36. Ruine

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Der nächste Tag verging so schnell wie ein Kaugummi, den man sich von der Schuhsohle kratzen musste. Nämlich ziemlich zäh und nervig. Nervig war er aber nur da Tim ihm aus dem Weg ging, Tobi ihn ständig wegen des Knutschflecks aufzog und er seine Hausaufgaben in Deutsch vergessen hatte.
Genervt saß Stegi auf der Mauer vor der Schule und wartete auf Tim. Er wollte schon heute morgen mit ihm reden, aber da war er nicht aufgetaucht. Und jetzt musste er einfach mit Stegi reden. Schließlich hatte er acht Stunden und Stegi bloß sieben.

Pünktlich wie ein Uhrwerk kam Tim zum Ende der Schule aus der Tür. Er hatte Kopfhörer in den Ohren und die Hände tief in den Taschen vergraben, sein Blick war starr auf den Boden gerichtet. Aber Stegi wusste genau er hatte ihn gesehen. Er hüpfte mehr oder weniger elegant von der Mauer und lief zu Tim. Er zog ihm einen Kopfhörer raus und sah ihn ernst an. "Wir zwei sollten dringend mal reden." Tim schluckte nervös und nickte langsam. "Besser wäre es wohl hm?", nuschelte er und schaltete die Musik aus. Er stopfte sein Handy sowie die Kopfhörer zurück in die Tasche. "Komm mit." Stegi lief vor und vertraute auf sein Bauchgefühl, dass Tim ihm folgen würde.
Es war nicht der normale Weg zu einem Haus der beiden. Es war der Weg in den Wald. Stegi war vor ein paar Wochen oder so mal hier gewesen und hatte in der Nähe der Brücke und dem Fluss eine alte Ruine gefunden. "Wie lange noch?", murmelte Tim plötzlich. "Dahinten.", murmelte Stegi und deutete auf ein halb zusammengefallenes Steingemäuer.

Sie setzten sich vor der Eingangstreppe auf eine Mauer und sahen in den Wald. Es war endlich mal wieder einer der Tage, wo es plötzlich und wie aus dem Nichts fünfzehn Grad waren. Beide hatten bloß einen Pulli an und Tim hatte die Hände in der Tasche von diesem vergraben. "Also... was sollte das gestern?", fing Stegi an und zupfte an dem Moos was auf der Mauer wuchs. "Weiß nicht. Is halt so passiert.", gab Tim ehrlich zu. "Tim, sowas sollte dir aber nicht einfach so passieren! Soll ich mir jetzt Hoffnungen machen? Oder soll ich es bloß als Ausrutscher sehen? Sag es mir!" Stegi war laut geworden und klang mehr verwirrt als sicher. Tim sah auf seine Oberschenkel und zuckte mit den Schultern. "Ich... ich hab ehrlich gesagt selbst keine Ahnung. Ich fand es irgendwie ja schon ähm... also... s-schön...", druckste er am Ende herum und knetete nervös seine Hände. Nun war Stegi völlig verwirrt. "Tim? Ich will jetzt eindeutig wissen was du für mich empfindest und was das zwischen uns ist? Ich meine wir beide haben fette Knutschflecken am Hals und du hast mich gestern geküsst. Also...", forderte Stegi nun ruhig aber bestimmt. "I-ich... ich weis es doch auch nicht Stegi! Man wenn du mir so nah bist wie gestern kribbelt alles ganz verrückt und ich will, dass es nie mehr aufhört und dann gestern bei dem Kuss, da... da... da dachte ich, ich müsste platzen so ein starkes Kribbeln habe ich im Bauch gehabt.", versuchte Tim verzweifelt zu erklären. "Ich hatte das noch nie! Man Stegi ich bin doch auch verwirrt und wüsste gerne was es zu bedeuten hat.", murmelte er. Stegi hatte mittlerweile angefangen zu lächeln und rutschte näher zu ihm. "Tim... ich hätte da eine Antwort." "Ehrlich?" Er drehte seinen Kopf zu Stegi und war ihm so nah, dass sich ihre Nasenspitzen fast berührten. "Du bist verliebt..." "In dich?" "Ja..." Tim schluckte und sah in Stegis Gesicht. Er lächelte leicht. "Aber ich dachte ich wäre hetero?" Stegi schnaubte leise. "Dachte ich bis vor ein paar Wochen ja auch..." Tim sowie Stegi mussten leise kichern.
"Du Stegi?", wurde Tim dann plötzlich ernst. "Ja?", antwortete Stegi ihm etwas ängstlich. "Darf... darf ich dich ähm... k-küssen?", ratterte er schnell runter. Wie als hätte man bei dem Blonden einen Knopf gedrückt bekam er rote Wangen. "I-ich... ähm..." "Sorry das war ne blöde Idee...", nuschelte Tim schnell verlegen. "Nein!", rief Stegi schnell und räusperte sich schnell, "Ich meinte... ähm... nee... war nur überraschend...", versuchte er betont lässig, was Tim schmunzeln ließ. "Also ja?" Ein schüchternes Nicken gab ihm die Erlaubnis und er beugte sich etwas nach vorne um Stegi sanft zu küssen. Erst lagen ihre Lippen bloß aufeinander, aber Stegi fing zu Tims Erstaunen an seine Lippen vorsichtig zu bewegen. Leicht grinsend und wieder mit dem schönen Kribbeln im Bauch begann er seine Lippen passend zu Stegis zu bewegen. Anfangs hatten sie ihre Hände noch bei sich behalten, allerdings hatte Tim seine eine Hand irgendwann an Stegis Wange gelegt und wollte den Kuss in einen Zungenkuss umwandeln, aber Stegi löste sich von ihm. "Ich ähm... wir... wir sollten es langsam angehen lassen.", nuschelte Stegi verlegen. "Oh natürlich. Sorry!", entschuldigte sich Tim peinlich berührt. Dann schwiegen sie und sahen wieder gerade aus.

Als es Stegi jedoch zu blöd zum schweigen wurde nahm er schüchtern und vorsichtig Tims Hand und verschränkte sie mit seiner. "Tim..." "Hm...", brummte Tim lächelnd. "Sind wir jetzt... du weißt schon-" "Zusammen?" "Mhh..." "Möchtest du denn äh... mit mir so zusammen sein?" "Äh.. j-ja s-schon...", lächelte Stegi glücklich aber verlegen. Er war aufgeregt und in seinem Bauch fand scheinbar eine wahrer Tanz von wild gewordenen Nilpferden statt. "Also sind wir jetzt-" Stegi kicherte kurz und küsste Tim mitten in seinem Satz. Das sollte ihm als Bestätigung reichen, dachte er und grinste.

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Hallo meine Früchtchen^^

Endlich, Stexpert hat's geschafft! Im 36. Kap xD.

Applaus. *slow clap*

Bis denn meine Früchtchen<3
~Maddi

»Vertauschte Leben« Stexpert Lies diese Geschichte KOSTENLOS!