2.Kapitel der Lesenacht!!

•RÜCKBLENDE•

,,Wo hat sich mein kleiner Engel nur versteckt?" Die Stimme meines Dads' durchschneidet das beruhigende Gezwitscher der Vögel. Ich krieche ein Stück weiter in den Busch hinein und kaure mich zusammen.

,,Hmm. Ist er vielleicht hier?", fragt er ins leere und springt hinter unsere Regentonne. Mir entfährt ein leises Kichern, während ich mir die Hand vor den Mund halte. Dad weiß ganz genau, wie er mich zum lachen bringen kann.

,,Schade, ich dachte, ich hätte da was gesehen." Mit großen Augen verfolge ich seine Schritte. Einzig und allein seine riesigen Füße kann ich durch die Blätter auf dem Gras ausmachen. Ich genieße das leise Knirschen unter seinen Schuhsohlen, bis er aus meinem Blickfeld verschwindet.

Gebannt lausche ich, doch es sind wieder nur die Vögel singen zu hören. Mutig krabble ich ein Stück aus meinem Versteck heraus, als mich urplötzlich zwei Hände unter den Schultern packen und aus meiner sicheren Höhle reißen.

Ich stoße einen spitzen Schrei aus.

,,Hab ich meinen kleinen Ausreißer gefunden", grinst Dad und kitzelt mich am Bauch. ,,Ahh hahahaha." Tränen rinnen mir die Wangen herunter. Warum muss er mich nur immer am Bauch kitzeln. Da bin ich besonders empfindlich.

,,Stoooop!!", kreische ich und winde mich in seinem Griff. Er hört sofort auf. Vorsichtig streicht er mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht und hebt mich hoch.

Er sieht mich eine Zeit lang an und holt dann ein Armband aus seiner Hosentasche. Begeistert schaue ich es mir an. ,,Gib mir deinen Arm", sagt er herzlich, dabei umspielt ein leichtes Lächeln seine Lippen.

Ich strecke ihm meinen rechten Arm hin und bewundere das kleine goldene Kettchen, was er mir ums Handgelenk macht. Als er fertig ist, blickt er mich durch seine grünen Augen zufrieden an.

,,Alles Gute zum Geburtstag Mae."

***

Auch wenn ich die freie Zeit eigentlich dazu nutzen sollte, um mich richtig auszukurieren, statte ich Ella im Krankenhaus einen Besuch ab. Von Tyren habe ich seit Tagen nichts gehört. Das einzige was von ihm kam, war eine kurze Nachricht in der er mir geschrieben hat, dass er gut zu Hause angekommen ist. Das war's aber auch schon.

Heute haben wir einen dieser typischen regnerischen Sommertage. Seit Stunden schüttet es wie aus Eimern. Erst dachte ich, es wäre nur ein kurzer Schauer, aber auch dieser Hoffnungsschimmer verpuffte zwei Stunden später.

,,Das hört ja gar nicht mehr auf", stöhne ich und schnappe mir die Autoschlüssel von der Kommode. ,,Ich fahre jetzt, sonst sitze ich heute Abend noch hier."

,,Ich bringe dich hin. Es muss sowieso wieder eingekauft werden. Vielleicht mache ich zum Abendessen mal was chinesisches? Das gab es schon ewig nicht mehr", stellt Scott fest und schlüpft in seine Schuhe.

,,Klingt gut", entgegne ich knapp und sprinte durch den Regen zum Auto. Wenig später setzt er mich vor dem Krankenhaus ab und fährt sich durch die leicht nassen Haare: ,,Ich hole dich in zwei Stunden wieder ab."

,,Danke, du bist ein Schatz." Ich grinse ihn breit an. ,,Erzähl mir mal was Neues." Mit einem Kopfschütteln verlasse ich den Wagen und mache mich auf den Weg zu Ellas' Zimmer. Als sie erfahren hat, dass Tyren und ich einen kleinen Unfall hatten, wäre sie fast persönlich bei mir vorbei gekommen, um auch nachzuschauen, ob es mir wirklich gut geht.

Ich konnte sie allerdings davon abhalten, da sie es ohnehin nicht gedurft hätte. Zunächst war es mir unangenehm ihr davon zu erzählen, schließlich könnte das die falschen Signale senden. Und ich möchte beim besten Willen nicht, dass Ella denkt, es würde etwas zwischen mir und Tyren laufen. Zum Glück hat sie die Sache ganz gut aufgenommen und es schien ihr auch nichts auszumachen, dass wir beide uns getroffen hatten.

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