Kapitel 19

172 5 1

Ich hob den Kopf. Ich muss gestern in Chris' Arm eingeschlafen sein und er sich nur nach hinten sinken lassen, jedenfalls lagen wir quer im Bett. Langsam stand ich auf, um Chris nicht zu wecken und setzte mich an die Bettkante. Mein Blick ging nach oben und entdeckte das, was Chris' Dad auf den Nachttisch gelegt hatte. Es war ein Schwangerschaftstest. Nach kurzem überlegen nahm ich ihn und sperrte mich im Bad ein.

Das warten kam mir wie Stunden vor. Immer wieder las ich mir die Beschreibung durch, um sicher zu gehen, mich nicht zu verlesen, nach einer Weile ertappte ich mich selbst, wie ich meine Hand schützend auf meinen Bauch gelegt hatte. Es klopfte.

Chris: Alles okay?

Ich: Ja ja.

Chris: Willst du denn nicht die Tür öffnen?

Er war ziemlich ruhig, jeder Andere würde mit den Nerven am Ende sein, doch Chris war die Ruhe selbst. Lag es vielleicht an dem, was Chris' Dad zu ihm gesagt hatte. Ich sah auf die Uhr, die Zeit war um. Mit klopfendem Herzen nahm ich den Test in die Hand und drehte ihn um.

Ich: Ach scheiße!

Ich schmiss das Ding in das Waschbecken und sperrte die Tür auf. Chris lehnte mit der Stirn auf seinem Unterarm am Türrahmen.

Chris: Was ist denn los?

Ich: Viel Spaß im Leben, ich vergrabe mich mal im Garten.

Chris: Was soll das denn heißen?

Ich antwortete nicht und ging in die Küche. Chris folgte mir mit dem Test in der Hand.

Chris: Is doch super. Du hast selbst vor ein paar Monaten gesagt, dass mir das gut steht, das Vater sein.

Ich: Aber ich bin erst 18.

Chris: Wundervolle 18.

Ich: Versuchs nicht, bitte, dein Dad hats auch schon versucht.

Ich setzte mich auf einen Barhocker in Chris' Elternhaus. Ich schämte mich dafür, dass ich jetzt genau das brachte, was die Cathlyn, Sofia Diana und Olivia wollten

Ich: Alice ich schäme mich so.

Chris' Mum: Du brauchst dich doch nicht schämen. Das ist was ganz menschliches.

Ich: Aber jetzt ist das Gerücht wahr. Mein Vater wird ausflippen.

Chris' Mum: Ich kann, ach quatsch, ich werde dich unterstützen.

Ich: Ich hab ein Foto von dem...

Chris' Mum: Krümel?

Ich: Ja Krümel klingt gut.

Nach langen Stunden konnte ich mir ein leichtes Lächeln entlocken. Ich kramte das Foto aus meiner Tasche. Ich starrte es selbst ein bisschen an. Dann trat Chris' Mum neben mich, stellte mir ein Glas Wasser hin und legte den Arm um mich.

Chris' Mum: Das schaffen wir schon.

Ich: Hoffen wirs mal.

Mein Blick schweifte über meine Armbanduhr, es war schon kurz vor 11 und ich musste zum Unterricht.

Ich: Du, danke dass du immer ein Ohr für mich hast, aber ich muss auch jetzt weiter, hab gleich mein Vortanzen, weil mein Fuß ja verstaucht war.

Ich rutschte von dem Barhocker. Umarmte sie und hastete aus dem Haus. Ich kam gerade noch rechtzeitig in den Unterricht. Auf meine Arabesken bekam ich, natürlich als Musterschülerin, eine eins. Danach merkte ich, dass ich nicht hätte gleich weiter machen sollen. Ich zog mich um und ging aus der Halle, außen standen Sofia, Olivia, Cathlyn und Diana. Hoffentlich hatten sie nicht auf mich gewartet, doch meine Hoffnung versiegte.

Leyla!Lies diese Geschichte KOSTENLOS!