3. Kapitel der Lesenacht!

Tage nach der mehr als schrecklichen Erkenntnis, dass Ella und Sara so etwas wie Freunde sind, begebe ich mich schweren Herzens wieder zur Uni. Eigentlich wäre das wieder ein Grund, um von hier weg zu ziehen, jedoch habe ich mich gerade ein wenig eingelebt und eine top Uni, wie die Columbia lasse ich nicht ohne weiteres sausen.

Ich betrete den Flur in dem bereits reges Treiben herrscht. Jetzt kann ich es mir nicht mehr leisten zu fehlen. In ein paar Wochen starten schon die ersten Klausuren und besonders Mathe macht mir zu schaffen. Da sind Kunstgeschichte oder die anderen Fächer das kleinste Problem. Zu allem Übel hängen überall an den Wänden Plakate für das große Football Spiel der Lions Morgen gegen die Cornell Big Red.

Und das schlimmste kommt erst noch;

Scott will mit mir dahin!

Erst war ich strickt dagegen, weil ich absolut keine Lust auf diese Sportart habe. Außerdem kann ich mir dann die ganze Zeit schön Luke Parker, den Star der Lions ansehen, was nicht gerade zur Besserung meiner Laune beiträgt. Leider hat mir Scott dann aufgezählt, was er schon alles für mich getan hat und auch wenn ich es nicht gerne zu gebe, ich bin ihm etwas schuldig. Zum Glück muss ich nicht in so 'nem dämlichen t-Shirt dahin rennen.

Im Gegensatz zu Scott. Der ist bereits seit Wochen Feuer und Flamme für das Spiel und wird gleich in kompletter Montur dort auftauchen. Sollte etwas peinliches Vorfallen, werde ich einfach so tun, als würde ich ihn nicht kennen. Das habe ich Vorab bereits klar gestellt, denn wenn Scott sich einmal aufregt, dann aber richtig.

Mit einem Seufzen hole ich die Bücher aus meinem Spint, die ich für die nächsten vier Stunden brauche. Wenn ich ehrlich bin, würde ich mich am liebsten gleich wieder in mein Bett legen. Leider wird das erst heute Abend der Fall sein. Ich hoffe wenigstens, dass ich Manila irgendwo finden kann, um mich mit ihr ein wenig zu unterhalten. Bei Tyren weiß ich momentan einfach nicht, was mit ihm los ist.

,,Hannah?". Aus dem Augenwinkel kann ich sehen, wie sich jemand neben mich stellt. Ich brauche nur die Sportschuhe zu sehen, um zu wissen, wer es ist. Genervt verdrehe ich die Augen und richte mich auf. Was will der denn jetzt? Da ist man gerade mal wieder einen Tag da und schon das.

,,Luke", stelle ich fest und schließe meinen Spint. Ein paar Studenten werfen uns beim vorbeigehen neugierige Blicke zu.

,,Wie gehts dir? Ich habe von dem Unfall gehört..", sagt er zögerlich und deutet auf das Pflaster an meiner Schläfe. Verwundert hebe ich eine Augenbraue. Wir reden noch miteinander? War meine Antwort im Krankenhaus nicht eindeutig genug, oder was ist los?

,,Gut, danke der Nachfrage", antworte ich gereizt und werfe mir meine Tasche über die Schulter. Seine blauen Augen mustern mich. Anscheinend war er noch nicht fertig mit unserem Gespräch.

,,Kommst du zu dem Spiel morgen?". Ist das jetzt sein ernst? Ich habe keine Lust einen Small-Talk zu führen. Was hat der Typ immer nur für Stimmungsschwankungen. ,,Luke, was willst du?", frage ich geradeheraus, da ich ohnehin zu meinem Kurs muss und er mich nur unnötig aufhält. Kaum merklich atmet er ein. Es scheint schon beinahe so, als würden ihn die nächsten Worte einiges an Überwindung kosten.

,,Es tut mir leid. Also meine Reaktion im Krankenhaus. Ich mag dich und außerdem sind wir beide mit Tyren befreundet. Wir sollten zumindest versuchen miteinander klar zu kommen." Äh bitte was. Du magst mich? Ok, anscheinend werde ich diesen Typen einfach nicht los werden.

,,Wenn du meinst", sage ich kühl, kann es jedoch nicht verhindern, dass sich ein kleiner Teil in mir über Lukes' Worte freut. Wenigstens hätten wir das jetzt geklärt. Und sowieso hätten wir uns nicht ewig aus dem Weg gehen können.

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