Kapitel 8

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«Wo soll es denn hin gehen?» frage ich Derek, als wir aus der Höhle hinaustreten. «Wir müssen den Strand entlang laufen, bis wir auf eine alte Hütte stoßen.» Ich nicke und setze mich in Bewegung. «Mal angenommen ich glaube dir diese Geschichte mit dem ganzen Hexenkram. Warum bist du dir sicher, dass ich eine bin?» «Die Rutherfords, also die Familie deiner Mutter, ist einer der ältesten Hexenfamilie die es gibt.» «Ja aber das muss ja noch lange nicht heisen, dass ich eine bin.» «Stimmt, jedoch erkenne ich eine Hexe wenn sie vor mir steht.» erklärt er mit einem Grinsen im Gesicht. «Und auserdem, selbst wenn du keine bist, hast du immer noch die Runen auf deinem Rücken.» «Du hast vorhin etwas von auserwählt geredet. Was meintest du damit?» Nach kurzem Zögern sagt er schließlich: «Eben diese Runen bedeuten auserwählt.» Mit hochgezogener Braue schaue ich ihn an: «Auserwählt wofür?» «Das wird dir Amara erklären.» «Wer?» «Sie ist auch eine Hexe und wird dir sicherlich helfen können.»

Den restlichen Weg lassen wir schweigend hinter uns. Als wir vor der Holzhütte stehen, klopft Derek an die Tür, die von einer älteren Dame geöffnet wird. «Da bist du ja Derek. Ich habe mich schon gefragt wann du mich mal wieder besuchen kommst.» «Hallo Amara.» begrüßt Derek sie mit einem Lächeln. Als Derek zur Seite tritt, beeugt die alte Frau, Amara, mich interresiert. «Ist sie das?» fragt sie «Ja. Zunindest nehme ich das an.» «Na dann kommt rein in die gute Stube.» Amara geht wieder ins Haus und wir folgen ihr. Als wir im Haus sind, befindtet sich die Küche zu meiner Rechten und ihr Wohnzimmer gerade aus, wo ich zwei Gestalten erkennen kann. «Da seid ihr ja!» ruft die kleinere der beiden und springt auf. Jetzt erst erkenne ich, dass das Arri ist. «Arri? Was machst du denn hier?» «Derek hat mich gerufen.» grinst sie. Ich schaue zur zweiten Person auf dem Sofa und sehe Mike. «Was macht ihr hier? Also jetzt verstehe ich gar nichts mehr!» beschwere ich mich. Arri kommt auf mich zu gelaufen und legt mir ihren Arm um die Schulter. «Süße, das wirst du schon noch. Aber setz dich doch erst ein mal.» Ich setze mich Mike gegenüber in den Sessel und warte darauf, wie es jetzt weiter geht. Erwartungsvoll schaue ich zu Derek, der sich neben mich auf den Boden gesetzt hat. «Keine Sorge, Laura. Amara wird dir alles erklären.» versucht er mich zu beruhigen. Wie auf Kommando kommt Amara aus dem Keller und nimmt zu meiner linken Platz. «Soso. Du bist also unsere Auserwählte.» beginnt sie. «Ich habe keine Ahnung, was Sie damit meinen. Tut mir leid.» «Ach, das ist doch nicht deine Schuld. Wie viel hat dir Derek bereits erzählt?» fragt mich Amara. «Nunja. Er hat gemeint, dass ich eine Hexe bin und noch irgendetwas mit auserwählt. Aber das kann doch nicht die Wahrheit sein, oder?» frage ich sie hoffnungsvoll. Bedrückt schaut mich die alte Frau an «Leider dich, Laura. Du bist die Auserwählte. Und so wie es scheint, gleichzeitig auch eine Hexe.» «Aber...» «Keine Sorge, ich werde dir alles der Reihe nach erkkären. Die Rutherfords sind schon seit einer geraumen Zeit Hexen. Deine Mutter war die letzte lebende dieses Geschlechts. Es war nämlich nicht bekannt, dass sie eine Tochter hat, da sie es mit aller Gewalt geheim halten wollte.» «Warum?» «Tamina wurde ihr ganzes Leben lang ausgebildet, eine