Kapitel 127

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Zwei Wochen waren seit dem Kampf gegen den Dämon in dem alten Schloss in der Nähe von Berlin vergangen als Julia und Sebastian sich in einem kleinen Café in der Nähe der St. Andreas Kirche trafen.

„Und, dir geht es jetzt besser?“, erkundigte sich Julia und Sebastian nickte. „Ja, es geht nun ein wenig besser. Ich habe eine neue Wohnung gefunden. In der Nähe der Stadtmitte, keine fünf Minuten von hier entfernt. Anfang Juni ziehe ich ein. Und ich habe ab August wieder einen Job in Aussicht. Bei einer Zeitarbeitsfirma. Für den Anfang doch gar nicht mal so schlecht. Mit meinem Bein das ist auch fast wieder in Ordnung!“

„Freut mich für dich,“ stellte Julia fest und lächelte Sebastian kurz an. 

In diesem Moment läuteten die Glocken der St. Andreas Kirche und beide zuckten sie kurz zusammen.

„Hältst du es für eine gute Idee direkt in die Nähe von, du weißt schon, zu ziehen?“, fragte sie und er nickte. „Ja, warum nicht. So kann ich mir jeden Tag klar machen dass alles wieder in Ordnung ist. Dass es hier keinen Dämon mehr gibt und ich mir keine Sorgen mehr zu machen brauchen. Und die Wahrscheinlichkeit dass ich noch mal einem von ihnen über den Weg laufe ist doch gering, oder?“

Julia nickte zögernd. „Die Wahrscheinlichkeit bei einem Autounfall oder an einer Krankheit zu sterben ist sicherlich um einiges höher. Und mal ehrlich, 95 Prozent der Menschen werden alt und erfahren nicht einmal dass es Dämonen gibt. Ich bin mir sicher du gehörst du diesen Leuten, die nie mehr wieder einem begegnen.“

Sebastian winkte der Kellnerin und bezahlte die Rechnung. 

„Und was machst du so?“, erkundigte er sich und sie zuckte die Achseln. „Nichts besonders. Ich telefoniere öfters mit Britta, vorgestern habe ich sie und Dennis besucht. Es geht ihnen gut in ihrer neuen Wohnung und Dennis hat vor ein paar Tagen das Kinderzimmer tapeziert.“

„Wann kommt das Baby denn? Im November, oder?“, erkundigte sich Sebastian und Julia nickte zustimmend. „Ja, noch ungefähr fünf Monate haben die beiden Schonfrist. Aber dann ist es so weit.“

Gemeinsam verließen sie das Café und schlenderten zum Vorplatz der Kirche über der nun keine Dämonenstatue mehr thronte. 

„Das Ganze ist nun schon über sieben Monate her,“ sagte Julia leise während Sebastian schweigend auf die Stelle starrte an der sich einst die Statue befunden hatte.

„Ich glaube jetzt können wir endgültig damit abschließen,“ sagte er leise und kurz darauf trennten sie sich voneinander.

„Wir werden nicht mehr zusammen kommen. Ich glaube dazu sind die Gefühle einfach nicht mehr tief genug. Ich empfinde für ihn nicht mehr als beispielsweise für Britta oder Dennis. Für Britta als meine liebste Freundin wahrscheinlich sogar noch mehr. Es ist so schade. Wenn diese ganze Dämonengeschichte und mein Misstrauen nicht gewesen wären, dann wäre es vielleicht mit uns gut gegangen. Aber ich bin froh dass Sebastian sein Leben so langsam wieder in den Griff bekommt,“ dachte Julia, als sie sich auf den Heimweg machte.

Lucas saß in seiner Klasse über seiner Englischarbeit und freute sich darüber dass dies die letzte Klassenarbeit in diesem Schuljahr sein würde.

„Nur noch drei Wochen, dann gibt es endlich Ferien, das wird auch allmählich Zeit,“ dachte er und freute sich auf den Urlaub den er gemeinsam mit seinem Bruder in Bayern verbringen würde. 

Bislang hatte es keinerlei weitere Dämonen gegeben mit denen Jonas sich angelegt hatte und auch dies war ein Grund zur Freude für Lucas.

Doch etwas anderes freute ihn ganz und gar nicht und dies war der verklärte Blick mit dem Meike herum lief seitdem sie mit ihrem Benni zusammen war. 

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!