Das Traumlabyrinth - Teil 1

38 1 0
                                                  

„Haltet sie auf!"

Ich brauchte nicht über die Schulter zu sehen, um zu wissen, wer hinter mir herjagte. Männer und Frauen in weißer Kleidung. So weiß wie der Gang, durch den ich rannte. So weiß wie das Zimmer, in dem ich zu mir gekommen war. So weiß wie alles hier.

„Schneller! Wir müssen sie kriegen!"

Ich wusste nicht einmal, wie ich hier gelandet war. Ich erinnerte mich daran, bei mir zuhause auf der Couch gesessen zu haben. An ein Klingeln an der Haustür. An den Fremden in weißer Kleidung, der hereinkam. Wie er wisperte, es sei zu meinem Besten, als ich ihm die Hand gab. Und an das Pieksen an meinem Hals. Dann nur noch Dunkelheit.

„Schaltet den verdammten Alarm ein! Der Neuzugang ist entkommen! Und schickt jemanden zu Luke, sie hat ihn niedergeschlagen!"

Der Mann, dem ich eine verpasst hatte, hieß also Luke. Dank ihm war ich entkommen. Doch auch irgendwie nicht. Die Gänge hier waren endlos. Sie sahen alle gleich aus. Stetig diese weißen Türen, hinter denen sich bestimmt ebenso weiße Räume verbargen. Ich gehörte hier nicht hin – wo auch immer ich war. Ich musste weg.

„Schnappt sie endlich! Sie ist schon viel zu weit gekommen!"

Ich rannte eine Frau mit einem silbernen Wägelchen um. Hinter mir klirrte etwas auf dem Boden. Ich musste es bis zu der Kurve da vorne schaffen. Ich musste hier raus.

„Bis hierher und nicht weiter!"

Hinter der Biegung prallte ich gegen etwas. Gegen jemanden. Ich sah nur weiß. Dann wieder dieses Pieksen. Und wieder Dunkelheit.

Das TraumlabyrinthWhere stories live. Discover now