28. Bitte Tim

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Tim hatte die halbe Nacht wach gelegen und nachgedacht. Stegis Worte waren im Nachhinein so wahr gewesen. Vor ihrer Beziehung war Melissa ein süßes unbedeutendes Mädchen und jetzt? Sie war beliebt und benahm sich wie jedes andere beliebte Mädchen. Er hatte den Entschluss gefasst Schluss zu machen und das schon am nächsten Tag.
Als er also nach der letzten Stunde seine Sachen gepackt hatte wartete Melissa bereits vor seinen Klassenraum auf ihn. "Timmi!", rief sie grinsend und warf sich um seinen Hals. Eigentlich wollte sie ihn mit einem Kuss begrüßen, aber Tim drehte seinen Kopf zur Seite, sodass sie bloß seine Wange küsste. "Ehem... okay? Schatzi kommst du gleich mit zu mir?", lächelte sie ihn verwirrt an. "Das hatte ich vor ja, aber ich werde nicht allzulange bleiben.", meinte Tim trocken und schob seine Freundin von sich weg. Sie griff nach seiner Hand und sie gingen zusammen zur Bushaltestelle. Der Bus mit dem sie fahren mussten ließ auch nicht lange auf sich warten und so waren sie nach einer Viertelstunde an der passenden Haltestelle angelangt. Von dort aus waren es nur noch fünf Minuten bis zu ihrem Haus. Während Tim schweigend neben Melissa herlief, redete diese ununterbrochen. Tim gab immer nur irgendwelche Geräusche von sich um Melissa im Glauben zu lassen, dass er ihr zuhörte. Als Melissa die Tür aufschloss und sie in ihr Zimmer gingen, legte sich Tim schonmal die passenden Worte zusammen. Er setzte sich auf ihren Schreibtischstuhl und Melissa sah zu ihm. "Schatzi ist alles okay? Du bist schon den ganzen Tag so komisch.", gab Melissa von sich. "Melissa es ist so, dass... also... mir ist halt aufgefallen, dass... naja... du bist...", stammelte er vor sich hin. Alle Wörter, die er sich zurecht gelegt hatte waren wie weggeblasen. "Tim was ist los?" Melissa kniff die Augen zu Schlitzen zusammen und sah Tim durchdringend an. "Mir... also... ich denke halt, dass du mich bloß wegen meiner Beliebtheit ausnutzt." Melissa gab einen empörten laut von sich. "Bitte?" Sie schmiss sich ihre roten locken über die Schulter und verschränkte die Arme. "Ja ich meine... vor unsere Beziehung warst du so süß und unauffällig und jetzt bist so wie jedes andere Mädchen. Ich... ich mache Schluss.", sagte Tim mit relativ fester Stimme, aber seine Augen huschten unsicher über Melissas Gesicht. Er studierte jeden ihrer Gesichtszüge. "Tim...", fing Melissa mit enttäuschter Stimme an. "Es tut mir leid. Tim ich habe das gar nicht bemerkt, ich kann mich ändern. Ich liebe dich und möchte nicht, dass es so schnell vorbei ist." Sie sah Tim mit großen, traurigen blauen Augen an. Tim seufzte und biss sich auf die Lippe. "Melissa... ich weiß nicht-" "Bitte Tim! Ich liebe dich." Tränen sammelten sich in ihren Augen und Tim seufzte. "Nur noch eine einzige Chance." "Danke Timmi! Du bist der beste!" Sie sprang von ihrem Bett auf und drückte Tim einen Kuss auf den Mund. Dann umarmte sie ihn dankbar. Ihr Freund umarmte sie zurück und machte ein zerknirschtes Gesicht. Stegi mochte sie nicht und hatte ihm ja auch genügend Gründe gegeben Schluss zu machen, aber Melissa sah so traurig und enttäuscht aus. Da konnte er eben nicht nein sagen.
Er verbrachte den restlichen Tag mit Melissa, aber ihn plagte ein schlechtes Gewissen Stegi gegenüber.
Er war meist in Gedanken während Melissa wieder nur irgendwas erzählte. Als er dann endlich nach Hause durfte, verabschiedete er Melissa bloß nur mit einem Kuss auf die Wangen. Dann ging er zurück zu der Bushaltestelle und fuhr dann mit dem Bus zu seiner Haltestelle, von dort aus musste er nur noch fünf Minuten zu seinem Haus laufen. In diesen fünf Minuten überlegte er sich schon mal wie er Stegi die Geschehnisse am besten mitteilen könnte ohne, dass dieser ihm den Kopf umdrehen würde. Seufzend den Kopf schüttelnd und die Tür aufschließen verwarf Tim wieder die zusammengelegten Worte. Es würde eh nichts bringen, da die Worte eh wieder wie weggepustet sein würden, wenn er mit ihm reden würde. Wie von selbst erledigte er seine tägliche Abendroutine und lag nun in seinem Bett. Seine Gedanken wanderten immer wieder zu Stegi, der so unglaublich glücklich geschaut hatte als Tim meinte er hätte mit seiner Meinung über Melissa recht. Sein Blick war so voller... Hoffnung? Aber warum? Noch einige Zeit lag er noch so wach, bis er schließlich vier Stunden, bevor sein Wecker klingelte einschlief.
Gerädert und mit verwuschelten Haaren, die aussahen wie ein Vogelnest, ließ er sich in der Klasse neben Stegi nieder. Deutsch, ein Fach was er noch nie mochte aber ziemlich gut konnte. Als dann die Lehrerin den Raum betrat wurde es schlagartig still. Ja, vor Frau Krummberg hatte man schon gewissermaßen Angst. Wir rätselten schon lange, wann sie wohl in Rente gehen würde. Vor ihr gingen schon so einige Lehrer in Rente, von denen man nie gedacht hätte, dass die schon so alt sind, aber sie? Sie sieht dann wohl älter aus, als sie tatsächlich ist. Trotzdem ist und bleibt sie eine biestige alte Hexe.
"Hast du die Nacht durchgemacht oder warum siehst du so scheiße aus?", flüsterte Stegi ihm leise und grinsend zu. "Mhm... so ungefähr.", nuschelte er nur müde zurück.

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Hallo meine Früchtchen^^

Ich hasse es echt so unregelmäßig zu updaten, aber ich will mich auch nicht zwingen zu schreiben, denn dann hätte ich definitiv keinen Spaß mehr daran.

Bald ist Melissa übrigens Geschichte... ;)

Guckt wer von euch das Dschungelcamp? xD
Wenn ja was haltet ihr von den Kandidaten? Welche mögt ihr und welche so gar nicht?

Bis denn meine Früchtchen<3
~Maddi

»Vertauschte Leben« Stexpert Lies diese Geschichte KOSTENLOS!