Kapitel 123

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Lucas wartete an diesem Abend noch lange auf seinem Vater und begann sich allmählich Sorgen zu machen. 

„Er ist bei der Verrückten, die hat Jonas Schlaftabletten verabreicht und den Engelmann an ihn heran gelassen. Was ist wenn sie so was in der Art noch mal probiert?“

Er versuchte sich aufs Fernsehprogramm zu konzentrieren aber es gelang ihm nicht und er überlegte gerade ob er Jonas anrufen sollte als sich die Tür öffnete und sein Vater herein kam.

Lucas erhob sich vom Sofa und ging ihm entgegen. „Papa, ist alles in Ordnung? Es ist spät geworden!“

Georg nickte ein wenig unsicher. „Ja, es ist alles in Ordnung....aber ich muss mal eben telefonieren. Mit deinem Bruder!“

Georg verzog sich mit dem Telefon ins Schlafzimmer während Lucas in sein Zimmer ging und sich dort auf sein Bett setzte.

Irgend etwas stimmte doch ganz und gar nicht. Aber was? Und warum sagte Georg nichts davon?

„Ich bin doch kein Baby mehr dem man nichts erzählen kann,“ dachte er ungehalten.

Nachdem Georg sein Gespräch beendet hatte saß er, mit dem Hörer in der Hand, im Wohnzimmer. Er blickte kurz auf als Lucas sich zu ihm gesellte.

„Was ist denn los? Ist irgend was passiert?“, fragte Lucas besorgt. Sein Vater sah blass aus und schließlich nickte diese. 

„Ja, es ist was passiert. Aber wie wir da weiter vorgehen muss ich morgen noch mit deinem Bruder besprechen. Immerhin ist Hedwig trotz allem seine Mutter und meine Noch-Ehefrau....“

„Hat sie irgend etwas gemacht?“, erkundigte sich Lucas wütend. „Ich konnte sie noch nie leiden.....“

„Ich weiß. Aber ich glaube an einigem was in der letzten Zeit geschehen ist bin ich nicht ganz unschuldig....“, antwortete Georg müde und erhob sich schließlich. 

„Morgen ist Schule. Du solltest ins Bett gehen. Habt ihr morgen nicht Schuldgottesdienst und ihr wollt sogar alle da hin gehen?“

„Ja, aber auch nur weil die neue Direktorin willkommen geheißen wird. Die hat morgen ihren ersten Arbeitstag. Ich hoffe sie ist nicht verrückt, so wie dieser Psycho Engelamann,“ antwortete Lucas und Georg nickte. „Ja, und seine Verrücktheit wirkt ganz offenbar ansteckend!“

Am nächsten Tag saß Lucas neben Andy und Sabrina auf einer unbequemen Kirchenbank in der St. Andreas Kirche. 

Sie alle hatten ohne groß darüber nachzudenken den Haupteingang genommen. 

„Das hätten wir früher auch nicht gemacht, wenn wir da Schulmesse hatten sind wir immer durch den anderen Eingang gegangen, irgendwie hatte ich immer Angst diese Statue könnte lebendig werden und auf uns runter springen. So ganz falsch lagen wir damit ja auch gar nicht.....“, dachte Lucas und warf einen Blick auf Meike.

Doch fast sofort wünschte er er hätte es nicht getan. Sie saß zwei Plätze entfernt von ihm neben ihrer Freundin Sabrina und kritzelte Herzen in ein Schulheft. Und in jedem dieser Herzen stand der Name Benni. Außerdem hatte sie ein Foto in das Heft geklebt das einen recht gut aussehenden jungen Mann, Lucas allerdings fand ihn unsagbar hässlich, zeigte.

„Das ist bestimmt ihr Benni. Dieser blöde Sack,“ dachte er während Andy ihn mahnend an stieß. „Guck mal, die Frau da vorne, das ist bestimmt die neue Direktorin!“

Eine Frau von Mitte dreißig betrat den Altarraum und stellte sich neben den Pfarrer der ihr die Hand schüttelte. „Guten Morgen, Frau Direktor Müller!“, begrüßte er die Frau und auch der Stellvertretende Rektor reichte ihr die Hand.

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