~Kapitel 8 - Blut~

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In dem Moment hatte ich nur ein Wort im Kopf. Blut. Ich konnte es nicht glauben, dass Sam's Diät Smoothie in Wirklichkeit Blut war. Ich merkte wie sich mein Magen zusammen zog und gleichzeitig das Gefühl hatte mich zu übergeben zu müssen. Mit zittriger Hand griff ich nach einem Glas und fühlte sie mit Wasser, die ich ohne weiteres mit einem großen Schluck runterschluckte, damit der Nachgeschmack des Blutes verschwand. Ich legte eine Hand auf mein Magen und hoffte, dass endlich diese Übelkeit verschwand. ,, Lynn hast du vielleicht mein...Lynn?! ", hörte ich Sam besorgt rufen, während sie auf mich zu kam und mich am Arm leicht festhielt.

,, Lynn, ist alles okay? ", fragte sie diesmal und führte mich eines der Stühlen, worauf ich platz nahm. Ich nickte ganz leicht und versuchte mich zu beruhigen.

Sam trinkt Blut...

Als ich kurz auf sah und einen kurzen Blick auf Sam wagte, konnte ich sehen, wie sie auf das Glas mit der dunkelroten Flüssigkeit, die ich so ebend gekostet hatte, starrte und ihre freie Hand zur Faust ballte, während sie dann wieder ihre Blicke auf mich richtete. ,, Geht's wieder? ", fragte sie etwas hart. ,, Ja. Mir geht's gut. Mach dir keine Sorgen. ", versuchte ich glaubwürdig rüber zu kommen und hoffte dass Sam nicht gemerkt hatte, das ich hinter ihren Rücken ihr Smoothie probiert hatte, die sich später als Blut herausgestellt hatte. Wenn ich noch daran dachte, dass ich so eben Blut getrunken hatte, machte die Sache mit meinem Magen grad nicht besser. ,, Was ist eigentlich passiert? ", unterbrach Sam meine Gedanken und sah mich irritierend an.

,, Mir...mir war kurz übel geworden. Mehr ist es nicht gewesen. ", sagte ich grob und vermeidete jeglichen Blickkontakt mit Sam, da ich ein schlechtes Gefühl hatte, ihr Smoothie probiert zu haben. So als hätte ich etwas illegales getan.

Sam trinkt Blut...

Ich erstarrte wieder als mir diese Gedanke wie ein Blitzschlag auf den Kopf traf und mich wieder in die Realität zurückholte. Ich schluckte schwer. Was sollte ich jetzt tun? Sam die ganze Sache beichten und sie zur Rede stellen, warum sie Blut trank? Oder sollte ich lieber diese Sachen schnell vergessen und so tun, als wäre dies nie geschehen? Würde ich es überhaupt schaffen, dieses Ereignis zu ignorieren und mein Leben einfach so leben, wie davor? Konnte ich es denn?

Sam trinkt Blut...

Ich schüttelte leicht den Kopf, um diese Gedanken ab zu schütteln und daran gar nicht mehr zu denken. Ich musste hier weg, da mir Sam's Nähe grad gar nicht gut tat.

,, Ehhh...ich gehe lieber in mein Zimmer und lege mich kurz hin. ", begann ich zu sagen und sah wie Sam langsam nickte. Ohne weiteres verließ ich die Küche und maschierte direkt in mein Zimmer, in der Hoffnung diese ganze Sache verdauen zu können.

**

Es gab nichts schöneres als ein gemütliches, warmes Bad zu nehmen und alle Sorgen und Probleme zu vergessen. Ich schloss meine Augen und genoss diesen Moment. Der Geruch von mein lieblings Duschschaum, der nach himmlischer Orchideen roch und das Bad damit umhüllte, ließ meine Gelenke entspannen. Alles was ich bis jetzt als Problem sah, waren auf einer Sekunde wie weggeblasen und ließ an dieser Stelle Freiheit und gute Laune zurück. Ich war glücklich. Sehr glücklich sogar.

