Niall p.o.v

Ungläubig starrte ich das Mädchen an, das mich gar nicht zu bemerken schien. Sie standen eher abseits des Geschehens, ihr Kopf war an seiner Schulter angelehnt. Sie weinte nicht, starrte einfach nur ausdruckslos zu Danielles Grab. All meine Albträume spielten sich innerhalb eines Wimpernschlages vor mir ab. Die Gefühle die ich, mit dem Gedanken sie nie wieder zu sehen, abgeschaltet hatte krachten mit voller Wucht auf mich ein. Der Hass auf mich selbst den ich verspürt hatte, weil ich sie verraten hatte. Die unglaubliche Liebe zu ihr, die mir erst dann richtig klar geworden war, als ich sie bereits verloren hatte. Die Sorgen um sie, die mir den Schlaf raubten. Diese unglaubliche Angst sie ganz verloren zu haben, wenn ich träumte und ihren leblosen Körper am Boden liegen sah. Die Panik davor ihr nicht helfen zu können, wenn sie Hilfe brauchte. All das Schlug auf mich ein und doch fühlte es sich anders an als erwartet. Schmerzvoller als ich es mir je hätte ausmalen können.

In dem Moment als ich sie sah dachte ich, ich würde träumen. Doch die unerwartete Person die eine Hand um ihre Schulter gelegt hatte und Leona zärtlich streichelte holte mich zurück in die Realität. Als ich sie ansah machte sich das Gefühl von Einsamkeit in mir breit. Ich hatte akzeptiert sie verloren zu haben, hatte damit gerechnet sie wahrscheinlich nie wieder zu treffen. Sie jetzt aber hier zu sehen, die Hand verschlungen mit der eines anderen traf mich unerwartet hart. Die Leere die da gewesen war füllte sich gnadenlos und mit unglaublicher Gewalt mit allem. Trauer. Schmerz. Verlangen. Liebe. Hass. Sorge. Angst. Panik. Wut. In mir zerstörte ein Wirbelsturm aus Gefühlen alles leben was noch übrig geblieben war, als sie mich verlassen hatte.

Mein Griff um Perries und Louis Hand hatte sich, ohne das ich es selbst bemerkt hatte, verstärkt, sodass sie mich jetzt beide fragend ansahen. Ich lockerte ihn wieder und Perrie wand sich wieder dem Geschehen zu, während Louis aber meinen Blick folgte. Geschockt sah er wieder mich an und zog seine Augenbrauen zusammen. Die Frage „Wer ist das neben ihr?“ lag in seinen Augen woraufhin ich mit den Schultern zuckte, so tat als ob mich das alles nichts anginge und wieder zum Grab sah. Von außen könnte es so aussehen, als ob ich das, was da vor mir geschah gebannt betrachtete und trauerte, doch meine Gedanken waren woanders. Sie kreisten nur um das wunderschöne Mädchen, dessen Kopf an diesem Kerl lehnte. Obwohl ich ihn nicht kannte hasste ich ihn. Ich wusste nicht warum, nur das ich es tat.

Ich sah mich schon auf ihn zu gehen und ihn am Kragen packen.

„Wer zum Teufel bist du?“, hörte ich mich fragen und ihn mit durchdringenden Blick ansehen. Der Typ sah mich mit fragenden und gleichzeitig verwirrten Blick an, ehe er mich schweigend von sich weg drückte. Das brachte das Fass zum überlaufen und ich verpasste ihm eine. Seine Faust traf mein Auge. 

„Was willst du von ihr?“, brüllte ich und schubste ihn von mir weg. „Lass verdammt nochmal mein Mädchen in Ruhe!“ Ich schmiss mich gegen ihn und wir trafen gegen einen Baum wo wir aufeinander einschlugen. Erbarmungslos und mit einer Wut die ich zuvor noch nie gespürt hatte. Leona stand daneben und schrie wir sollen aufhören. Völlig aufgelöst und verzweifelt, was mich zum stoppen brachte. Ehe er mir einen heftigen Schlag in die Magenkuhle geben konnte wurde er von Harry und Zayn zurückgehalten. Wie angewurzelt stand ich da und sah nur sie an.

„Wer ist das?“, hörte ich mich schreiend auf den Kerl zeigend. „Wer zum Teufel ist das Leona?“ Sie schwieg und sah mich nur an. Aus ihren Augen lief eine Träne während sie fast unmerklich den Kopf schüttelte und mein Herz brach.

Der Sarg wurde langsam in den Boden gelassen und ich merkte das ich weinte. Meine Hand hatte sich verkrampft und zu einer Faust gebildet. Wut. Ich war so wütend. Doch diese Szene gerade fand nur in meinem Kopf statt. Sie geschah niemals. Ich merkte das die Zeremonie vorbei war, als sich die Leute zum gehen wandten. Louis klopfte mir mitfühlend auf die Schulter und zog mich leicht mit sich zum Wagen zurück. Schweigend folgte ich ihm.

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