48. Kontrolle

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Der kleine, nennen wir es mal Vorfall, im Abstellraum mit Tim war nun auch wieder eine Woche her und irgendwer muss das wohl den Typen erzählt haben, denn sie terrorisierten Stegi nun auch mit Nachrichten in denen sie ihm schlimme Dinge androhten. Seine Mütze hatte er übrigens auch nicht von Tim wiederbekommen. Stegi hatte mittlerweile ziemlich Angst auch nur aus seinem Zimmer zu kommen. Er fühlte sich permanent beobachtet und konnte absolut niemandem davon erzählen. Außerdem hatte er im Internet eine eventuelle Antwort auf das Problem mit Tim und seinem Vater gefunden. Im Internet stand oft etwas davon, dass Kinder im Krankenhaus vertauscht wurden. Das war zwar äußerst selten der Fall, aber es konnte vorkommen. Oft werden die meisten Fälle aufgeklärt, aber manchmal kann es eben sein, dass die Eltern eben das falsche Kind mitnehmen.
Wenn dem so sein sollte, müssten Stegis jetzige Eltern ihn adoptieren und bei Tim wäre es genauso, da sie ja nicht die leiblichen Eltern der Kinder waren.

Seufzend vergrub Stegi am nächsten Morgen den Kopf im Kopfkissen. Er wollte nicht zur Schule. Er wollte sich nicht noch mehr als eh schon beobachtet fühlen, aber es nützte nun mal nichts. Seine Mutter würde ihn wohl kaum zuhause lassen. Er ächzte und schleppte sich ins Bad, wo er seine tägliche Morgenroutine erledigte.
Angezogen und mit Augenringe so groß wie Wagenreifen schlürfte er die Milch aus der Schüssel, wo vorher noch Müsli drin war. "Stegi? Ist alles okay mit dir?" Er schreckte hoch bei der Stimme seines Vaters. "Natürlich! Mir ging's nie besser!", rief er erschrocken und räumte sein Geschirr weg. "Na dann... Viel Spaß in der Schule?", murmelte Pablo verwirrt und sah seinem ältesten Sohn nach, der gerade durch die Tür in den Flur gehuscht war. Stegi schlüpfte in Schuhe und Jacke, schwang sich seinen Rucksack auf die Schultern und setzte sich seine Mütze auf. Die Kopfhörer hatte er wie immer um den Hals. "Ich bin weg!" Und bevor jemand ihm geantwortet hatte, war er schon aus der Tür gehuscht. Zehn Minuten früher als sonst immer Tim kommt um ihn abzuholen, aber Stegi durfte nichts riskieren. Egal wie egoistisch das klang, aber auf einen gebrochenen Arm konnte er gut und gerne verzichten. Er setzte sich die Kopfhörer auf und drehte Trailerpark voll auf.
Im Kopf mitsingend lief er zur Schule und fühlte sich dabei verdammt einsam und schlecht. Er hatte Tim nicht mal gesagt, dass er ihn heute nicht abzuholen brauchte. Um genau zu sein hatte er Tim nichts mehr gesagt seit letzte Woche im Abstellraum. Aber der redete ja auch ständig in den Pausen mit Melissa. Ja, man sollte mal nicht meinen, Stegi würde nichts mitbekommen, denn das tat er sehr wohl. Der Keller hatte schließlich so ein kleines Fenster, wo er genau zu der Gruppe der beliebten schauen konnte und dort sah er Melissa immer mit Tim reden. Er lachte manchmal und Stegis Herz schlug dann einen Ticken schneller. Allerdings schmerzte es auch, da er nicht derjenige war, wegen dem Tim lachte.

Als er endlich im Unterricht saß und verträumt in seinem Heft mit sich selbst Tick Tack Toe spielte, was wohl ziemlich armselig aussah, denn normalerweise hätte Tobi ja mit ihm gespielt, aber auch von dem hatte er sich plötzlich distanziert, wurde ihm bewusst wie sehr ihn diese Leute unter Kontrolle hatten.

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Hallo meine Früchtchen^^

Eine Leserin hat mich unter dem letzten Kapitel gefragt, was sie denn für eine Frucht wäre und dann hab ich mir gedacht, dass ihr mir mal schreiben könnt was ihr für eine Frucht währt. Sie wäre übrigens eine Apfel und ich eine Mango. :D

Übrigens nur noch zwei Kaps bis... Tja, das dürft ihr auch raten. >:)

Bis denn meine Früchtchen<3
~Maddi

»Vertauschte Leben« Stexpert Lies diese Geschichte KOSTENLOS!