„Das ist aber nicht so! Bitte sag ihm das! Es ist vieles schlecht gelaufen während der Schulzeit! Aber das tut uns heute leid und wir halten mittlerweile viel von ihm! Er hat so viel geleistet in der letzten Zeit, wahrscheinlich mehr als jemand von uns jemals hinbekommen wird! Und wir möchten Jonas wirklich gerne helfen!“, sagte Julia ernst.

„Gut, ich hoffe er wird mir das glauben! Sobald sein Arzt in Raichelbach es ihm erlaubt will er ein paar Übungen mit seinem Schwert machen! Immerhin hat er hart trainiert und das was er sich im Training aufgebaut hat müsste zumindestens noch da sein auch wenn alles Übernatürliche oder was auch immer weg ist!“, antwortete Jessica.

Julia parkte kurz darauf vor Sebastians Wohnung und sah ihn Arm in Arm mit einer hübschen jungen blonden Frau heraus kommen.

„Wer ist das? Das darf doch nicht wahr sein!“, dachte sie erschrocken als die junge Frau ihm einen Kuss auf die Wange gab und in ein Auto stieg. Sie fuhr davon und Sebastian winkte ihr nach.

„Ich habe es immer gewusst,“ dachte sie und brach in Tränen aus. „Er betrügt mich! Ich hätte damit rechnen müssen!“

Am liebsten wäre sie zu ihm hin gelaufen und hätte ihn zur Rede gestellt jedoch diese Blöße wollte sie sich nicht geben. Vor allem wollte sie jetzt allein sein und niemanden sehen.

Ziellos begann sie durch die Gegend zu fahren. Draußen dämmerte es bereits jedoch das war ihr gleichgültig. 

„Wer war dieses Weib bloß? Irgendwie kam sie mir bekannt vor! Habe ich sie schon mal in der Disko getroffen?“, dachte Julia und wischte sich die Tränen fort.

Julia fuhr weiter. Allmählich beruhigte sie sich ein wenig jedoch nach Hause zurück kehren wollte sie nicht. Ihr kam ein Gedanke wohin sie fahren konnte. 

„Ich werde mir das Haus von diesem Walther noch einmal ansehen! Diese Überreste in der Eifel! Schließlich sind in der Nähe auch Gerrits Geschwister und gewissermaßen er selbst begraben! Das hätten wir schon längst tun sollen! Ich bin mir sicher es handelt sich bei dem Richter der da die Gegend unsicher gemacht hat um denselben der uns jetzt das Leben schwer macht! Dieser Walther konnte sich doch irgendwie gegen seine Statuen zur Wehr setzten!“

Eine Stunde später stoppte Julia ihren Wagen in der einsamen Gegend die sie beim letzten Mal noch gemeinsam mit ihren Freunden erforscht hatte. 

„Sebastian war dabei,“ dachte sie traurig. „Er hat meine Hand gehalten als wir zu diesem verfallenen Haus gegangen sind!“

Jedoch nun würde sie diesen Weg allein gehen müssen. Sie holte sich eine Taschenlampe aus dem Kofferraum. Für Fälle wie diesen sorgte sie mittlerweile ein wenig vor. Es konnte niemals schaden solche Gegenstände dabei zu haben, schließlich konnte man immer mal auf Dämonen oder dergleichen stoßen.....

„Dann kann ich wenigstens sehen wer genau mich angreift und meine Seele stiehlt,“ dachte sie bitter.

Doch ihre Seele fühlte sich momentan an als sei jemand darauf herum getrampelt. „Ein Dämon hätte nicht viel Freude daran! Wahrscheinlich bekäme er Depressionen!“

Beim Gedanken an einen depressiven Dämon musste sie fast schon wieder lächeln. 

Mittlerweile hatte sie das alte Haus erreicht und sie fluchte als es leicht zu regnen begann. „Mist, auch das noch,“ dachte sie wütend und betrat das Haus. Wenigstens war es hier trocken.

Sie betrat einen halbwegs erhaltenen Raum. Bereits beim letzten Mal hatten sie sich diesen angesehen jedoch damals ohne Hintergedanken.

