Kapitel 129

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Jonas saß im Wohnzimmer seines Vaters Georg während dieser seine beiden Söhne über die neuesten Nachrichten Hedwig betreffend in Kenntnis. 

„Es geht ihr gut in Ulm. Und Tante Renate ist der Meinung dass sie nun besser mit allem zurecht kommt. Ich hoffe dass es wirklich so ist. Sie wird noch eine Weile bei Renate bleiben und überlegt ob sie ganz nach Ulm, in die Nähe ihrer Schwester ziehen soll!“

Lucas nickte zustimmend. „Das wäre gut. Da ist sie dann weg!“

Georg sah seinen jüngeren Sohn vorwurfsvoll an. „Lucas, bitte. Ich weiß du verstehst dich nicht mit ihr. Aber sie hatte es nicht einfach. Ich hoffe dass sie jetzt über alles eine wenig hinweg ist und ich gehe nicht davon aus dass sie noch einmal etwas unüberlegtes tun wird!“

Jonas sah seinen Vater zweifelnd an und murmelte leise: „Dein Wort in Gottes Ohr. Aber ich glaube noch nicht so recht daran.....“

„Ich auch nicht,“ stellte Lucas fest doch dann wechselte er das Thema. „Noch zwei Wochen und wir fahren nach Bayern. Endlich gibt es dann Ferien! Übrigens, Andy ist jetzt schon mit seinem Vater und Jessica nach München gefahren! Jessica zieht doch da in eine WG zu zwei Mädchen. Andy überlegt schon die ganze Zeit ob die hübsch sind!“*

„Ich hoffe sie sind nett und Jessica findet dort Freundinnen,“ sagte Jonas leise und Lucas schwieg betroffen. 

Es war ganz offensichtlich dass seinem Bruder die Trennung von seiner Freundin noch immer zu schaffen machte selbst wenn er zum größten Teil schuld daran war.

Auch er selbst litt noch immer darunter dass Meike ihn wegen ihrem Benni, den er im geheimen immer nur „Benni den Dackel“ nannte ab serviert hatte.

„Liebeskummer, ein Glück dass ich das hinter mir habe,“ seufzte Georg und verließ den Raum um sich auf den Balkon zu setzen. 

Draußen herrschte an diesem Wochenende schönstes Wetter und er wollte ein wenig Sonne tanken so wie er es nannte.

„Kommt doch mit nach draußen. Macht euch einen garantiert schlaftablettenfreien Kaffee und setzt euch zu mir,“ forderte er seine Söhne auf.

Jonas wandte sich aber statt dessen an Lucas nachdem sein Vater das Wohnzimmer verlassen hatte. 

„Frau Huber rief vorgestern an. Es hat Schwierigkeiten gegeben. Ein Kerl ist in Raichelbach aufgetaucht und hat Gerrit angegriffen. Frau Huber ist außer sich vor Sorge. Die Beschreibung passt auf Stefan. Gerrit meinte er habe etwas Dämonisches an sich gehabt......“

„Etwas Dämonisches? Aber wie kann das sein? Er ist doch ein Mensch, oder?“, erkundigte sich Lucas verwundert. „Zwar ist er ein gemeiner, brutaler Mensch den ich nicht ausstehen kann. Aber immerhin doch ein Mensch!“

„Ja, auf den ersten, zweiten und dritten Blick geht er als Mensch durch. Aber denk doch mal daran was er selbst erzählt hat. Er hat gelernt wie man Dämonen schafft. Und war da nicht auch diese Dämonenjägerin aus dem Mittelalter von der dieser Herbergsheini, der eigentlich im Knast sitzen sollte, Mirko erzählt hat? Sie hat doch, um gegen einen besonders starken Dämon zu kämpfen, irgend etwas getan wodurch sie selbst zu einem Teil zu einem Dämon wurde. Könnte es bei Stefan nicht ähnlich gewesen sein? Und Gerrit hat es ihm angesehen. Der Arme tut mir leid. Da hat er den Richter und seine drei Henker überstanden und dann taucht Stefan auf gewohnt liebenswürdige Weise auf und verprügelt ihn. Glücklicherweise scheint sich Gerrit recht gut davon erholt zu haben. Traurigerweise war das wohl nicht die schlimmste Tracht Prügel die er in seinem Leben einstecken musste,“ gab Jonas zu bedenken.

„Mir tut Gerrit auch leid. Und Stefan würde ich am liebsten dermaßen in seinen Hintern treten....aber wenn er zum Teil ein Dämon ist, ist es dann wirklich seine Schuld dass er so ist wie er ist?“, überlegte Lucas während Jonas ihn nachdenklich ansah.

„Das weiß ich auch nicht. Ich denke die ganze Zeit über das nach was er uns erzählt hat. Er hat früher schon gegen Dämonen gekämpft. Eher so wie wir, auch wenn er da schon recht verbittert war. Aber er hat es nicht für Geld getan und ein ansonsten normales Leben geführt. War er nicht sogar verheiratet und hatte ein Kind? Und Eltern? Aber dann war da doch dieser Dämon in Österreich der das Dorf tyrannisiert hat. Stefan wurde bei dem Kampf verletzt und seine Frau hat ihn verlassen. Seine Job hat er auch verloren. Und dann war da noch dieser Dämon. Vielleicht wollte der sich auch an ihm rächen.....“

„Und da hat Stefan sich gedacht er hat nicht mehr allzu viel zu verlieren und hat das gleiche getan wie diese Frau im Mittelalter. Er hat, wie er es nennt, dämonische Energie beschworen und diese statt mit einer Statue mit sich selbst verbunden. Das hat ihn stärker gemacht und er konnte den Dämon aus dem Dorf besiegen. Aber dafür ist er nun ein richtiges Ekelpaket und verprügelt Leute. Und er kassiert viel Geld. Danach fing es doch an dass er so.....egoistisch wurde,“ beendete Lucas die Überlegungen seines Bruders und sah diesen mit einem Mal erschrocken an.

„Aber du würdest so was doch nicht machen, oder? Wenn du irgendwann an einen Dämon gerätst mit dem du nicht fertig wirst. So was machst du doch nicht, oder?“

Jonas wurde blass. „Natürlich nicht. Was denkst du denn von mir? Allein die Vorstellung ist doch scheußlich. Mal abgesehen davon dass ich keinerlei Ahnung habe wie man so was macht, Dämonen schaffen und so. Ich will nicht dass so was mit mir passiert.....“

„Ich auch nicht,“ sagte Lucas und allmählich kehrte die Farbe in sein Gesicht zurück. „Immerhin sind wir bald in Raichelbach und dann hat Gerrit ein wenig Verstärkung!“

„Die hat er jetzt schon. Frau Huber sagte, dass sie ihn kaum noch aus den Augen lässt. Zumindestens dann nicht wenn er sie lässt. Er will nämlich weiterhin seine Ausflüge mit Lisa unternehmen. Ich hoffe nur, dass Stefan ihn in Ruhe lässt! Sonst drehe ich ihm vielleicht doch noch den Hals um bei unserer nächsten Begegnung die hoffentlich nicht so bald erfolgt!“, antwortete Jonas nachdenklich. 

Dann ging er in die Küche, setzte Kaffee auf und kurz darauf gesellten er und Lucas sich zu Georg auf den Balkon.

* Rein zeitlich gesehen beginnt nun das Spinn Off  „Dämonische Statuen – Jessicas Geschichte“

Dort erfährt man was sie in München so alles erlebt, denn auch wenn sie sich nun von Jonas getrennt hat, die Dämonen wird sie nicht los.....

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