Ein ganz normaler Tag

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Reader PoV:

Ich holte den Schlüssel zu unserer Wohnung aus meiner Jackentasche und schloss die Haustür auf. ,,Hallo!", rief ich lächelnd, obwohl ich wusste, dass mir niemand antworten würde. Meine Mutter war, wie fast immer, unterwegs. Mit einem resigniertem Seufzer ging ich in die Küche und fand sofort den Zettel, den sie mir hinterlassen hatte:

Bin mit ein paar Freundinnen in der Stadt, habe Handy dabei. LG Mama

Ich nahm den Zettel, zerknüllte ihn und warf ihn in den Müll. Dann öffnete ich das Tiefkühlfach des Kühlschrankes und holte ein Fertiggericht vom Discounter raus, wessen Deckel ich abriss und in die Mikrowelle stellte. Während ich acht Minuten warten musste, ging ich in mein Zimmer zu meiner Venusfliegenfalle.

,,Na? Hm..Wasser hast du noch genug.."

Ich hatte schon seitdem ich denken konnte die nervige Angewohnheit Selbstgespräche zu führen. Nahezu ununterbrochen. Warum wusste ich nicht. Ich holte meine Federtasche und den Schulplaner aus meinem Rucksack und bereitete alles schonmal für die Hausaufgaben vor. Dann piepte die Mikrowelle und ich aß mein Mittagessen.Kurz brütete ich noch über den Mathehausaufgaben und schon hatte ich Freizeit! Sofort schnappte ich mir meinen MP3-Player und steckte mir die Kopfhörer in die Ohren. Nur eine halbe Minute und schon dröhnte meine Playlist durch das Kabel in meinen Kopf. Ich fuhr den Laptop hoch und schrieb etwas auf Wattpad weiter. Dort war ich nicht so einsam. Jedenfalls fühlte ich mich nicht so, wenn ich nach neuen Büchern zum Zeitvertreib stöberte und die Kommentare unter ein paar witzigen oder emotionalen Stellen in ihnen sah. Auch wenn ich einen Stern für eine meiner Geschichten bekam oder jemand etwas bei mir kommentierte freute ich mich immer wahnsinnig, da meine Geschichten anscheinend doch nicht so schrecklich waren. Freudig musste ich bei einen Blick in meinen Benachrichtigungen später auch feststellen, dass einer meiner Lieblingsautoren ein neues Kapitel hochgeladen hatte. Natürlich las ich es und fügte einen Kommentar zu den anderen zu.

Plötzlich hörte man aus der Ferne das Geläute von Glocken. Ich schaute auf die Uhr...tatsächlich war es schon 18:00 Uhr. Ich fuhr den Laptop wieder runter und schrieb noch etwas via WhatsApp mit meiner besten Freundin. Nach zwanzig Minuten wurde mir das aber wieder zu öde, also zeichnete ich etwas an einem Bild für ein Kapitel meiner Geschichte weiter. Meine Bilder waren vielleicht nicht die Besten, das war mir bewusst und ich veröffentlichte sie auch nie, aber es half mir meine Gedanken zu der Geschichte zu sortieren. Denn, auch wie in vielen anderen Dingen, war ich nicht wirklich ordentlich und machte mir daher nie einen roten Faden, Steckbriefe oder dergleichen. Ich schrieb einfach los, was meist dazu führte, dass ich nach der Hälfte die Motivation verlor, weil ich im Kopf mal wieder schneller war und erstmal zu diesen einen besonderen Punkt kommen musste.

Um 20:00 Uhr kam dann auch meine Mutter. Ich ließ mich von ihr über ihren Tag volllabern, während ich mir halbherzig ein Brot schmierte zum Abendessen und die Zähne putzte. Unsere Gespräche sahen immer so aus. Leider. Doch nach einer halben Stunde hatte sie genug und beschäftigte sich anderweitig. Ich sagte ihr schonmal gute Nacht und schloss dann bei mir die Tür. Ruhe.

Routiniert öffnete ich meinen Zopf und zog mein Schlafzeug an, welches hauptsächlich aus einer Jogginghose und nem alten Schlabbershirt bestand. Mit einem Seufzen ließ ich mich aufs Bett plumpsen und hörte wieder Musik. Und während der Text von einem meiner Lieblingslieder in meinem Kopf widerhallte, erwachten auch die dunkleren Gedanken in mir zum Leben. Plötzlich war ich auch wieder in der Lage, diese innere Leere in mir zu fühlen. Als würde etwas fehlen. Was es ja auch tat. Dennoch....es fühlte sich doch irgendwie anders an. Das Lied wechselte und meine Gedanken wurden um einen weiteren Schub düsterer.

Jetzt reicht's aber! Reiz dich gefälligst zusammen!

Ich schüttelte schnell meinen Kopf und wechselte das Lied auf was fröhlicheres und temporeicheres.  Und nach weiteren zwei Liedern ging es mir wieder besser.

Grade nochmal gut gegangen...

Langsam wurde ich müde. Schnell schaltete ich meinen MP3-Player aus und legte mich auf die Seite.

Morgen wird ein besserer Tag

Und mit diesem Gedanken versank ich in einen weiteren, verschwommenen Traum, an den ich mich nach dem Aufwachen nicht mehr erinnern würde, da er zu fadenscheinig war, um an ihm festzuhalten. Jedoch meinte ich noch im Halbschlaf die Melodie von 'Pop goes the Weasel' zu hören...

The light behind your eyes [Laughing Jack x Reader]#TeaAward2018 #iceSplinters19Lies diese Geschichte KOSTENLOS!