Kapitel 114

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Am darauf folgenden Samstag, es herrschte schönstes Frühlingswetter, brachen Lisa und Gerrit zu einer Bergtour auf. Von seinem ersten selbst verdienten Geld in Frau Hubers Küche hatte Gerrit sich auf Lisas Anraten ein paar Bergschuhe gekauft und im geheimen war er dankbar für diesen Rat.

„Mit normalen Schuhen oder barfuß wäre das hier nicht so einfach gewesen mit diesem kleinen steinigen Pfad,“ dachte er und sah ins Tal hinab. Unterwegs waren sie auf einige Urlauber mit Rucksäcken begegnet die ebenfalls zu einer Berghütte in der sie zu Mittag essen wollten, unterwegs waren.

„Ich verweichliche wohl langsam, so einen Luxus wie Bergschuhe hätte ich mir früher nie gegönnt,“ seufzte Gerrit und lächelte als Lisa nach seiner Hand griff.

„Schau mal, man kann Raichelbach erkennen! Dort hinten müsste Frau Hubers Gasthof sein!“

„Ja, das sehe ich. So weit sind wir also gegangen?“, erkundigte sich Gerrit und erwiderte Lisas Händedruck. Sie legte einen Arm um ihn und drückte ihm einen Kuss auf die Wange. „Schaffst du es denn noch bis zur Almhütte? Das müsste von hier aus noch ungefähr eine Viertelstunde sein!“

„Das schaffe ich. Und bergab geht es nachher ja leichter,“ antwortete Gerrit obwohl er langsam wirklich ein wenig müde wurde. 

Zwar hatte er sich von seinen Strapazen der letzten Jahrhunderte und vor allem der letzten schlimmen Wochen in der Gewalt des Richters weitgehend erholt aber er bemerkte dass er schneller müde wurde als Lisa und darüber ärgerte er sich. Auch wenn sie ihm erklärt hatte dass sie an Bergtouren gewöhnt war und regelmäßig Sport trieb. 

„Ich will doch mit ihr mithalten. Sie will doch bestimmt keinen Freund haben auf den sie immer warten und Rücksicht nehmen muss,“ dachte Gerrit und entschlossen griff er nach ihrer Hand und zog sie hinter sich her den Berg hinauf in Richtung Berghütte.

Sie brauchten ein wenig länger als eine Viertelstunde aber dann saßen sie zufrieden vor der Almhütte im Sonnenschein und genehmigten sich eine Suppe und eine große Flasche Wasser.

„Hier ist es so schön ruhig,“ dachte Gerrit und sah zum blauen Himmel hinauf. Lisa folgte seinem Blick und lachte als sie Gerrits plötzlich erschrockenes Gesicht sah.

„Die fliegen....wie....?“, stammelte er und sie griff nach seiner Hand. „Das sind Drachenflieger! Und das was die anderen benutzen sind Gleitschirme! Das ist Sport und jetzt fängt die Saison wieder an. Die wird man in der Gegend demnächst öfters sehen! Und es sind keine wirklichen Drachen!“

„Das sehe ich auch. Aber dass es so was überhaupt gibt...“, murmelte Gerrit. 

Aber mit seiner nächsten Frage überraschte er Lisa. „Könnten wir so was auch irgendwann mal machen? Das macht bestimmt Spaß!“

Lisa nickte nach einigem Zögern. „Vielleicht! Ich denke hier in der Gegend werden wir bestimmt eine Gleitschirm- oder Drachenfliegerschule finden. Wenn wir es lernen dann auch richtig, mit einem Lehrer der Ahnung hat und so. Aber es könnte wirklich Spaß machen!“

Lisa war aber noch über etwas anderes überrascht. „Du hast gar keine Angst vor dieser Statue neben der Hütte!“

Gerrit sah zuerst die Statue und dann Lisa an. „Nein, warum sollte ich auch? Das ist eine Statue! Eine Statue von einem Mann mit einem Bart. Und kein Dämon! Sonst würde ich bestimmt nicht zur zwei Tische entfernt da sitzen und die Suppe essen! Ich schaff den Rest übrigens nicht mehr....“

„Schlag nicht wieder vor dass wir uns das einpacken lassen! Das ist Suppe, das geht nicht. Aber das Brot kannst du dir ja für unterwegs mitnehmen!“, schlug Lisa vor und grinste mit einem Mal. „Aber gut dass die Statue nur eine Statue ist. Denn wäre es nicht so dann würde es waschechten Bayern das Herz brechen. Die stellt nämlich König Ludwig dar. Den Lieblingskönig hier, der die ganzen schönen Schlösser gebaut hat!“

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!