Titel deiner Story

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Lichtpunkte tänzelten vor meinen Augen und ich spürte einen dumpfen Schmerz durch meine Glieder pumpen. Das Licht wurde immer heller und bereitete mir mittlerweile schon richtige Schmerzen. Stöhnend wollte ich meine Augen mit meiner Hand schützen, doch ich konnte sie nicht bewegen. Erschreckt blinzelte ich und die Taubheit wich aus meinem Körper. Ich lag auf die Seite gedreht in meinem Bett und blickte direkt in Phaglonas schlafendes Gesicht. Ein bitterer Geschmack breitete sich in meinem Mund aus, als Bruchstücke meiner Erinnerung von gestern sich in mein Gehirn brannten:

Ich und Phaglona, in einer Abstellkammer.

Ich und Phaglona, wie wir und küssten.

Ich, wie ich durch ein Maisfeld lief.

Ich, wie ich von einem Dämon angegriffen wurde.

Phaglona, wie er den Dämon in die Flucht schlug.

Nachdenklich betrachtete ich sein wunderschönes, Engelsgesicht und dachte an die Momente, die ich in seinen Armen verbracht hatte.

Er lag mit dem Gesicht zu mir, sein einer Flügel war „eingeklappt“, der andere wandte sich wie ein Kokon um uns beide. Zögerlich streckte ich die Hand aus und berührte eine Feder. Sie war weich, seidig und rein. Ich konnte meinen Blick nicht von den glänzenden Federn abwenden. Sie waren so schön, sanft, geschmeidig, elegant und och gleichzeitig schnell, animalisch und tödlich. Ganz anders als mein plumper Körper. Seufzend ließ ich die Hand sinken, sah wieder in Phaglonas Gesicht und schrie vor Schreck leise auf, als mich zwei grüne Augen schelmisch musterten.

„Ich…Ich dachte du schläfst.“ Er lachte kehlig und verneinte: „Nein, Engel schlafen nicht.“

„Nie?“

„Nein. Und wir essen oder trinken auch nicht.“

„Krass.“

Er setzte sich schmunzelnd auf und ich wollte es ihm gleich tun, blieb jedoch mitten in der Bewegung stocken, weil mich ein Kopfschmerz von gigantischer Stärke befiel. Ich ließ mich wieder in die Kissen sinken und ah in Phaglonas besorgtes Gesicht: „Alles in Ordnung mit dir? Ich habe dir zwar etwas von dem Engelssirup gegeben, doch vielleicht-“

„Nein, nein mir geht’s gut. Es ist nur…“

„Ja?“

Ich kniff die Augen und die Zähne zusammen.

„Ich hab’nen Mordskater!“

Phaglona lachte laut auf und ich warf verärgert ein Kissen nach ihm. Dann fragte ich: „Das gestern…was mich angegriffen hat…war das ein Dämon?“

Sofort verdüsterte sich sein Gesicht und er nickte: „Ja. Genauer gesagt war es ein Gestaltenwandler-Dämon. Du kennst ihn. Es war Killer.“

„KILLER?“

„Ja.“

„Oh Gott, ich bin so blöd. So dumm, so unfassbar 360 Grad Abwehr. Das ist Alles meine Schuld. Hätte ich nicht so viel getrunken, hätte ich nie diese Bedingung gestellt. Dann hättest du sie nicht erfüllt und ich wäre nicht herausgerannt. Dann wäre das Alles nicht passiert.“

„Nein. Es ist meine Schuld. Ich hätte dir sofort nachlaufen sollen. Doch dann kam Killer auf mich zu und belegte mich mit einem Bann, so, dass ich mich nicht bewegen konnte. Es gelang mir erst nach ein paar Minuten, den Bann abzustreifen. Ein paar Minuten zu viel.“

„Aber du hast Killer doch getötet, oder?“

„Nein. Ich war noch zu geschwächt von ihrem  Zauber. Ich habe sie vertrieben aber sie wird zurückkommen. Moment mal, wie heißt Killer in Wirklichkeit?“

Der Gefallene UnsterblicheLies diese Geschichte KOSTENLOS!