„Lucas, ich glaube, das war vielleicht alles ein bisschen....zu viel für dich, erst der Tod von deiner Mutter und dann der Umzug zu deinem Vater, ich glaube, die Beerdigung heute war auch sehr schwer für dich. Vielleicht hast du das ja geträumt und denkst jetzt, das wäre so gewesen, aber es gibt keine lebendigen Statuen!“, sagte Meike und sah ihn an als sei er kurz davor, den Verstand zu verlieren.

„Ich glaube auch, du bildest dir da etwas ein! Wir haben diese unheimlichen Sachen gelesen und dann ist deine Mutter plötzlich gestorben. Ich hab mal gehört, dass Leute dann an irgend welche übersinnlichen Dinge oder an Verschwörungen glauben, einfach weil sie es nicht wahrhaben wollen, dass jemand einfach so stirbt!“, stellte Sabrina fest.

„Ihr glaubt mir also nicht,“ stellte Lucas fest. 

Eigentlich hätte er doch damit rechnen müssen. Würde im umgekehrten Fall einer von ihnen ihm mit so einer Geschichte kommen, dann hätte er es bis vor wenigen Tagen auch  noch nicht geglaubt.

„Du steigerst dich da in etwas hinein! Es wird so sein, wie Sabrina gesagt hat. Du hast die Sachen von meinem Opa gesehen und jetzt denkst du, dass so eine Statue deine Mutter umgebracht hätte. Aber das ist Blödsinn! So etwas gibt es gar nicht. Zum Glück nicht! Aber wenn es dich beruhigt, dann sehen wir uns diese Statuen noch einmal zusammen ganz genau an, wenn die Schule wieder anfängt. Dann siehst du, dass die zwar hässlich und unheimlich, aber nicht irgendwie unnormal sind!“, schlug Andy vor, erhob sich und verließ das Zimmer.

Kurz darauf kehrte er mit einem der Ordner seiner Schwester zurück. 

„Hier schreibt mein Großvater selber, dass er sich nicht sicher sei, ob alles der Wahrheit entsprechen würde. Aber er würde davon ausgehen. Der Arme hat sich auch in die Sache herein gesteigert und er hat genügend Stoff für einen Fantasy-Roman zusammen bekommen, aber als einen solchen sollte man es auch betrachten! Außerdem, wie soll eine Statue vom Schulhof zu eurer alten Wohnung kommen? Das sind doch über zwei Kilometer quer durch die ganze Stadt! Das wäre, auch wenn es später Abend war, doch irgend jemanden aufgefallen!“

„Es ist ja auch jemandem aufgefallen, nämlich mir, und die anderen, die die Statue vielleicht gesehen haben, halten wahrscheinlich den Mund, weil sie nicht wollen, dass man sie für verrückt hält, so wie ihr mich!“, sagte Lucas und griff nach dem Ordner.

„Außerdem ist das ein Dämon, der kann sich vielleicht unauffällig bewegen.

„Willst du dir das wirklich antun und darin lesen?“, fragte Sabrina besorgt. „Ich glaube, das wäre im Moment nicht so gut für dich!“

„Ja, das möchte ich. Vor allem will ich wissen, wie man die Dinger erledigen kann,“ antwortete Lucas.

Mit einem Mal hatte sich seine Angst in Wut gewandelt. Hatte nicht jemand vor kurzem die Statue über der Kirche zerstört? Dann war es sicherlich möglich, auch etwas gegen die Henker zu unternehmen.

„Das reicht jetzt,“ sagte Andreas und nahm seinem Freund den Aktenordner wieder aus der Hand.

„Bitte versuch nicht mehr so viel daran zu denken! Wir verraten auch keinem weiter, was du uns gerade gesagt hast! Stell dir doch mal vor, Mirko, seine blöde Tussi und die anderen bekommen das mit! Dann können wir uns gar nicht mehr zur Schule trauen und der neue Direktor regt sich bestimmt auch auf, wenn wir was schlechtes über seine geliebten Statuen sagen!“

„Der hat meine Mutter gefeuert, bevor sie gestorben ist. Vielleicht hat er ja was damit zu tun!“, vermutet Lucas. 

Die Statuen gehörten ihm, vielleicht hatte er sie geschickt, um sie zu töten!

„Nun steigere dich doch bitte nicht in so was rein! Du musst damit aufhören, Lucas!“, forderte Sabrina ihn auf.

„Stell dir nur einmal vor, die falschen Leute hören, was du so erzählst! Es gibt keine Dämonenstatuen!“

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