Kapitel 115

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An diesem Abend lag Jonas noch lange wach. Er freute sich darüber dass er sich mit seinem Bruder wieder vertragen hatte und auch seine Oma und sein Vater schienen diese Entwicklung mit Erleichterung aufzunehmen.

Doch dafür belastete Jonas nun eine andere Sache. „Wer um alles in der Welt hat diese Statue an der Nordsee erledigt? Macht derjenige so was öfters? Oder was steckt dahinter? Und wenn auch andere Dämonen erledigen können, warum war es dann so wichtig dass ausgerechnet ich das Schwert bekomme und gegen den Dämon der St. Andreas Kirche kämpfe? Das hätte doch genau so gut jemand anderer machen können! Aber schon im Mittelalter musste es jemand mit meinem Muttermal sein! Simon. Ich weiß noch immer nicht wie die Verbindung zwischen ihm und mir ist! Handelt es sich um Wiedergeburt? Es ist alles so verworren! Warum konnte dieser Mönch Magnus der ihm das Schwert gab nicht jemand anderen suchen? Eine guten Kämpfer beispielsweise. Warum jemand der diese Muttermal hat und der erst noch alles lernen musste? Ich weiß es wirklich nicht....“



Am nächsten Montag bei der Arbeit traf Jonas auf Ingo als er die Küche betrat um sich seinen morgendlichen Kaffee zu holen. 
So schnell wie möglich verließ der Kollege den Raum und schloss kurz darauf geräuschvoll die Tür zu seinem Büro hinter sich.

Jonas sah ihm einen Augenblick nach und überlegte ihm zu folgen. Doch wollte Ingo nicht lieber in Ruhe gelassen werden?
„Bei allem Verständnis, lange sehe ich mir das nicht mehr an!“, murmelte Jonas und setzte sich an seinen eigenen Arbeitsplatz als sich plötzlich die Tür öffnete und zwei alte Bekannte von ihm herein kamen.

Unwillkürlich zuckte er zusammen während Ingo und auch Herr Cremer, sein Chef sich gemeinsam mit zwei Kolleginnen dazu gesellten.

Kommissar Brandt und Kommissar Klein, die beiden Polizeibeamten die ihn vor einiger Zeit mit aufs Revier genommen und dort verhört hatten, waren an seinen Schreibtisch getreten.
„Herr Schneider! Wir hätten da einige Fragen an Sie! Wo waren sie am Samstag Abend zwischen neun und elf Uhr Abends?“, erkundigte sich Kommissar Klein bei ihm.

„Warum fragen Sie das?“, fragte Jonas nervös. 

Was wollten die beiden schon wieder von ihm? Zu dieser Zeit war er mit seinem Vater, seinem Bruder und der Großmutter in seiner Heimatstadt in einem Restaurant gewesen.....

„Warum? Das wissen Sie doch ganz genau! Es wurden am alten Friedhof der zum alten Kloster außerhalb von Köln gehört zwei der Statuen die sich an der Außenmauer befinden beschädigt! Sie wurden regelrecht enthauptet! Und da stecken doch ganz bestimmt wieder Sie dahinter! Damals konnten wir Ihnen ja nichts nachweisen! Aber jetzt sind Sie dran!“, fuhr Kommissar Brandt ihn an.

„Das kann schon sein, Jonas macht so was öfters,“ murmelte Ingo so laut dass jeder ihn hören konnte und Jonas zuckte zusammen.

„Aber das ist doch Unsinn,“ mischte Herr Cremer sich ein. „Beim letzten Mal konnten Sie ihm auch nichts nachweisen! Müssen Sie jetzt jedes Mal wenn ein Betrunkener irgendwo einen Gartenzwerg kaputt macht hier auftauchen und meine Mitarbeiter bei der Arbeit stören?“

„Von einem Gartenzwerg kann ja wohl keine Rede sein! Es wurde außerdem ein dunkelhaariger Mann mit einem Schwert beobachtet!“, fuhr Kommissar Brandt Herrn Cremer an. 
Dieser wurde rot im Gesicht. „Sind Sie eigentlich blind? Schauen Sie sich doch mal die Haarfarbe von Herrn Schneider an! Dunkelblond! Und ganz bestimmt nicht braun oder schwarz!“

„Das konnte man in der Dunkelheit vielleicht nicht richtig erkennen,“ gab Ingo zu bedenken während Jonas ihn erschrocken ansah.

