Die Folterfeder

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Harry P.o.V.

Genervt atmete ich aus, ehe ich schließlich doch klopfte. "Ja, bitte?", kam es von drinnen. Ich betrat zögerlich den Raum und wäre am liebsten wieder schreiend davon gelaufen. Dieses Büro war der pure Horror, überall Pink und Katzen! Ich glaubte, ich würde von nun an auf ewig ein Katzentrauma mit mir herum tragen müssen!

"Guten Abend, Mister Potter! Nehmen sie doch Platz! Hier her!", ich schloss noch etwas benommen von diesem... Raum, die Tür und setzte mich auf den mir zugewiesenen Platz. "Sie werden heute ein paar Zeilen für mich schreiben, Mister Potter.", drauf und dran daraufhin meine Feder und Tinte auszupacken, unterbrach sie mich schon in meinem Tun. "Nein, nicht mit ihrer eigenen Feder! Sie werden eine ganz spezielle benutzen! Eine von meinen!", misstrauisch beobachtete ich, wie sie sich erhob und eben genannte Feder auf das schon bereit gelegte Blatt legte.

"Also... Ich möchte, dass sie schreiben: Ich soll keine Lügen erzählen!" - "Aha. Und wie oft?", fragte ich mit einem wohl wenig Begeisterung enthaltenden Ton und einem schiefen Blick über die Schulter, da sie hinter mir stand. "Naja, so lange wie es dauert, die Botschaft zu verinnerlichen." - "Ich habe aber keine Tinte.", nur mit Mühe konnte ich den spöttischen Unterton unterdrücken. "Oh, sie brauchen keine Tinte!", verwirrt begann ich zu schreiben und tatsächlich schien diese Feder ohne Tinte zu funktionieren.

Während ich den Satz das erste Mal geschrieben hatte, begann plötzlich mein Handrücken seltsam zu brennen. Ich versuchte es zu ignorieren und bewegte meine Linke etwas, in der Hoffnung es würde aufhören. Doch je weiter ich schrieb desto schmerzhafter und stechender wurde es. Nur mühevoll gelang es mir langsam die Buchstaben aneinander zu reihen. Geschockt sah ich auf meine Hand, wo sich nach und nach rote Linien abzeichneten. Verkrampft beobachte ich wie sich der eben geschriebene Satz Stück für Stück in meine Hand einritzte, als würde es jemand mit einem Messer tun. Die Schmerzen waren zwar aushaltbar, aber trotz alledem schlimm! Wie sollte ich das nur meiner Schwester erklären?! So wie ich sie kenne, würde sie ausflippen!

Umbridge trat vor mich und sah wissend auf mich runter. "Na?", fragte sie gespielt besorgt. Ich biss meine Zähne zusammen, um den Schmerz und die Wut runter zu schlucken. Als würde ich ihr jetzt Schwäche zeigen! "Es ist nichts.", presste ich hervor. "Ganz Recht! Im Ernst, sie wissen doch auch, tief in ihrem Inneren, dass sie es verdient haben bestraft zu werden! Stimmts, Mister Potter?", was ging denn mit dieser gruseligen Kuh schief?! Erst bei der Anhörung, dann heute im Unterricht und jetzt das hier! Irgendwas stimmte mit dieser.... dieser.... Irgendetwas stimmte mit ihr auf jeden Fall ganz und gar nicht! "Machen sie weiter!", forderte sie schließlich.


Niemands P.o.V.

Harry betrat den Griffindorgemeinschaftsraum und lies sich auf eines der Sofas fallen. Die Weasley-Zwillinge waren dabei ihre neuen Erfindungen zu verticken und Ron und Hermine wie so oft mal wieder am Streiten.

"Nasch und Schwänzleckereien! Süßkram, von dem du krank wirst! Aus dem Unterricht gehen, wann immer du Lust hast! Mach aus einer Stunde voller Langeweile einen Tag voller Spaß!"

"Du sollst mir ja nicht alles aufschreiben...." - "Oh bitte..." - "Aber ich muss noch so viel für diese blöden ZAG-Prüfungen lernen!" - "Die Einleitung kann ich dir schreiben und den Schluss." - "Hermine, du bist echt wunderbar! Du bist die Beste von allen!", grinsend schüttelte Harry den Kopf über Hermines gutes Herz und Ron, diesen Spinner.

"Sollte ich je wieder unhöflich zu dir sein...." - "Dann weiß ich, du bist wieder normal!", unterbrach Hermine ihn grinsend und platzierte sich mit Ron jeweils links und rechts von dem jungen Potter. Jedoch blätterte er trotzdem einfach weiter in seinem Lehrbuch über magische Geschöpfe.

Die Zwillinge und der Orden des PhönixWhere stories live. Discover now