Armer Noah

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"Oh mein Gott, wie geil.", schrie Anna herum.

"Beruhig dich, es 'nur' Zenit.", sagte ich und setzte das 'nur' in Anführungszeichen.

"Jaja, das weiß ich, aber ich bekomm ein zweites Pferd.", strahlte sie über beide Ohren.

"Ich weiß, aber vernachlässige nicht den kleinen Winnie vergessen.", sagte ich meiner besten Freundin augenzwinkernd.

"Den schiebe ich jetzt einfach ab, der kann ja keine Turniere mehr gehen. Und Ironie oder bessergesagt Chloe-Modus aus.", lachte Anna und wir beide vielen in schallendes Gelächter aus.

"Na Mädels!", kam ein gut gelaunter Tony ins Zimmer und schmiss sich auf mein Bett.

"Hey Tony.", sagte ich und drehte mich mit meinem Stuhl zum Bett um.

"Was gab es den so aufregendes, worüber ihr gelacht habt?", fragte mein großer Bruder.

"Ich bekomm ein zweites Pferd.", kreischte Anna nochmal, stand auf und sprang auf Tony drauf.

Dem entwich gleich mal lautstark die Luft aus den Lugen als Anna auf ihn drauf sprang.

"Das nächste Mal warnst du mich mal bitte vor.", sagte er an uns beide und zerstörte Annas Haare.

"Man du Fettsack, meine Haare!", rief sie und er lachte nur.

"Hach, wie nett er doch sein kann.", sagte ich und lehnte mich nochmal richtig entspannt in meinen Stuhl zurück.

"Mhh.", brummte Anna nur, die mittlerweile  sich gerade hingesetzt hatte und nun auf Tonys Bauch saß.

"Ich bin doch immer nett.", meinte mein Bruder und ich zeigte ihm nur den Vogel.

"Denkst du aber nur.", sagte ich noch dazu und saß die zwei weiter an.

"Langsam wird es gruselig, wenn du uns anstarrst.", gab Tony von sich und zog Anna zog sich runter, die nur einen kurzen Schrei von sich gab.

"Ihr zwei seid zwar ganz süß und ich freu mich ja für euch, aber ich lebe mein einsames Singleleben und muss mir bei eurem Anblick mein Leben mit 65 mit fünf Katzen, drei Hunden und ner Ponyranch vorstellen.", sagte ich und schmunzelte kurz über mein gesagtes.

"Na mit 65 wirst du vielleicht mit Noah zusammen leben, also streiche mal bitte die fünf Katzen, weil du hasst Katzen.", sagte Anna und lachte.

"Gut, das ist ein Aspekt, aber wenn ich doch allein bleibe, dann sind die fünf Katzen doch angebracht.", schlug ich vor.

"Da kommen wir dich aber nicht besuchen.", sagte Tony.

"Du wohnst ja dann auch mit Anna irgendwo in den Niederlanden auf einem kleinen Privaten Bauernhof.", lachte ich über die Vorstellung.

"Ich zieh dann noch lieber zu dir.", lachte Anna und setzte sich nun doch wieder aufrecht auf.

"Mir ist langweilig.", quängelte nun Tony rum.

"Dann schauen wir jetzt halt einen Film. Und solange ihr euch einigt oder auch nicht, gehe ich das Geschirr runter schaffen und Cola holen, da meine alle ist.", sagte ich und schnappte mir schnell das Geschirr und verließ das Zimmer.

Es würde ewig dauern, bis sie sich endlich mal entschieden haben welchen Film wir schauen oder es endet damit, dass wir wieder irgendeinen Disneyfilm schauen. Das Geschirr räumte ich schnell in die Geschirrspülmaschine und wollte gerade mit zwei Colaflaschen nach oben verschwinden als es klingelte.

"Ich geh!", rief ich ins Wohnzimmer zu meinen Eltern, die gerade die Nachrichten im Fernsehen sahen.

Schnell stellte ich die Colaflaschen wieder in die Küche, ging zur Tür und öffnete diese. Davor stand ein Noah mit Jogginghose, seinem grauen Pulli, den ich so sehr liebe, seinen schwarzen Vans und einem grauen Rucksack.

