48.Kapitel |:IN EINEM BETT:|

5.3K 420 147

Lied: Stanfour - Take Me Or Leave Me

Nachdem wir noch einige Stunden über Gott und die Welt gesprochen haben, wandert mein Blick nach draußen. Es dämmert bereits und Scott meldet sich nun schon zum fünften mal bei mir. Leicht genervt greife nach meinem Handy und lese mir die Nachricht durch.

Wie lange bleibst du noch? Das Essen ist fast fertig und ich kann dich auch gerne abholen.
P.S.: Ich weiß, dass du nicht mehr bei Tyren bist. -19:44 Uhr

Kaum hörbar seufze ich und richte mich dann auf. ,,Tut mir leid, aber ich muss jetzt echt gehen", sage ich zögerlich. Luke sieht mich dabei schweigend an, auf seinem Gesicht ein merkwürdiger Ausdruck. ,,Was?", frage ich nervös und streiche mir eine Haarsträhne hinter mein Ohr.

,,Du kannst auch gerne hier schlafen. Ich bringe dich dann morgen nach Hause."

Mein Herz macht einen Satz. Ich und bei Luke schlafen? Das ist vermutlich die schlechteste Idee, die es gibt. Sofort schießt mir das ganze Blut in den Kopf. Einerseits würde ich das Angebot gerne annehmen, andererseits plagt mich mein Gewissen. Luke kennt zwar mein Geheimnis, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass der Psycho wohlmöglich schon weiß wo ich bin.

Ich werde früher oder später von hier fort müssen und je näher ich Luke an mich heran lasse, desto mehr wird es am Ende wehtun.
Unsicher starre ich an die Decke, während er sich aufrichtet und auf mich zukommt. ,,Es würde mich beruhigen, wenn du heute Nacht bei mir wärst. Du kannst auch gerne das Bett haben", sagt er mit einem schwachen Lächeln und sieht mich abwartend an.

Mein Puls beschleunigt sich. Warum muss er es mir auch so schwer machen?

,,Na gut..", entgegne ich schweren Herzens und schreibe Scott in der Hoffnung, dass er damit einverstanden ist. Natürlich wird er nicht begeistert sein, aber heute war ein schwerer Tag für Luke und scheinbar braucht er einfach jemanden der für ihn da ist. Seine Mutter ist ja eh nur mit ihrem Handy beschäftigt.

,,Danke", er lächelt leicht und wendet sich dann ab, nur um in seiner Bewegung inne zu halten: ,,Soll ich dich weiterhin Hannah nennen, oder Mae?".
Diese Frage kommt jetzt doch sehr unerwartet.

,,Hannah. Nur Hannah."

Mit einem Nicken geht er zu seinem Kleiderschrank, während ich im selben Moment die Antwort von Scott erhalte:

Ich kann dich wohl nicht davon abhalten. Dan ist schon in der Nähe, nur für den Fall, dass etwas passieren sollte. Aber Hannah, bitte vergiss nicht, warum du hier bist und wie schnell du wieder verschwinden musst, sobald er dich findet. -19:46 Uhr

Ein dicker Klos bildet sich in meinem Hals. Als ob ich das nicht bereits wüsste. Es fällt mir nur so schwer, es mir auch wirklich einzugestehen.
,,Hier, das sollte gehen", Luke hält mir ein weißes t-Shirt und eine dunkelblaue kurze Sporthose entgegen. ,,Wofür?", frage ich perplex und hebe eine Augenbraue.

,,Zum schlafen?".

,,Achja." Zögerlich nehme ich ihm die Sachen ab und starre ihn unsicher an. ,,Du wirst es dir vermutlich schon denken können aber das, was ich dir erzählt habe musst du für dich behalten. Niemand darf davon erfahren. Niemals. Auch, wenn ich weggehen sollte..", meine Schultern verkrampfen sich bei meinen letzten Worten. Selbst Luke wirkt kurzzeitig angespannt.
,,Dein Geheimnis ist bei mir sicher", antwortet er knapp, dabei streift er sich einmal durch seine zerzausten Haare.

Zeugenschutzprogramm (#Lichteraward2017)Lies diese Geschichte KOSTENLOS!