Der Morgen danach danach

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Als ich am nächsten Morgen meine Augen öffnete, war Erik bereits wach und betrachtete mich mit einem verschmitzten Lächeln. Genau dieses Lächeln ließ mein müdes Herz sofort schneller schlagen und ich konnte nicht anders als zurückzulächeln.

"Morgen", brachte ich heraus, während ich damit beschäftigt war, ein Gähnen zu unterdrücken. „Guten Morgen“ gab er noch zurück, bevor er die Bettdecke zurückschlug und im Begriff war, aufzustehen. „Du hast ja immer noch das Gleiche an wie gestern Abend“, bemerkte ich überrascht. Musste ziemlich unbequem beim Schlafen gewesen sein. „Ja“, er blickte mir wieder in die Augen, „ich wollte dich nicht aufwecken“. „Das ist aber nett von dir“, das war es wirklich. Mehr konnte ich dazu auch nicht sagen.

Schließlich stand ich nun ebenfalls auf, wusste aber nicht, was ich als nächstes tun sollte. Also wartete ich ab und beobachtete Erik, der ratlos vor seinem Schrank aus dunklem Holz stand. „Ach scheiß drauf, jetzt kann ich die Sachen auch gleich anlassen“, entschied er sich und öffnete die Tür ins Wohnzimmer, wobei er nochmal einen Blick nach hinten warf: „Du hast Glück, ich hab sogar halbwegs frische Brötchen da“.

Wenig später saßen wir uns am Küchentisch gegenüber und ich biss herzhaft von meinem Brötchen mit Nutella, während ich mir Gedanken zu machen begann: „Was soll ich jetzt machen?“, fragte ich mehr mich selbst als Erik, „Ich glaube kaum, dass ich wieder zurück in die WG ziehen kann“.

„Wenn du möchtest, kannst du natürlich noch ein paar Tage hier bleiben“, gab Erik hilfsbereit zurück, dem seine gute Laune gar angeheftet zu sein schien. „Nein, nein, ich will dir nicht noch mehr Umstände machen“, wehrte ich sofort ab, was Erik sogleich mit den Worten: „Du machst mir doch  keine Umstände!“, quittierte. Diese Alternative wollte ich aber nicht so recht annehmen. Egal, was er sagte, ich fiel so ungern Leuten zur Last.

Da kam mir eine Idee und ich zog wortlos mein Handy aus der Hosentasche und schrieb Markus:

„Ist Dominik gerade zuhause? Wenn nicht, komm ich vorbei und hol mir ein paar Sachen“

Wenig später erhielt ich die Antwort:

„Ja, er ist gerade da. Er wird wohl erst heute Abend zum Sport aus dem Haus gehen. Aber ich kann dir dann schreiben“

„Ja, mach das. Wäre sehr hilfreich“, nachdem ich diese Worte getippt hatte, legte ich das Handy wieder beiseite.

„Heute Abend wird Dominik außer Haus sein, da werde ich wohl mal vorbeischauen. Mir ein paar Sachen holen und mit Markus reden. Danach werde ich weiter entscheiden“, eröffnete ich Erik schließlich meinen Plan. 

Die Reise ins UnbekannteLies diese Geschichte KOSTENLOS!