Was wir verlieren, kommt am Ende immer zu uns zurück

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Marry P.o.V.

Kurz darauf verabschieden wir uns vom Professor und begeben uns in Richtung der großen Halle. Heute findet das große Abschlussfestmahl statt, bevor es morgen für zwei Monate nach Hause geht. Grinsend beobachte ich, wie unser Hausmeister mit mürrischem Blick die Bilder wieder an die Wände hängt und nach und nach auch dessen Bewohner zurück kehren. Im ersten Stock laufen wir Luna über den Weg, welche alle paar Meter Zettel an die Wände heftet. "Warum bist du nicht auf dem Fest?", frage ich Luna lächelnd. Dieses Mädchen hat manchmal die lustigsten Ideen. "Ich suche all meine Sachen! Offenbar muss sie irgendjemand versteckt haben." - "Das ist furchtbar!", sagt Harry gerunzelter Stirn. "Ach das ist doch nur Spaß. Aber da heute der letzte Tag ist, muss ich sehen, dass ich sie wieder kriege....", sie hängt einen weiteren Zettel auf. Ich finde es bemerkenswert wie naiv, verträumt und unschuldig Luna manchmal ist. "Vielleicht können wir dir ja dabei helfen!", biete ich ihr an. Allerdings schüttelt sie nur lächelnd den Kopf.

"Tut mir leid wegen deines Paten, Harry!", sie greift tröstend nach der Hand meines Bruders und drückt sie aufmunternd. Man merkt, dass Luna vertraut mit dem Thema Tod in der Familie ist. Durch das ganz mit ihrer Mutter hat auch sie es nicht leicht.

Harry ist kurz ruhig, lenkt dann aber vom Thema ab: "Soll wir dir wirklich nicht suchen helfen?" Ich muss unbedingt darauf achten, dass Harry das Ganze nicht in sich rein frisst. Er muss ja nicht unbedingt mit mir drüber reden, aber mit irgendwem sollte es schon tun. "Nicht nötig... und wisst ihr, Mum hat immer gesagt, was wir verlieren, kommt am Ende immer zu uns zurück. Wenn auch oft nicht so, wie wir es erwarten.....", der letzte Satz bezieht sich wohl auf die rot weißen Sneaker, welche von einem Hacken am nächsten Steinbogen herunter baumeln. Ich grinse belustigt. Lunas Familie scheint schon etwas eigenartig zu sein. Aber ich will nicht prahlen, meine verbliebene Familie hat definitiv einen gewaltigen Schaden! "Ich gehe jetzt glaube ich etwas Pudding essen...", sie lächelt uns nochmal an und hoppst dann fort in Richtung große Halle... und Pudding.

Harry und ich tauschen einen Blick und zucken beide mit den Schultern. Anschließend folgen wir ihr zu einem vorläufig letzten Abendmahl mit unseren Freunden. Es ist Interessant wie gut die Weisheit von Lunas Mutter auf Harry und mich passt. Wir haben uns verloren und doch wieder gefunden! Ich kann euch gar nicht sagen, wie glücklich ich darüber bin!

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Himmel, das ist einfach letzte Kapitel, den Epilog ausgenommen! Krass, wie die Zeit vergeht, was?

LG
Rubin137

Die Zwillinge und der Orden des PhönixWo Geschichten leben. Entdecke jetzt