Lied: Nicki Minaj - Grand Piano

Teil 2

Sollte Luke die Situation mindestens genauso unangenehm sein wie mir, lässt er sich zumindest nicht im geringsten etwas anmerken. Vermutlich muss er erstmal realisieren, dass ich gerade in seinem Zimmer stehe, rot wie eine Tomate und kurz davor einen Hitzeschlag zu bekommen.

,,Was machst du hier?", entgegnet er perplex und hebt fragend eine Augenbraue. Mein Blick wandert zu seinen zerstrubbelten, nassen Haaren, die mal nicht so perfekt liegen, wie sonst immer. Und genau das, macht sein gesamtes Auftreten nur noch anziehender. Zudem kann ich nicht behaupten, dass er einen schlechten Körper hat. Es war bereits unter seinen Shirts zu erahnen, aber das er so gut trainiert ist, hätte ich mir nicht im geringsten vorstellen können.

Er sieht nicht aus wie ein muskelbepackter Bodybuilder, nein, sondern eher wie ein griechischer Gott.

Starr ihn ruhig weiter so an Hannah und du sabberst noch. Ich räuspre mich einmal und schaue ihm dann in die Augen. Noch nie in meinem Leben bin ich in eine derart peinliche Situation geraten und ihn jetzt direkt anzusehen, stellt für mich die reinste Qual dar.

Bevor ich allerdings hyperventilieren kann, fange ich verzweifelt an zu lachen: ,,Ehrlich gesagt, weiß ich selbst nicht so wirklich, was ich hier zu suchen habe", gestehe ich ihm und presse die Lippen aufeinander. Es sind nur ein paar Muskeln, Tattoos und ein Handtuch. Bleib ruhig Hannah, das wichtigste ist bedeckt.

Luke scheint nur noch Bahnhof zu verstehen. Zunächst wirkt es so, als müsse er überlegen, bis er schließlich ganz in sein Zimmer eintritt und die Tür hinter sich schließt und somit auch meine einzige Fluchtmöglichkeit versperrt. Schweigend spannt er seinen Kiefer an, während ich nur wie angewurzelt mitten im Raum stehe und abwartend alles betrachte, außer ihn. Die Decke scheint mir dabei besonders interessant.

,,Achja, tut mir leid, wir wollten ja heute reden", stellt er fest und seufzt. Langsam macht er ein paar Schritte auf mich zu, bis er einige Zentimeter vor mir stoppt und ich innerlich bete, dass sein Handtuch an Ort und Stelle bleibt. Mein Herz steht kurz davor aus meiner Brust zu springen, doch ich kann mich nicht rühren. Einerseits genieße ich die Nähe, trotz der Tatsache, dass Luke fast komplett nackt ist. Andererseits würde ich am liebsten schreiend aus dem Haus rennen und mich nie wieder bei ihm blicken lassen.

,,Ich war gestern ein Arsch", fängt er an und wendet sich wieder ein Stück von mir ab. Jetzt bin ich daran, ihn verwirrt anzuschauen. ,,Es war nicht meine Absicht dich so zu bedrängen. Der Kuss war eine Sache, aber dann bei dir zu Hause.. nachdem, was Noah dir angetan hat, hätte ich das niemals machen dürfen. Glaub mir, dafür hasse ich mich selbst bereits genug." Er ballt seine Hände zu Fäusten und legt den Kopf in den Nacken.

,,Wie auch immer, es wird nicht wieder vorkommen."

Der Moment, an dem ich nun gar nichts mehr verstehe, ist gekommen. Wovon zur Hölle redet er? Stellt er sich etwa mit Noah auf eine Stufe? Das könnte ich nie tun. Luke ist nicht im geringsten wie er.

,,Was?". So hatte ich mir das Gespräch irgendwie ganz und gar nicht vorgestellt.
,,Hannah, du hättest dir keinen unpassenderen Zeitpunkt aussuchen können, um hier vorbeizukommen", erwidert er knapp und macht Anstalten zu gehen, doch ich halte ihn am Arm auf.

,,Jetzt bin ich es aber und so schnell wirst du mich nicht wieder los."

,,Hannah-"

,,Nein! Weißt du, am Anfang habe ich dich wirklich gehasst. Du warst für mich der arrogante, alles bekommende Luke Parker, der die 'Schwächeren' mobbt und jedes Mädchen haben kann, was er will. Du bist mir extrem auf die Nerven gegangen und manchmal hätte ich dir am liebsten eine reinhauen können. Naja, eigentlich andauernd."

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