Hexe zu sein und das wollte sie dir nicht antun. Aber sie war sich der Gefahr nicht bewusst. Sie wusste nicht, dass du die Auserwählte bist.» Auf meine Reaktion wartend schauen mich alke an. «Okay.» bringe ich nur raus. Dass auch eine fremde davon anfängt verwirrt mich total. «Ja Süße, ich weis dass das alles viel ist, aber jetzt kennst du immerhin die Wahrheit.» sagt Arri und kniet sich vor mich auf den Boden. Ich schaue zu ihr hinunter. « Und was hast du damit zu tun? Und Mike?» «Alles zu seiner Zeit, Laura.» mischt dich Amara ein. «Wollen wir dann?» schlägt sie vor. «Ähm, wohin?» «Mit runter in den Keller. Ich möchte dir gerne ein bisschen was zeigen.» Zögernd schaue ich in die Runde. Arri lächelt mich an, Mike nickt mir aufmunternd zu und Derek schaut mich einfach nur an. Mit großer Mühe reiße ich den Blick von ihm und stehe auf. «Gut.» Amara wartet bereits an der Kellertreppe und ich laufe auf sie zu. Sie geht die Treppen hinunter, sodass ich hinter ihr her laufe. «Hast du Kampferfahrung?» fragt sie mich direkt. «Ja. Meine Mum hat mir einige Techniken beigebracht. Aber wofür brauche ich das, wenn ich doch hexen kann?» «Schätzchen, es kann nie schaden, eine gute Kampfausbildung zu haben, da es vorkommen kann, dass deine Kräfte behindert werden.» «Aha.» «Kannst du mit Waffen umgehen?» «Ich habe immer mit dem Bogen meiner Mum geübt.» «Bist du gut?» Darüber muss ich erst mal nachdenken. Beim üben verfehle ich mein Ziel zwar nie, aber wer weis wie es im echten Leben aussieht? «Geht so.» «Das werden wir sehen.» Amara stößt eine schwere Tür auf und wir treten in den Raum. «Wow!» rutscht es mir raus, als ich die ganzen Waffen sehe, die an der Wand hängen. «Das hier ist der Raum für das Kampftraining.» erklärt Amara. «Und der hier» sie öffnet eine weitere Tür «ist der Raum, in dem wir deine Fähigkeiten testen. «Wer ist wir?» frage ich sie verwirrt, da ich nur sie sehen kann. «Amara und ich.» ertönt es hinter mir. Es gibt nur eine Person, die infrage kommt. «Derek.» Ich drehe mich um und blicke direkt in sein Gesicht. «Wieso du? Bist du auch ein Hexer?» «Nein, aber ich habe genug Erfahrung, um Amara zuhelfen. Fangen wir an?» Amara nickt und schiebt mich in die Mitte des Raums. «Also Laura. Der Anfang wird sehr... nunja sagen wir mal schwierig werden.» Verwirrt schaue ich sie an «Was meinen Sie damit?» Statt mir zu antworten grinst sie nur und fährt vort: «Um deine Kräfte zu entfalten, musst du dich entspannen und in dir danach suchen.» «Wonach!» «Nach deiner Kraft.» Ich nicke, weis aber nicht woe ich das anstellen soll. «Dann leg mal los.» Ich schließe meine Augen und atme ein paar mal tief ein und wieder aus. Dabei merke ich, wie uch mich entspanne. «Das machst du bis jetzt gut, Laura.» ermutigt mich Amara. «Und jetzt suche!» Als ich suche, sehe ich lediglich einen dunklen, schwarzen Tunnel. Ich versuche mit aller Gewalt vorran zukommen, taumle aber bei den Versuch zurück und falle in Dereks Arme. Er hält mich fest und ich mache keine Anstalten, mich aus seiner Umarmung zu befreien. «Nicht mit Gewalt Laura. So erreichst du gar nichts.» Ich nicke und löse mich aus Dereks Armen und versuche es gleich nochmal. Wieder sehe ich den dunklen Tunnel. Aber diesmal lasse ich mich treiben, bis ich ein helles, fast weißes Licht sehe. Gerade will ich danach greifen, als ich zu Boden sinke und das Bewusstsein verliere.

