mario zu vermissen und wirkte irgendwie befreiend. Das kalte Blut strömte über meinen Arm und tropfte auf meine Hose. Ich legte ein Taschentuch über die Wunden. Es saugte sich schnell voll und war Blut getränkt. Nach einigen Minuten hörte die Blutung auf und ich rutschte den Fahrersitz runter. Ich starrte immer wieder auf die Narben. Meine Tränen flossen immer noch meine Wangen herunter. Ich fühlte mich alleine und nicht gebrauchbar. Niemand wird mich vermissen, keiner! Das Gefühl durchstreifte meinen Körper. Ich war abwesend, bekam kaum was mit. Ich war in meiner eigenen Welt eingeschlossen, bis mein Handy klingelte. Mein Blick schweichte flüchtig drauf und drückte dann auf auflegen. Mich rief Mario an, aber ich wollte ihn nicht hören. Ich war einfach nicht die Richtige für ihn. Egal auch an was ich dachte, immer wieder sah ich das Gesicht von Mario dadrin. Ich fühlte mich irgendwie geistig verfolgt. Mein Körper reagierte mit Zitterattacken darauf und kleinen Herzaussetzern. Mein Kreislauf wurde auch nicht gerade besser und mein Körper fühlte sich irgendwann an wie eine Leiche. Genau so war es auch. Das Gefühl von nicht mehr Leben war da. ,,An was denk ich bloß...aber es kann nur das beste sein!",dachte ich und startete den Motor meines Wagens. Ich fuhr los. Wieder irgendwo hin.

Zwischen Familie und der großen Liebe (Mario Götze)Lies diese Geschichte KOSTENLOS!