Kapitel 125

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Jonas schob seinen Einkaufswagen durch die Gänge des Supermarktes. Das Wochenende stand bevor und er würde sich auf den Weg nach Berlin machen. Eine steinerne Riesenschlange ging dort angeblich seit Jahrhunderten in einem Schloss außerhalb der großen Stadt um. Es hatte einen Fernsehbeitrag in einem der dritten Programme darüber gegeben und auch wenn niemand daran glaubte so war Jonas sich doch sicher dass etwas dahinter steckte.

Sein erster Impuls war es gewesen in alter Gewohnheit allein zu fahren. Doch zumindestens hatte er dieses Mal beschlossen jemandem Bescheid zu sagen. Leider kam dafür nur noch Lucas in Frage und dieser hatte darauf bestanden ihn zu begleiten.

„Wie verhindere ich, dass Lucas mit in das Schloss kommt?,“ grübelte er gerade. 

Auch wollte er Lucas im Falle eines Falles nicht allein vor dem Schloss zurück lassen. Daher hatte er schweren Herzens noch einen weiteren Entschluss gefasst. Er hatte Julia angerufen und diese hatte, wohl noch aus schlechtem Gewissen, entschieden ihn ebenfalls zu begleiten.

„Jetzt muss ich schon Helfer mitnehmen die auf meinen Helfer aufpassen. Demnächst treten wir da wahrscheinlich wirklich als Gruppe auf!“, dachte Jonas unglücklich. 

Wohl fühlte er sich nicht bei dem Gedanken. Auf der anderen Seite wollte er nicht schon wieder Streit in der Familie haben und Lucas vor den Kopf stoßen.

An der Fleischtheke stieß Jonas, der noch immer in Gedanken versunken war, mit einem anderen Wagen zusammen. 

„Jonas, pass doch auf!“, fuhr ihn eine weibliche Stimme an und er blickte überrascht auf.

„Jessica? Du hier?“, fragte er erstaunt.

„Ja, ich bin es. Ich kaufe hier fürs Büro ein. Für die Frühstückspause,“ sagte sie kurz angebunden und wollte sich an ihm vorbei drängen. Doch Jonas hielt sie am Arm fest.

„Jessica, können wir nicht damit aufhören? Uns an zu giften? Du hast Schluss gemacht und ich lasse dich in Ruhe. Ich habe einiges verkehrt gemacht. Trotzdem brauchst du mich nicht wie einen Wurm  zu behandeln wenn wir uns zufällig mal begegnen!“, sagte er aber sie schüttelte den Kopf.

„Tut mir leid, du hast dir zu viel geleistet! Und lange werden wir uns auch nicht mehr über den Weg laufen. Ich ziehe nämlich demnächst nach München. Was deinen Dolch, den ich noch habe angeht...“, sagte sie und er schüttelte den Kopf. 

„Behalte ihn ruhig. Vielleicht braucht du ihn noch mal. Und es ist wirklich besser wenn mehrere Leute einen haben!“

„Gut, und jetzt mach es gut. Ich muss zurück in die Praxis, meine Mittagspause ist gleich vorbei!“, sagte sie ein wenig freundlicher und schob ihren Wagen an ihm dabei.

Jonas sah ihr noch lange nach ehe er sich daran machte seine Wurst zu kaufen.

Am Abend saßen Lucas, Jonas und Julia in Jonas Auto und befanden sich auf dem Weg nach Berlin. 

Lucas hatte Julia nur flüchtig begrüßt, noch immer nahm er es ihr übel dass sie damals Gerrits Aufenthaltsort in Raichelbach dem Direktor und dessen Statuen verraten hatte.

Sie selbst schien sich diese Vorwürfe auch noch immer zu machen und drängte sich den anderen daher auch nicht auf.

Einzig und allein Jonas schien trotz des eventuell bevorstehenden Kampfes gute Laune zu haben. 

Auch Lucas fiel dies auf. „Du kämpfst spätestens morgen Nacht gegen einen Dämon. Gegen eine Riesenschlange die durch ein Schloss kriecht. Wie stiehlt die eigentlich Seelen? Sie hat ja keine Hände. Frisst sie die Opfer vielleicht oder drückt sie zu Tode?“, erkundigte er sich mit Unbehagen.

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!