Kapitel 112

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Fast zwei Wochen war Ingo der Arbeit fern geblieben aber an einem Dienstag morgen saß er wieder an seinem Arbeitsplatz als Jonas das Büro betrat. Erfreut, aber trotzdem vorsichtig näherte er sich Ingo den er in den vergangenen Tagen mehrfach versucht hatte telefonisch zu erreichen. Aber nur der Anrufbeantworter war angesprungen und Jonas hatte nur beim ersten Mal eine Nachricht hinterlassen da er davon ausging dass Ingo ihn nicht sprechen wollte.

Doch nun lies es sich nicht mehr vermeiden, schließlich mussten sie weiterhin zusammen arbeiten.

„Ingo?“, fragte Jonas unsicher und näherte sich dem Arbeitsplatz des Kollegen. Dieser griff gerade nach einem Aktenordner und ließ ihn vor Schreck fallen als er Jonas Stimme hörte.

„Ich tue dir doch nichts! Kein Grund alles fallen zu lassen,“ sagte Jonas und bückte sich um den Ordner aufzuheben.

„Ich mach das selber,“ fuhr Ingo ihn unfreundlich an um anschließend ein Stück von ihm abzurücken.

„Ingo, kannst du mir eigentlich sagen was mit dir los ist? Ist es noch immer wegen dieser Sache mit den beiden Mönchen? Weil einer von ihnen dich angegriffen hat? Das wollte ich nicht und ich habe dir auch so schnell wie möglich geholfen. Es tut mir leid wenn es nicht schneller ging....“, sagte Jonas leise aber Ingo schüttelte den Kopf.

„Ich will nicht mit dir darüber reden. Ich glaube wir gehen uns ab jetzt besser aus dem Weg. Weißt du, das war schlimm für mich. Dieser Dämon hätte mir fast die Seele aus dem Leib gerissen. Weißt du eigentlich wie sich so was anfühlt? Wahrscheinlich nicht. Und du bist im Moment der Letzte den ich sehen will! Du hast immer mit diesen Statuen zu tun. Und wenn ich dich sehe muss ich an diesen Mönch und die anderen Dämonen denken! Du gehörst doch zu ihnen, wenn du auch kein Dämon bist!“, fuhr Ingo ihn an und starrte anschließend demonstrativ auf den Bildschirm seines Computers.

Bestürzt sah Jonas ihn an. Ingo wollte also nichts mehr mit ihm zu tun haben da er ihn immer an dieses grässliche Erlebnis erinnerte? 

„Ich werde nachher mit Herrn Cremer sprechen. Ich will einen anderen Arbeitsplatz, einen in einem anderen Raum! Da können wir uns besser aus dem Weg gehen!“, teilte Ingo Jonas mit der zu seinem eigenen Schreibtisch schlich.

„Ich sagte doch schon dass es mir leid tut....“, stammelte Jonas leise und setzte sich an seinen eigenen Schreibtisch aber Ingo tat den Rest des Vormittages sein Bestes um ihn zu ignorieren und noch vor dem Mittagessen hatte er sich in einem anderen Raum einen Schreibtisch ergattert und trug seine Aktenordner, seinen Computer und andere Dinge die er benötigte hinüber.

Julia saß im Krankenhaus an Sebastians Bett. Sie hatte eine Weile mit sich selbst gerungen, war aber dann zu dem Entschluss gelangt ihn zu besuchen.

Mit blassem Gesicht und blutunterlaufenden Augen sah Sebastian sie an. „Die wollen mich tatsächlich zu den Verrückten stecken. Hier geben die mir auch schon die ganze Zeit so ein Zeug wovon es mir ganz anders wird. Aber das eine sage ich dir, in die Klapse gehe ich ganz bestimmt nicht. Ich habe denen jetzt erzählt dass ich nicht an Dämonenstatuen glaube und nur zu viel getrunken hatte.....was soll ich denn machen? Aber da bin ich vielleicht wenigstens sicher vor den Dingern. Meine Knarre hat mein Vater an sich genommen.“

„Du musst dein Leben irgendwie wieder auf die Reihe kriegen! Das müssen wir alle....“, sagte Julia leise und verabschiedete sich kurz darauf von Sebastian. 

Ihrem Ex-Freund konnte sie nicht helfen. Doch dann kam ihr eine Idee. „Seine Mutter sagte seine Wohnung würde aussehen wie ein Saustall. Wenn er wieder ein normales Leben führen soll dann sollte man da vielleicht anfangen. Ich gehe zu ihm und räume ein wenig auf. So schlimm wird es schon nicht sein!“

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!