Ich wache anscheinend kurz danach wieder auf, da Derek sich besorgt über nich beugt und meinen Kopf in seinen Schoß legt. «Das war zu viel des Guten, Amara.» Ich lasse meine Augen geschlossen, weil ich glaube, dass dieses Gespräch noch ziemlich interessant werden kann. «Nein! Wenn sie wirklich lernen will, ihre Kräfte zu kontrollieren, dann muss sie das hier durchziehen.» Derek scheint mit dieser Antwort nicht zufrieden zu sein. «Sie weis doch nicht einmal, wozu sie in der Lage ist. Ihre Kräfte sind dich gerade erst dabei, sich zu entwickeln. Wenn sie 18 wird, werden wir genaueres erfahren.» «Das dauert noch zwei Jahre! Wir müssen sie vorbereiten. Und auserdem habe ich sie gespürt, noch bevor ich euch gesehen habe, das heist, dass sie in Gefahr ist.» «Noch vor wenigen Tagen war sie ahnungslos. Und uch wünschte, das wäre sie immer noch.» Als Derek dies sagt, höre ich tiefe Trauer in seiner Stimme. Das verwundert mich, da ich nicht gedacht hätte, dass ich ihm irgendetwas bedeuten würde. «Derek» fährt Amara jetzt etwas sanfter vort «ich kann verstehen, dass das alles sehr schwer für dich sein mag, aber da musst du jetzt durch. Du kennst du Wahrheit. Sie nicht.» «Wir können es aber nicht riskieren!» schreit er schon fast. «Am besten besprechen wir das wann anders.» Mit diesen Worten beendet Amara das Gespräch und ich tue so, als käme ich erst jetzt wieder zu mir. Blinzelnd schlage ich die Augen auf und blicke direkt in Dereks Gesicht, der meinen Kopf von sich schiebt und ich mich aufsetze. «Für heute soll es genug sein. Lass uns wieder hoch gehen.» schlägt Amara vor und macht Anstalten zu gehen, aber ich sage: «Nein! Ich möchte es weiter versuchen!» Lächelnd erwidert die alte Frau: «Heute nicht mehr. Morgen ist ein neuer Tag mit neuen Chancen.» Damit geht sie die Treppen hoch und ich will ihr gerade folgen, als Derek mich an meinem Handgelenk fest hält. «Laura warte.» Ich drehe mich zu ihm um. Fragend schaue ich ihn an. «Was gibt's?» «Du musst das nicht tun.» «Was tun?» «Na all das hier!» Noch gestern warst du ein ganz gewöhiches Mädchen und heute weist du von Hexen und all dem Zeug!» «Glaub mir, Derek. Ich war noch nie normal. Ich habe mich immer gefühlt, als würde ich fehl am Platz sein. Nur selten ging mir nicht so. Und weist du, wann das war? Immer dann, wenn uch mit meiner Mum trainiert habe. Egal ob mit Pfeil oder Bogen, Kampftechniken oder Reiten. Und behaupte jetzt nicht, dass das einfach meine Hobbys sind. Denn das sind sie nicht. Ich lebe für die Jagd, Derek! Es gab nie etwas, was mir mehr Spaß gemacht hat, als das hier. Als ja. Ich will das hier tun!» «Wenn es so ist, kann ich dich nicht davon abhalten.» Ich nicke und laufe die Treppen hinauf.

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