Lucas nickte und machte sich auf den Weg.

Jonas wandte sich an seinen Vater. „Und ihr beiden werdet wirklich miteinander auskommen in der neuen Wohnung?“

„Ja, ich hoffe schon! Wir haben einiges nachholen. Ich habe mich zu lange gar nicht um Lucas gekümmert und um dich leider auch nicht! Heute tut mir das wirklich leid. Aber ich habe an meine Ehe gedacht und die falschen Prioritäten gesetzt,“,antwortet Georg traurig.

„Dann ist es endgültig, ich meine eure Trennung? Tut mir leid!“, sagte Jonas leise.

„Muss es nicht! Ich hätte schon vor Jahren gehen sollen! Wir haben doch nur noch den schönen Schein gewahrt. Vielleicht hätte ich das Sorgerecht für dich bekommen und Lucas häufiger gesehen. Ihr wärt zusammen aufgewachsen und Oma hätte auch etwas von ihrem zweiten Enkel gehabt als er klein war. Diese Zeit habe ich auch ganz versäumt. Ich weiß nicht einmal wie Lucas als Baby aussah! Aber den Bogen überspannt hat Hedwig als sie dir diese Schlaftabletten gegeben hat! Da habe ich rot gesehen und es hat gereicht. Ich weiß noch nicht ob ich die Scheidung einreichen werde. Immerhin hängen auch finanzielle Dinge an unserer Ehe. Unser Haus zum Beispiel. Aber zurück kehren werde ich nicht zu ihr!“, sagte Georg mit Nachdruck.

Dann erkundigte er sich nach etwas anderem. „Sag einmal, warum interessierst du dich eigentlich so sehr dafür wo der Direktor hin gegangen sein könnte? Möchtest du ihn doch noch anzeigen?“

Jonas zögerte einen Augenblick mit seiner Antwort. „Ich glaube er ist verrückt und sehr gefährlich! Ich wüsste einfach gerne dass er wirklich weg ist und nicht eines Tages hier auftaucht!“

„Das kann ich verstehen! Aber nach all den Anzeigen und Beschwerden wird er bestimmt nicht zurück kehren,“ vermutete Georg.

Georg und sein Sohn verließen das Schulgebäude und traten auf den Schulhof hinaus. „Ich glaube es wird langsam Frühling,“ seufzte Georg. „Zeit für einen Neuanfang!“

„Ja, für einen Neuanfang ohne Statuen, zumindestens hier,“ dachte Jonas. 

Jedes Mal wenn er an die Dämonen und den Direktor dachte bildete sich ein ungutes Gefühl in seiner Magengrube. 

„Ich wüsste gerne wo sie hin gegangen sind! Und sicherlich stiften sie weiterhin Unheil! Aber alle Nachforschungen waren umsonst! Sogar bei der Schulbehörde habe ich unter einem falschen Vorwand schon angerufen! Die wissen auch nichts! Und eine Bekannte von Britta beim Einwohnermeldeamt konnte auch nichts in Erfahrung bringen! Er ist wie vom Erdboden verschluckt! Genau so wie Gerrit! Seinetwegen habe ich noch ein viel schlechteres Gefühl! Ich habe selbst noch mal die Gegend um Raichelbach abgesucht aber niemand hat ihn gesehen. Ob der Direktor und seine Diener doch etwas mit Gerrits Verschwinden zu tun haben? Irgendwie hängt er doch mit ihnen zusammen auch wenn er selbst und wir das nicht wahrhaben wollen! Aber woher hätte Engelmann wissen sollen wo Gerrit ist?

Wenn es einen Zusammenhang mit dem jeweiligen Verschwinden von ihnen gibt dann ist Gerrit genau so unauffindbar wie die anderen....“

„Jonas Schneider?“, hörten Georg und Jonas auf einmal eine Stimme hinter sich.

„Frau Igel, schön Sie zu sehen!“, begrüßte Jonas seine ehemalige Mathelehrerin.

„Ja, ich freue mich auch! Und auch darüber dass Lucas wieder am Unterricht teilnehmen wird. Aber was sagst du denn dazu dass diese hässlichen Figuren dort drüben weg sind? Die haben mir richtig Angst gemacht obwohl es irgendwie immer weniger wurden!“, sagte Frau Igel lächelnd.

„Gut dass sie weg sind! Sie haben mir auch nicht gefallen! Ich habe sie gesehen.....beim Klassentreffen kurz vor Weihnachten!“, antwortete Jonas schnell.

„Ja, das Klassentreffen! Das war wirklich sehr schön! Diana Gärtner, deine ehemalige Mitschülerin, hat ein paar hübsche Fotos gemacht und mir geschickt! Auf einem warst du zusammen mit Britta und Julia zu sehen! Dafür hat sich sogar Herr Engelmann interessiert und sich nach dir erkundigt! Er wollte wissen ob du mit Julia befreundet bist! Richtig aufdringlich wurde er als er mich ausgefragt hat! Ich wusste gar nicht das du den Verrückt, ähm unseren ehemaligen Direktor kennst!“, sagte Frau Igel.

„Ich kenne ihn auch nur flüchtig!“, antwortete Jonas. Doch was hatte Frau Igel da gerade gesagt? Engelmann hatte ein Foto gesehen auf dem er und Julia zu sehen waren? Hatte er da irgend welche Zusammenhänge hergestellt? Und Julia arbeitete in der Schule auch wenn sie im Augenblick krank geschrieben war....

„Ich muss dann mal los, meine Schüler haben Sehnsucht nach Algebra,“ verabschiedete sich Frau Igel.

„Jonas, du bist ein wenig blass! Geht es dir nicht gut?“, erkundigte sich Georg besorgt. 

Jonas schüttelte den Kopf. „Nein, es ist alles in Ordnung! Ich muss nachher nur noch jemanden besuchen!“, antwortete er und fügte in Gedanken hinzu: „Julia und ich sollten uns einmal unterhalten!“

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