„Warum machst du das, Ingo? Bist du so wütend auf mich?“, dachte Jonas mit einem Anflug von Verzweiflung. Doch dann riss er sich zusammen.

„Ich war am Samstag von halb acht bis um halb elf mit meiner Familie Essen! Ich hatte letzte Woche Geburtstag und da habe ich sie eingeladen! Und außer meiner Familie haben ich im Lokal auch noch einen Nachbarn meines Vaters getroffen. Und die junge Frau die uns bedient hat kann sicherlich auch bestätigen dass ich da war. Sie ist nämlich über die Handtasche meiner Oma gestolpert und hätte sich gestoßen wenn ich sie nicht aufgefangen hätte! Sie sehen also, ich habe ein Alibi und kann die Gartenzwerge nicht kaputt gemacht haben!“, sagte Jonas und Kommissar Brandt sah ihn drohend an.

„Fangen Sie nicht an sich über uns lustig zu machen! Es waren Statuen! Statuen in Gestalt von Rittern mit Schwertern und keine Zwerge! Insgesamt gab es sechs von ihnen und zwei sind nun zerstört! Ich wüsste übrigens mal gerne wie Sie es geschafft haben die aus der Friedhofsmauer heraus zu brechen!“, sagte Kommissar Brandt unfreundlich und verließ schließlich mit einem wütenden: „Wir werden Ihr Alibi überprüfen“ den Raum während sich Herr Cremer kopfschüttelnd wieder in sein Büro begab. 
„Und so was am frühen Morgen ehe ich meinen Kaffee habe!“, sagte er und warf bevor er fort ging Ingo und Jonas einen warnenden Blick zu. „Stören Sie mit ihren Streiterein hier nicht das Betriebsklima! Bei so was kann ich sehr unangenehm werden!“

Jonas wollte sich von seinem Stuhl erheben und mit Ingo sprechen doch dieser sah ihn nur seltsam an. „Du bist mal wieder davon gekommen! DU hast halt immer Glück!“

Fast schon wütend begab sich Ingo an seinen Arbeitsplatz im Nebenraum, nicht ohne die Tür wieder lautstark zu schließen.



Am Abend stand zu Jonas Überraschung Lucas vor seiner Tür. „Was machst du denn hier?“, fragte Jonas erstaunt.
„Ich bin hier weil die Polizei heute bei Georg angerufen hat und wissen wollte ob wir gestern wirklich essen waren! Er wollte deshalb mit dir sprechen! Hat er dich erreicht?“, erkundigte sich Lucas mit belegter Stimme.

„Ja, hat er. Er rief mich in der Mittagspause an. Und hat sich sehr über die Polizei geärgert. Natürlich hat er ihnen gesagt dass wir am Samstag Essen waren! Aber ich fürchte immer wenn hier im Umkreis jetzt irgend etwas kaputt geht habe ich vor allem Kommissar Brandt am Hals. Ich weiß auch nicht, vielleicht ist es ja jetzt der Sinn seines Lebens mich zu verfolgen!“, beantwortete Jonas die Frage seines Bruders.

Lucas nickte. „Ich sag denen auch noch mal das wir essen waren wenn sie fragen. Aber es ging um seine Statue, nicht wahr? So genau ist der Polizist laut Georg wohl nicht damit heraus gerückt was er eigentlich wollte. Aber es kann doch nur so was sein, oder?“

„Es ging wirklich um eine Statue. Genau genommen um zwei. Zwei Ritter mit Schwertern die in die Friedhofsmauer am alten Kloster eingearbeitet worden sind. Und leider gibt es noch vier weitere davon......jemand hat die beiden als wir essen waren enthauptet.“, stellte Jonas fest. 

„Und die anderen vier sind auch Dämonen?“, fragte Lucas aufgeregt und er griff nach einem Beutel und zog seinen Dolch hervor. 
„Also wenn du da hin gehst, ich komme auf jeden Fall mit!“

Jonas sah Lucas zweifelnd an. „Ich weiß nicht.....irgend was ist an der Sache faul. Zum einen weiß ich nicht ob die übrigen vier auch Dämonen sind. Und wer die anderen beiden erledigt hat. Wenn alle Dämonen sind dann muss derjenige der sich mit ihnen angelegt hat entweder verrückt oder mutig sein. Oder beides!“

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!