K a p i t e l 0 6

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Kapitel 06

Das laute Vogelgezwitscher weckte mich. Müde schlug ich meine Augen auf und blickte mich erschrocken um, als ich nicht gegen die Braune Holzdecke meines Zimmers sah. Ich stöhnte genervt auf und schüttelte meinen Kopf. Wie sollte ich auch gegen meine gewohnte Zimmerdecke starren wenn ich hier in Riesenbeck und nicht zuhause in München lag.

Ich schwang die Bettdecke von meinen langen Beinen und rappelte mich auf. Schnell hatte ich meinen Schlafanzug gegen meine Reitklamotten ausgetauscht. Im angrenzenden Bad putzte ich mir die Zähne und kämmte mir anschließend die Haare.

Ein Blick auf die Uhr meines Handys zeigte mir, dass ich nur gut eineinhalb Stunden hatte ehe Ludger mich in der Halle sehen wollte. Noch gestern hatten wir ausgemacht, dass ich heute meine erste Stunde bei ihm haben sollte. Er wollte sehen wie ich mich in der Dressurarbeit mit Cooper schlagen würde. Schon jetzt war ich total aufgeregt und konnte es kaum erwarten mich in den Sattel zu schwingen.

Ich ging die Treppen hinunter und schlüpfte in meine Stiefeletten, die ich neben den Schuhen der Pfleger gestellt hatte. Ich schlüpfte in die etwas gefütterte Regenjacke und trat aus dem Haus hinaus. Gestern hatte noch die schöne Herbstsonne auf uns herab geschienen und jetzt hingen dicke, schwarze Regenwolken über uns. Ein eiskalter Schauer fuhr meinen Rücken hinunter.

Meine Beine trugen mich zu dem Eingang der Reithalle. Dort war ein kleines Reiterstübchen angebaut worden und für alle Angestellten würde es dort etwas zu Essen geben. Vom Stübchen aus konnte man perfekt in die große Halle sehen und den Reitern bei ihrem Training zusehen.

Als ich die Tür aufmachte, erkannte ich sofort Philipp und Christian die zusammen an einem Tisch saßen. Als sie mich entdeckten winkten sie mich zu sich her. Mit einem kleinen Grinsen ließ ich mich neben Christian und gegenüber von Philipp fallen.

„Warum bist du schon wach? Du hast doch erst Morgen deinen ersten Arbeitstag", sagte Philipp und gähnte lautstark. Ich zuckte mit den Schultern und sagte: „Der eine Tag mehr oder weniger macht es jetzt auch nicht aus" Philipp zuckte mit seinen Schultern und schmierte sich etwas Marmelade auf sein Brot.

Ich nahm mir einen Semmel und tat es ihm gleich. „Schon aufgeregt?", fragte Christian und grinste mich feixend an. Mit vollem Mund nickte ich. Wer wäre das bitteschön nicht?

Als jeder fertig gegessen war rappelten wir uns auf und gingen in Richtung der Stallungen. Allerdings trennten sich unsere Wege, da nur ich im Privatstall der Beerbaums untergebracht war.

Kaum hatte ich die Stallgasse betreten streckte Cooper schon seinen Kopf über die Boxentür und wieherte mir freudig entgegen. In seinen Mundwinkeln hatte er noch sein Frühstücksheu hängen.

Ich nahm das Halfter von dem Haken und streifte es dem großen Braunen anschließend über. Anschließend band ich ihn vor seiner Box an. In der Sattelkammer musste ich erstmal meine Sachen suchen, doch als ich alles gefunden hatte, packte ich den Putzkoffer und fing an den Staub aus seinem Fell zu bürsten. Cooper gefielen die Streicheleinheiten und er schmiegte seinen Kopf gegen meinen Oberkörper. Ich schüttelte Lächelnd meinen Kopf und warf anschließend all meine Sachen zurück in den Putzkoffer.

Ich räumte den Koffer wieder auf und kam dafür mit meiner gesamten anderen Ausrüstung zurück in den Stall. Brav blieb Cooper stehen, als ich ihm meine alte Turnierschabracke überwarf und anschließend mit dem Lammfellpad und dem Sattel verbaute. Noch schnell den Zaum verschnallt und die Gamschen und Streichkappen angebracht und Cooper war fertig gesattelt.

Ich zog mein Handy aus der Jackentasche und blickte auf die Uhr. Ich hatte noch gut eine Viertel Stunde Zeit um in der Halle zu erscheinen. Ich zog Cooper schnell noch Mal sein Halfter über und zog mich fertig an. Sprach ich zog meine Chaps über und setzte meinen Helm auf. Anschließend erlöste ich Cooper wieder von seinem Halfter und führte ihn in die große Reithalle.

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