Als ich kurz meine Augen öffnete nur um einen Schluck von mein Smoothie zu nehmen, sah ich wie plötzlich das Wasser rötlich wurde. Ich verstand nicht, was gerade geschah, doch das warme Wasser wurde urplötzlich so kalt, dass es mir meine Glieder erfrieren ließ. Ich merkte ebenfalls, dass das Wasser nun nicht ganz so flüssig war, wie Wasser eigentlich sein musste, sondern diesmal war die rötliche Flüssigkeit dickflüssig geworden und verfärbte sich diesmal zu dunkelrot, während der Geruch von Orchideen durch metalisch und kupfrig ersetzt wurde. Mein Magen zog sich so heftig zusammen, sodass ich kurz davor war mich zu übergeben.

Blut, hörte ich eine Stimme sagen und schon fing ich an laut zu schreien.

Keuchend erwachte ich ruckartig aus meinem Alptraum und merkte wie die Schweißperlen von meiner Stirn runterliefen. Mein Atem ging stoßweise und mein Herz klpofte mir die Ohren voll.

,, Es war nur ein Traum...", flüsterte ich mir zu und als ich mich etwas beruhig hatte, legte ich mich wieder zurück ins Bett und schlief dann irgendwann wieder ein.

,, Bald findet wieder die jährliche Karneval der Kulturen in Berlin statt. Wie wärs sollen wir dieses Jahr alle zusammen dahin gehen? Es sollen auch live Konzerte geben.", sagte Lenny, während wir am Tisch saßen und frühstückten. ,, Karneval? Ist das dein ernst Lenny? ", fragte Ramiel gekränkt und biss auf sein Sandwich zu. ,, Ja, warum nicht? Ich weiß, dass es richtig voll wird, doch live Konzerte und Alkohol! Halloo? Was will man mehr? ", gab Lenny von sich und verdrückte schon sein zweites Brötchen.

Ramiel seufzte. ,, Das bekommt man auch in den Discos. Lass uns lieber dahin gehen. Ich habe echt keine Lust auf so ein Karneval scheiß!" ,, Ach stimmt ja! Unser Herr Ramiel mag so eine Kinderkake gar nicht, sondern vergnügt sich auf die 21. Jahrhundert Art und Weiße. Hmm...wie nennt man das noch Mal...? Ach ja! Partys. Man du kannst echt einem die Laune verderben. ", sagte Lenny genervt und schüttelte leicht den Kopf. Ramiel grinste schief. ,, Na klar doch! Du kennst mich doch. Wo Partys, Alkohol, Spaß und schöne Weiber sind, da kannst du mich immer finden." , Ramiel zwinkerte Lenny zu.

,, Ihr seit unfassbar Jungs. Wie kleine Kinder. ", gab Sam seufzend von sich und trank wieder aus ihrem Smoothie oder sollte ich lieber Blut sagen. Ich hielt mein Magen fest, da es langsam bei dem Wort Blut wieder eine Achterbahn fahrt machte.

,, Lynn? ", hörte ich Ramiel sagen und ließ meine Blicke in seine Richtung wandern.

,, Hmm? " ,, Geht es dir gut? Du hast weder dein Müsli gerührt, noch was gesagt. Fehlt dir was? ", besorgt sah mich Ramiel forschend an und ich sah von der Seite, wie Sam ihre Miene verzog. ,, Ja. Bin okay. ", sagte ich kurz und knapp, nahm mein Müsli Teller in die Hand, stand auf und ging zum Waschbecken, während sich die drei gegenseitig seltsame Blicke austauschten. Als ich mein Müsli Teller abwaschen und nebenbei das Geflüstern der Dreien ignorieren versuchte, rutschte mir plötzlich das Teller aus der Hand und zerbrach in mehrere Teile auf dem Boden.

Stille.

,, Verdammt", fluchte ich leise und war grad dabei die Bruchstücke zu sammeln, bis ich mir mein Finger mit eines der Scherben verletzte. ,, Verdammt", fluchte ich wieder, diesmal etwas lauter und sah wie aus meiner Wunde Blut raustropfte. Genau in der Sekunde passierten zwei Dinge gleichzeitig.

1. Ein lautes, animalisches Knurren ertönte in der Küche.

2. Der Tisch krachte laut auf dem Boden und das einzige was mein Blick noch aufnehmen konnte, war Sam's tödliches Gesicht und die langen, spitzen Zähne, die aus ihrem Mund rausdrang, während sie auf mich stürzte.

Die Nacht der UnsterblichenLies diese Geschichte KOSTENLOS!