Kapitel 118

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Jonas hätte sich am liebsten seinen Bruder geschnappt und wäre mit diesem nach Hause gefahren. Er wusste nicht was er von Stefan halten sollte und fühlte sich von den Dingen die er erzählte angewidert.

„Was machst du denn wenn jemand von einem Dämon verfolgt hat und dich nicht bezahlen kann? Lässt du ihn dann sterben?“, erkundigte er sich mit deutlicher Abscheu die Stefan nur ein müdes Lächeln entlockte. 

„Irgendwie niedlich, der Idealismus von euch beiden. Aber auf Dauer bringt das nichts. Glaub mir, das weiß ich nur zu gut. Ich war auch mal so wie du. Habe die Dämonen getötet einfach weil ich nicht wollte dass Unschuldige sterben müssen! Als ob irgend jemand wirklich unschuldig wäre! Das ein oder andere hat doch jeder auf der Seele lasten!“

„Und du entscheidest darüber? Wem geholfen wird und wem nicht?“, fragte Jonas bitter.

„Du brauchst dich gar nicht so aufzuregen!“, antwortete Stefan. „Sieh es doch von der Seite, wenn ich gar nichts täte, also nicht für Geld kämpfen, dann würde keiner der Leute gerettet. Dann würden sie alle einem Dämonen zum Opfer fallen. So sind es wenigstens ein paar weniger! Und außerdem, Ärzte in Krankenhäusern, Polizisten, Feuerwehrleute und Krankenschwestern helfen den Menschen doch auch nicht deshalb weil sie nichts besseres mit ihrer Zeit anzufangen wüssten! Manch ein Arzt würde wahrscheinlich lieber am See sitzen und angeln oder auf die Kanaren fliegen statt in einem stickigen OP stehen und einen Bypass verlegen! Aber er macht es. Und warum? Weil er es so schön findet Menschen aufzuschneiden? Weil er helfen will? Das ist vielleicht am Anfang, wenn er sein Studium beginnt, noch der Grund. Genau wie für einen Polizisten der in seiner Jugend zu viele Folgen von Starsky und Hutch oder Cobra 11 gesehen hat. Am Anfang ist man voller Idealismus. Aber später....da muss vor allem das Geld stimmen! Und wer mehr davon hat wird besser behandelt. Das ist doch überall so.“

„Aber es ist nicht richtig!“, stellte Lucas fest. 

„Es ist nicht meine Aufgabe für Gerechtigkeit zu sorgen. Ich schwimme nur mit den anderen im Strom mit. Und ich will meinen Anteil haben!“, antwortete Stefan.

„Nicht alle Ärzte und Polizisten sind so,“ sagte Jonas aber Stefan winkte ab. „Hab ich auch alles mal geglaubt. Ich kann dir ja mal erzählen wie ich dazu gekommen bin Dämonen zu jagen! Ich war ein wenig so drauf wie dein kleiner Bruder!“

„Dann sag wie es war,“ forderte Jonas den anderen auf. Auf der einen Seite wirkte Stefan sehr herzlos. Und auf der anderen unsagbar verbittert trotz seiner spöttischen Art. 

„Nun, das ist jetzt schon einige Jahre her, genau genommen war es 1990. Ich war gerade fünfzehn geworden und ging zur Schule, genau genommen aufs Gymnasium. Ich hatte ein nettes Leben, nette Eltern, eine ältere Schwester und eine Oma die bei uns im Haus lebte. Alles perfekt. Dazu hatte ich halbwegs gute Noten und ich schwärme für Heike, ein Mädchen aus der Oberstufe das alles tat um mich zu ignorieren! Und ich hatte zwei gute Freunde! Der eine hieß Michael und der andere Dirk. Die waren so alt wie ich und gingen mit mir in eine Klasse. So harmonisch kennt ihr beiden das doch sicherlich auch, oder?“, berichtete Stefan, der aufgestanden war und sich einen Cognak eingeschenkt hatte. Er bot Jonas und Lucas auch einen an aber diese lehnten ab.

„Dann eben nicht,“ sagte Stefan und fuhr mit seiner Geschichte fort. „So blieb das natürlich nicht. Denn am Stadtrand gab es einen komischen Kauz. Jedenfalls dachten das alles. Er hauste da auf seinem Grundstück in einem sehr alten Haus und in seinem Garten stand, na, was glaubt ihr wohl?“

„Eine Statue,“ seufzte Jonas. „Was sonst sollte da stehen?“

„Richtig,“ lobte Stefan ihn und deutete ein Händeklatschen an. „Du hast die große Preisfrage gewonnen! Und natürlich war das nicht einfach nur eine Statue. Sondern eine Dämonenstatue. Ach ja, es hieß der Urgroßvater oder der Großvater von dem Urgroßvater oder jemand der noch früher lebte und ein Vorfahr war hätte diesen Dämon geschaffen. Die Statue stellte übrigens ein Wesen dar das in wenig an die Viecher aus dem Film Alien erinnerte. Grässliche Fratze, dazu aber Arme und Beine. Und der komische Kauz, er hieß übrigens ganz schlicht und ergreifend Meier, sollte angeblich auch ein böser Zauberer sein. So wie alle aus seiner Familie. Und es hieß dass er in seinem Haus, das man in der Gegend nur das Hexerhaus nannte, viele magische Dinge aufbewahren würde. Und es gäbe da Zauberbücher. Damit hat man mir als Kind jedenfalls immer Angst gemacht. Und die Statue sollte die Mitglieder dieser Hexerfamilie beschützen und von Zeit zu Zeit, nicht so dass es allzu viel Aufsehen erregte, fand man schon mal einen Toten bei uns im Viertel. Dann flüsterten sich die alten Leute zu dass der böse Geist der im Garten des Hexers stehen würde die geholt habe.

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!