Ein alter gemauerter Kamin der ebenfalls schon halb verfallen war befand sich an der Wand. „Ich wüsste zu gerne wie das früher alles einmal hier ausgesehen hat! Damals, als das Haus noch bewohnt war und ein Feuer im Kamin brannte! Meine Oma meinte einmal dass es im Haus ihres Großvaters väterlicherseits auch einen Kamin gab und dass er dort in einem Geheimfach eines Tages alte Liebesbriefe seiner Großtante aus dem Jahr 1828 fand!“

Aber an Liebesbriefe wollte Julia jetzt wirklich nicht denken. So etwas würde sie von Sebastian ganz bestimmt niemals bekommen! 

„Die kann er dieser blonden Tussi schreiben aber bestimmt betrügt er die auch bald,“ schluchzte sie und setzte sich auf den kalten Boden. Sie fühlte sich unglücklich wie lange nicht mehr in ihrem Leben.

„Mein Chef ist ein uralter Richter mit einem Gottkomplex und zwei dämonischen Dienern, der einzige der etwas gegen diese unternehmen könnte ist verletzt und vielleicht für immer kampfunfähig! In der Welt gibt es einen ganzen Haufen dieser Dämonen die nur auf Leute wie mich warten und zu allem Übel geht auch noch mein Freund fremd! Schlimmer kann es bald wirklich nicht mehr kommen!“, dachte sie und zog ein Taschentuch heraus.

Es war mittlerweile bereits vollständig dunkel geworden und Julia saß nur noch im Schein ihrer Taschenlampe da. 

„Ich sollte jetzt nach Hause fahren und mich von meiner Mama trösten lassen! Oder Britta anrufen und ihr die Ohren voll jammern!“, dachte sie mit einem Anflug von Galgenhumor.

Jedoch vorher kam ihr noch ein Gedanke. „Meine Oma sagte mal dass zur Zeit ihres Opas viele Leute einen Kamin als Versteck nutzten! Machen legten da ihren Familienschmuck hin! Und mein Ururopa, ich hoffe ich habe kein Ur vergessen, fand da immerhin die Liebesbriefe! Vielleicht hat dieser Walther ja auch etwas in seinem Kamin versteckt!“

Sie näherte sich mit ihrer Taschenlampe dem Kamin und kam sich dumm vor. „Wenn er was da versteckt hat dann ist es bestimmt nicht mehr dort! Walther ist seit Jahrhunderten tot und nach ihm werden auch  noch Leute hier gelebt haben,“ dachte sie und wollte es sich schon anders überlegen, aber wenn sie schon einmal hier war.....

Julia stellte sich in den Kamin. Es war dort eng und unbequem. Außerdem fürchtete sie dass ihr Steine auf den Kopf fallen könnten.

„So fühlt sich also der Weihnachtsmann andauernd,“ dachte sie kichernd und leuchtete die Wände ab.

Auf einmal stutze sie. Ein Stein war, sie konnte es trotz des Schmutzes von Jahrhunderten erkennen, anders geformt als die anderen. 

Julia fasste nach diesem Stein und drückte leicht daran. Er fiel herab und verfehlte nur knapp ihren Fuß.

„So ein Mist,“ fluchte sie und fasst in die entstandene Öffnung.

„Hoffentlich habe ich nicht gleich eine Ratte an der Hand,“ dachte Julia und ihre Finger umschlossen plötzlich ein Stück Leder.

Vorsichtig zog sie es heraus und sah, dass sie ein dünnes, in altes Leder gebundenes Buch in der Hand hielt.

Sie steckte es in ihre Jackentasche und fasste noch einmal in die Öffnung. Jedoch dieses Mal fand sie leider nichts mehr.

„Das Buch ist alles was da lag,“ dachte sie und kroch aus dem Kamin heraus.

Sie betrachtete ihren Fund im Schein der Taschenlampe und schlug die erste Seite auf.

„Walther, Magier und Dämonenkundiger,“ stand dort. 

Ihr lief es eiskalt den Rücken herunter. „Das sollte ich unbedingt mitnehmen,“ dachte Julia.

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!