Kapitel 124

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Stefan sah den alten Mann der händeringend vor ihm stand böse an. 

„Was soll das heißen, Sie können nicht zahlen? 1500,00 Euro waren vereinbart. Ich habe dieses Ding das seit drei Genrationen Sie und ihre Familie heimsuchte erledigt. Und Sie zahlen! Sehen Sie zu wo Sie das Geld auftreiben!“

„Hätte ich das vorher gesagt, dass ich kein Geld habe, dann hätten Sie sich doch nicht um diesen Dämon gekümmert! Aber es war dringend nötig. Er hat schon meinen Sohn getötet. Meine Enkelkinder sind noch klein und leben bei ihrer Mutter. Aber irgendwann hätte der Dämon sie sicherlich auch eingeholt....“, sagte der alte Mann traurig. „Es tut mir leid. Und ich bin froh dass Ihnen nichts geschehen ist. Aber Sie sagten es doch selber, jeder muss sehen wo er bleibt....“

Am liebsten hätte Stefan dem Mann seine Faust ins Gesicht geschlagen. Und wäre dieser 20 Jahre jünger gewesen dann hätte er es wahrscheinlich auch getan. Aber Herr Gruber war fast achtzig Jahre alt. 

„Wenn ich den schlage dann fällt er tot um und ich habe die Polizei am Hals,“ dachte Stefan und stieß einen wütenden Fluch aus.

„Bitte, junger Mann, seien Sie uns nicht böse,“ meldete sich Frau Gruber, die hinter ihren Mann getreten war, zu Wort. „Wir waren so verzweifelt und wir dachten schon wir würden diesen Dämon niemals los werden. Er hat uns das Leben  zur Hölle gemacht!“

„Selber schuld, Sie hätten ja ausziehen können!“, antwortete Stefan spöttisch. 

Der Dämon, eine hölzerne Statue, hatte sich in einem Raum des alten Hauses dass das Ehepaar Huber bewohnte befunden. Und er wusste dass es ihnen nicht möglich gewesen war das Haus zu verkaufen oder weg zu ziehen. Der Dämon hätte es niemals zugelassen und sie immer wieder zurück gerufen. Es gab kein Entkommen!

Die Hubers waren an ihn heran getreten nachdem sie durch einen Bekannten von ihm erfahren hatten. Diesen Bekannten hatte Stefan vor drei Jahren vor einem Dämon gerettet, natürlich ebenfalls gegen Bezahlung.

„Am liebsten würde ich Ihnen noch einmal einen Dämon auf den Hals hetzten. Wie man die Dinger erschafft weiß ich nämlich auch. Und meiner wäre nicht so nett wie der letzte der nur bei Vollmond umgeht und Ihre Haustiere tötet. Und nur Menschen angreift wenn sie sich einmischen, so wie ihr Sohn!“, fuhr er die alten Leute an. 

Der Mann war den Tränen nahe und sah zu Boden während die Frau Stefan mit einem Mal wütend ansah.

„Sie haben gerade etwas Gutes getan! Müssen Sie es jetzt wieder kaputt machen? Sie sollten sich ein wenig schämen, haben Sie schon mal was von Nächstenliebe gehört?“

„Nächstenliebe hat noch nie irgend jemandem geholfen. Ich werde jetzt in ihre Wohnung gehen und mir da irgend etwas Wertvolles holen! Sonst werden Sie hier bald dicken dämonischen Ärger haben!“, antwortete Stefan und die Frau zuckte die Achseln. 

„Wir haben noch zwei wertvolle Alben mit Briefmarken. Die gehörten noch meinem Vater. Eigentlich wollte ich die mal unserem ältesten Enkel geben.....“

„Gut, geben Sie mir die Alben,“ antwortete Stefan und verließ kurz darauf mit der Briefmarkensammlung der alten Leute das Haus. 

„Nächstenliebe, so ein Blödsinn,“ murmelte er. Tatsächlich wäre er in der Lage gewesen den Leuten einen eigenen Dämon auf den Hals zu hetzen. Ein altes Gemälde, das wohl den Großvater des Mannes darstellte hing im Wohnzimmer. Mit ein wenig dämonischer Energie hätte dies einen sehr unheimlichen Dämon ergeben der die Menschen zu sich rief um dann aus dem Bild heraus nach ihnen zu greifen. Stefan hätte ihn so schaffen können dass er den Leuten die Seele stahl oder aber die Kehle durchbiss....

Stefan hatte sogar schon einmal mit dem Gedanken gespielt eigene Dämonen zu schaffen, diese den Leuten auf den Hals zu hetzen und sie dann gegen Geld wieder zu zerstören. Aber davor war er letztlich doch zurück geschreckt. 

„Am Ende stirbt da jemand und ich mache mir vielleicht doch noch Vorwürfe,“ dachte er mit einem Anflug von Mitgefühl das er sich aber streng sofort wieder verbat.

Er handelte doch nicht aus Mitleid, so was gab es bei ihm nicht mehr. Der eigentlich Grund war ein anderer. Schließlich wollte er keiner dieser Dämonen schaffenden Magier sein die er so sehr verachtete. 

Stefan drehte sich, als er vor dem Haus stand, noch einmal um.

Er dachte flüchtig daran mit einem Stein eine Fensterscheibe einzuwerfen. Doch dann überkam ihn, wie er es selbst verächtlich nannte, ein Anflug von Sentimentalität. Er stopfte ein Briefmarkenalbum in den großen Briefkasten der vor dem Haus hing. Es handelte sich um das in dem sich die wertvollsten Marken befanden.

Das andere Buch drückte er an sich. „Aber ganz ohne Aufwandsentschädigung geht es nun wirklich nicht. Ich will mich ja nicht unglaubwürdig machen!“

Stefan wusste schon wohin ihn seine nächste Reise führen würde. In einem alten Schloss in Berlin ging angeblich seit Jahrhunderten eine steinerne Riesenschlage um die Seelen verschlang. 

Vor drei Tagen hatte er einen älteren Fernsehbeitrag über diese alte Legende an die niemand wirklich glaubte gesehen.

„Ich bin mir sicher dass es stimmt! Und ich denke dass die Schlossbesitzer sich freuen werden wenn sie das Schloss vielleicht eines Tages wieder bewohnen können,“ dachte Stefan. „Die werden ja wohl zahlungsfähig sein. Da kann ich es mir leisten hier mal ein wenig großzügiger zu sein!“

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!