Kapitel 4

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Jessica saß in der Disko auf einem Hocker und fühlte sich nicht so recht wohl in ihrer Haut. Anita saß neben ihr und machte sie von Zeit zu Zeit auf verschiedene männliche Wesen aufmerksam. 

„Also Jo-Jo-Jo ist der DJ und den lässt du besser nicht an dich ran,“ brüllte Anita in Jessicas Ohr. „Der hat den Namen Jo-Jo-Jo nicht ohne Grund. Er heißt eigentlich Hartmut, ist aber wie ein Jo-Jo....“

„Schon verstanden,“ brüllte Jessica zurück. 

Die Unmöglichkeit eine Unterhaltung zu führen hatte sie immer als Grund empfunden nicht so häufig in die Disko zu gehen. 

Ein weiterer Grund war der junge Mann der sich ihr und Anita nun näherte und einen Arm um jede von ihnen legte.

„Hallo, Babys! Soll ich euch ein wenig beschützten?“, fragte er anzüglich und drückte die beiden jungen Frauen an sich.

Anita sah den jungen Mann spöttisch an. „Lass das mal besser sein, Fabian! Dich kenne ich schon. Erinnerst du dich noch? Vor drei Monaten? Da hast du diese Nummer mit einer Studienkollegin abgezogen und die jault dir heute noch hinterher.....“

„Ach, Anita! Du bist das! Mit der neuen Frisur hätte ich dich fast nicht erkannt und für ein Flittchen gehalten. Entschuldige bitte vielmals!“, antwortete Fabian gehässig und ignorierte den bösen Blick den Anita ihm zu warf.

Statt dessen wandte er sich an Jessica. „Darf ich dir was zu Trinken ausgeben?“

„Ich weiß nicht so recht,“ murmelte Jessica. Am liebsten hätte sie Fabian weg gestoßen, sie empfand seine Umarmung als sehr unangenehm und auch Anita fasste sich an den Hals und deutete ein Würgen an als sie auf Fabian zeigte.

„Ich glaube nicht,“ murmelte sie aber Fabian hatte dies offenbar missverstanden. 

„Alle Frauen wollen dass man ihnen einen ausgibt und freuen sich darüber. Also trink was von dem Bier das ich dir jetzt gebe. Und nachher begleite ich dich nach Hause. Du kannst natürlich auch mit zu mir kommen!“

Doch nun wurde es selbst der höflichen und im Bezug auf Männer schüchternen Jessica zu bunt. Sie gab Fabian einen kleinen Stoß. 

„Lass uns besser in Ruhe!“, sagte sie und packte Anita an der Hand.

„Sag mal, laufen hier nur solche Trottel herum? Ich will doch keinen Fabian näher kennen lernen. Und auch niemanden der den Spitznamen Jo-Jo-Jo hat!“

Anita lachte. „Darauf kannst du wirklich verzichten. Aber es ist schon spät, schon fast drei Uhr. Wir sollten vielleicht langsam mal nach Hause gehen! Ich muss morgen um neun in der Uni sein. Wenn ich eine Stunde später komme ist auch nicht so schlimm. Aber Professor Bergmann ist da ein wenig eigen, der murmelt dann immer was von Mindestzeit für ein Studium und Verantwortung!“

Gemeinsam mit Anita verließ Jessica kurz darauf die Disko und sie machten sich auf den Weg nach Hause. 

Einsam und verlassen lagen die Straßen von München um diese Zeit da und ein Teil des Weges führte sie durch eine Straße mit alten Häusern die um das Jahr 1900 oder noch früher errichtet worden sein mussten. In dieser Straße standen einige alte Bäume auf dem Gehweg und nur zwei Laternen spendeten ein schwaches Licht.

„Ich mag solche Gassen nicht, ich habe die ganze Zeit über das Gefühl mich verfolgt was,“ stellte Jessica fest und Anita kicherte.

„Das ist Fabian! Er ist gerade da hinten hinter einen Baum gehuscht. Er ist nicht der hellste und denkt wir merken das nicht. Aber von so was lassen wir uns doch nicht erschrecken, oder?“

„Nein, lassen wir nicht,“ murmelte Jessica leise. 

Sie fühlte sich bei dem Gedanken an den aufdringlichen jungen Mann der sie verfolgte überhaupt nicht wohl.

„Du kennst ihn schon länger?“, erkundigte sie sich daher bei Anita und diese nickte. „Ja, ich kenne den schon eine ganze Weile. Er ist an der gleichen Uni wie ich und hinter allen weiblichen Wesen her die nicht bei drei auf den Bäumen hocken. Ich bin ja auch kein Kind von Traurigkeit aber bevor ich einen Fabian an mich ran lasse friert die Hölle zu. Apropos Hölle, diese komische Figur hier an dem Haus erinnert mich immer daran!“

Jessica fuhr herum und beide Mädchen blieben kurz vor einem alten Haus stehen. Die Fenster waren, wie auch in den umliegenden Häusern, nicht beleuchtet was sicherlich an der späten Stunde lag doch nicht das erschreckte Jessica.

Die Statue stellte tatsächlich einen Teufel in einem dunklen Umhang dar und sie stand auf einigen Totenschädeln in einer Nische des Hauses.

„Das ist ja scheußlich, wer hat denn so einen Geschmack?“, dachte sie und erwartete halb dass die Augen des Dings zu leuchten anfangen würden. „Aber das ist Unsinn! Ich bin nicht mein Ex-Freund der dauernd mit denen zu tun hat....“

Trotzdem packte sie Anita am Arm die der Steinstatue fröhlich zuwinkte. „Komm mich doch mal besuchen! Ich wohne gar nicht weit weg von hier! Und mit dir gehe ich eher aus als mit Fabian!“

„Sag so was nicht, das bringt Unglück,“ zischte Jessica die Mitbewohnerin an doch diese lachte lediglich. 

„So ein Quatsch. Du bist ja schon so abergläubisch wie Christine! Die glaubt sogar an Aliens die Kühe entführen und so was. Oder an Schloßgeister. Sie hat dicke Wälzer darüber im Regal stehen!“

Jessica war erleichtert als endlich ihr Haus in Sicht kam und kramte den Schlüssel heraus. Schnell schloss sie die Haustür auf und schob Jessica hinein. 

„Ich werde mir auf alle Fälle Eisenkraut zu legen. Sicher ist sicher......“, dachte sie als sie die Treppen zu ihrer Wohnung hinauf stiegen.

Fabian war den beiden Mädchen gefolgt und blieb nun vor der Statue stehen. Er hatte Anitas Worte gehört und ärgerte sich darüber. 

„Was hat diese dumme Pute gesagt? Sie würde eher mit dir als mit mir ausgehen? Du bist doch voll hässlich! Wenn ich mir schon die Hörner ansehe. Und dann dieser Umhang! Aber nicht mit mir!“, sagte er und trat kräftig gegen die Statue um im nächsten Augenblick mit einem Aufschrei zurück zu springen denn die Augen begannen rot zu leuchten und mit einem Ruck hatte der Teufel sich aus der Wand gelöst und ihn gepackt.

„Du beleidigst mich nicht noch einmal,“ erklang eine dumpfe Stimme und Fabian schrie laut als die Statue eine Hand die eher einer Klaue glich auf seine Brust legte......

Dämonische Statuen  Jessicas GeschichteLies diese Geschichte KOSTENLOS!