Kapitel 1 ~ Erwachen

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Kapitel 1 – Erwachen

 Meine Augen waren geschlossen, dennoch konnte ich warme Sonnenstrahlen hinter meinen Augenlidern wahrnehmen. Jemand redete leise vor sich hin. Nein, jemand sang. Es war eine weibliche Stimme, doch ich erkannte sie nicht. Ich versuchte, meine Augen zu öffnen. Jedoch fühlten sich meine Lider schwer wie Blei an. Ich musste mich sehr anstrengen bis ich sie öffnen konnte und blinzelte mehrfach, da meine Augen sofort brannten. Ich hob meinen linken Arm und rieb über meine Augen, um das Brennen zu unterdrücken.

„Oh…“ schrie plötzlich jemand neben mir erschrocken.

Meine Augen zuckten verwirrt hin und her bis ich ein Mädchen, ca. 18 – 20 Jahre, neben meinem Bett entdeckte, das soeben einen neuen Beutel mit einer farblosen Lösung an einen Metallständer hängte, dessen Schlauch in meinem Arm mündete.

„Du bist ja wach!“ hauchte das Mädchen erstaunt.

> Wieso sollte ich schlafen?<

Doch dann sah ich mich im Raum genauer um. Alles war so anders, so fremd.

„Wo… wo bin ich?“ wollte ich mit meiner rauen brüchigen Stimme wissen.

„In einem Krankenhaus.“

„Was ist passiert?“

Das Mädchen setzte sich zu mir auf die Bettkante, tätschelte meine Hand und erzählte:

„Du bist in eine Art Tiefschlaf gefallen und hast 50 Jahre geschlafen.“

Ich ruckte hoch:

„50 Jahre?“ keuchte ich geschockt.

„Ja, 50 Jahre. Wir dachten nicht, dass du irgendwann noch einmal erwachen würdest. Dennoch sollten wir alles in unserer Macht stehende tun.“

„50 Jahre…“ hauchte ich leise und wollte diese Zahl erst einmal sacken lassen. Doch dann fiel mir etwas anderes auf:

„Wer … Wer bezahlt das alles hier für mich? Wieso hat mich keiner geweckt? Wo sind meine Eltern, meine Freunde und Geschwister?“

„Ich sollte jemanden holen gehen…“

Das Mädchen stand auf und wollte gehen, doch ich hielt sie am Arm fest und bat:

„Geh noch nicht. Bitte!“

Sie gab nach und kam einen Schritt zurück an mein Bett.

Ich sah sie neugierig an und wollte wissen, was passiert war.

„Ich hätte nie gedacht, dass du irgendwann doch noch die Augen aufschlägst. Das hatte keiner von uns. Du hattest bei uns den Spitznamen >Schneewittchen< bekommen wegen deiner langen schwarzen Haare und deiner so bleichen Haut.“

„Schneewittchen?“ Ich musste grinsen. Ja, dieser Name passte irgendwie zu mir. Allerdings bedeutet das, dass auch nach über 50 Jahren die Märchen aus meiner Kindheit noch bekannt sind.

„Amanda ist mein richtiger Name.“ grinste ich sie an.

„Hi Amanda. Ich bin Leela.“

„Oh… diesen Namen habe ich noch nie zuvor gehört.“

„Es wird sicherlich einiges geben, was du noch nicht kennen wirst.“

Ich nickte leicht und räusperte mich.

Schneewittchen erwacht...Where stories live. Discover now