"Noah?", fragte ich den Jungen vor mir.

"Kann ich paar Tage bleiben?", fragte er und strich sich durchs Haar.

"Von mir aus gern, aber komm erstmal rein.", sagte ich.

Ich würde später fragen was los war. Noah schlüpfte aus seinen Schuhen und stellte sie ordentlich an den Rand.

"Mom, Dad? Kann Noah paar Tage bleiben?", fragte ich meine Eltern.

"Er ist immer herzlich willkommen, also gerne doch.", sagte Mum und schaute zu Noah.

Mein Dad nickte schnell mit dem Kopf und wendete seinen Kopf dann wieder zum Fernseher.

Ich hol schnell noch Cola, weil Anna und Tony sich gerade oben streiten, welchen Film wir schauen, aber das können die zwei jetzt gern allein bei Tony machen.", sagte ich und schaute Noah an.

Dieser nickte nur schwach und ich schaute ihn dann traurig an. Schnell schnappte ich mir die zwei Flaschen, nahm Noahs Hand und zog ihn mit nach oben.

"So Anna und geliebter Bruder, ihr könnt jetzt gern bei Tony einen Film schauen, aber ich muss mich um den Noah kümmer.", sagte ich während ich den Raum betrat.

"Was ist los?", fragte Anna gleich die die Rapunzel-Neu verföhnt DVD in der Hand hielt.

"Weiß ich auch noch nicht, aber könnt ihr bitte gehen? Es tut mir Leid Anna, aber wir holen das nach.", sagte ich schnell und nahm noch kurz Anna in den Arm bevor sie mit Tony das Zimmer verlies.

Als sich die Tür endlich schloss ging ich auf Noah zu und umarmte ihn erstmal ganz fest. Dieser ließ schnell seinen Rucksack fallen und schlang seine Arme nun auch um mich.

"Was ist los Großer?", fragte ich an seine Brust und umarmte ihn noch doller.

"Meine Eltern wollen sich trennen. Mein Vater will nach London und würde mich gern mitnehmen, aber das will ich nicht, weil ich da Mum, meine Pferde, meine Freunde und vor allem dich zurücklassen müsste.", sagte er.

"Und deine Mum?", fragte ich.

"Die würde hier bleiben. Wir würden auch weiter in dem Haus wohnen, aber da sie nicht so viel Geld wie Dad verdient, müsste ich entweder Try oder Princess abgeben.", meinte er und strich mit seiner Hand über sein Gesicht.

"Hey, schau mich kurz an.", sagte ich ruhig und trat einen halben Meter zurück.

"Du bleibst ein paar Tage hier und ich rede mit meinen Eltern wie wir das mit deinen hinbekommen. Sie würden bestimmt die Kosten für Princess oder Try auf dich nehmen und ich oder mein Dad geben dir kostenlos Unterricht.", sagte ich und laufe auf mein Bett zu.

"Ich will euch aber nicht zur Last fallen.", sagte Noah und schmeißt sich auf mein Bett.

"Tust du nicht, aber darüber reden wir später. Ich geh schnell duschen, wenn du willst kannst du danach auch gern gehen und dann schlafen wir erstmal.", schlug ich vor und Noah stimmte zu.

Ich schnappte mir meine Sachen, aber bevor ich den Raum verlies schmiss mir Noah noch seinen Pulli zu.

"Ich weiß, dass du den so liebst.", sagte er und legte sich wieder aufs Bett.

Ich ging schnell duschen, trocknete mich ab, putzte Zähne und zog mich um. Den Pulli von Noah zog ich drüber und ging zurück ins Zimmer. Noah stand gleich auf kam auf mich zu, gab mir einen Kuss auf die Wange und verschwand ins Bad. Nach 10 Minuten kam er wieder und legte sich mit ins Bett. Ich kuschelte mich gleich an ihn und er legte die Decke über uns.

"Gute Nacht Prinzessin.", sagte er und gab mir wie letzte Nach einen Kuss auf die Stirn.

"Gute Nacht, mein Supermann.", sagte ich und kuschelte mich noch mehr in seine Umarmung.

All Over? No!Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt