Kapitel 18

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Was machst du denn da? Ich wusste, dass Chris und ich uns vor einer Sekunde noch gestritten hatten. Ich brach den Kuss ab. Verwirrt sah er mich an. Klar hatte ich mich entschieden, dass ich kämpfen wollte, aber ich war doch noch zu wütend um alles einfach so hinzunehmen.

Ich: Ich weiß was du da machst. Die Situation kenn ich schon aus vielen Filmen.

Chris: Was meinst du damit?

Ich: Erst küssen wir uns, dann fallen wir zusammen ins Bett und die Welt ist wieder "in Ordnung"

Chris: Ich dachte die Welt ist auch wieder in Ordnung.

Ich: Männer und Nachdenken.

Chris: Schon wieder! Immer musst du Recht haben, immer wieder streiten, immer bist du sauer und sagst nicht warum! Ich hab die Nase voll.

Ich starrte einfach über ihn hinweg, was nicht einfach war, denn mein Blick fiel direkt auf seinen muskulösen Oberarm. Seine Oberarme. Oh mann. Ich blinzelte, lass dich jetzt bloß nicht aus dem Konzept bringen. Das Knallen der Tür riss mich aus meinen Gedanken. Schon wieder ist er gegangen.

Ich: und du gehst immer einfach!

Mir war klar, dass er mich nicht mehr hören konnte.

Aber ich konnte gar nicht zu ende denken, denn dann wurde mir so richtig übel und ich rannte ins Bad, grade so, dass ich die Toilette erreichte. Ich habe den ganzen tag über nur das Frühstück im Magen gehabt. Daher wunderte es mich nicht, dass es mir so schlecht ging. Ich rappelte mich auf, spülte mir den Mund aus und schleppte mich in die Küche, um mir einen Tee und eine Wärmflasche zu machen. Mein Kopf tat auch schon weh, ich versuchte zwanghaft etwas zu essen, aber kaum hatte ich es im Magen, kam es auch schon wieder hoch, das ging fast 2 Stunden so, essen, übergeben, essen, übergeben, wie ein Rhythmus.

Mein Mund war staub trocken, meine Kehle brannte und ich hatte immer noch tierische Kopfschmerzen. Das flackern des Fernsehers tat mir in den Augen weh, ich schreckte auf, als mir die Fernbedienung aus der Hand fiel und mit einem lautem Geklapper auf den Holzboden knallte. Ich lag auf dem Sofa, die Wärmflasche war schon kalt, der Tee rauchte auch nicht mehr und im Fernseher lief irgend so ein Liebesfilm, genau passend für diese Situation. Ich verdrehte die Augen. Ich stand auf und schwankte ein wenig, dann legte ich die Wolldecke zusammen, nahm die kalte Wärmflasche, den Tee und stellte beides in die Küche, alles war dunkel, lediglich der Fernseher erhellte die Wohnung, weit und breit kein Chris. Ich schleppte meinen müden und erschöpften Körper ins Schlafzimmer und ließ mich ins Bett fallen, kaum lag ich, übermannte mich der Schlaf.

Am Morgen wachte ich auf, mir war immer noch schlecht. Als ich darüber nachdachte rannte ich in Richtung Badezimmer.

Chris: Baby alles Okay?!

So richtig wahrgenommen hatte ich ihn nicht, war viel zu viel damit beschäftigt, mich nicht im Flur zu übergeben. Nach dem ich fertig war taumelte ich zurück ins Schlafzimmer. Bei dem ganzen übergeben hatte ich gar nicht mehr bemerkt, dass mein Fuß nicht mehr weh tat. Das ich normal laufen konnte wurde mir jetzt erst richtig bewusst.

Erschöpft schlüpfte ich zurück ins Bett. Ich war gerade erst aufgewacht schon war ich wieder so müde, dass ich hätte weiter schlafen können.

Chris: Leyla?

Ich hatte nicht gemerkt, dass er herein gekommen war. Ich lag mit dem Gesicht bei der Bettkante und merkte wie Chris vor mir in die hocke ging. Seine Stimme war ganz nah.

Chris: Hey alles Okay?

Ich schüttelte den Kopf. Schon hielt ich inne. Mein Kopf tat weh. So schlecht ging es mir noch nie. Und was war das für ein fürchterlicher Geruch?

Ich: geh bitte zwei Zentimeter zurück.

Chris: was? warum?

Ich: Dein Parfüm. Das stinkt.

Er ging ein Stück zurück und legte die Hand auf meine Stirn.

Chris: also warm bist du nicht.

Ich: aber ich fühl mich total beschissen.

Chris: bleib liegen ich mach dir einen Tee, mach dir keine sorgen, ich bin für dich da.

Er strich mir noch einmal eine Haarsträhne hinter mein Ohr und ging.

Stimmen weckten mich auf. Sie kamen mir so bekannt, aber auch unbekannt vor. In meinem Zustand war ich mir nicht einmal im Klaren, ob ich auch wirklich ich war. Die Stimmen kamen immer näher, ich zuckte zusammen, als mich jemand an der Stirn berührte. Ich schlug die Augen auf. Es war Chris' Dad.

Chris' Dad: Du hast recht, eine Grippe kann das nicht sein.

Chris: Was dann?

Chris' Dad: Da gibts nur eine Möglichkeit.

Chris: Nein, Dad, nein tu mir das jetzt nicht an!

Ich: Das kann nicht sein.

Meine Stimme war heißer, meine Kehle brannte immer noch, ich sah auf die Uhr. Es war 23:15 Uhr.

Chris' Dad: Aber du bist ganz blass, aber nicht warm, du übergibst dich an dauernd, dass kann nur eins sein.

Chris: Jetzt red doch nicht um den heißen Brei herum.

Chris' Dad: Sie kann schwanger sein.

Ich: Nein, nicht jetzt nicht in dieser Situation. Ich wusste es, sie hatten Recht, jetzt haben sie den Grund den sie immer wollten.

Ich rollte mich auf den Rücken und legte den Arm über mein Gesicht um meine Tränen zu verstecken.

Chris' Dad setzte sich auf die Bettkante und hob meinen Arm zur Seite, meine Wimperntusche war verlaufen Chris lief im Gang auf und ab, fuhr sich immer wieder durchs Haar.

Ich: Harry, wie konnte mir das passieren?

Chris' Dad: Da gibts nur eine Mögl...

Ich: Versuch bitte nicht, die Stimmung zu retten. Bitte.

Chris' Dad: So schlimm ist das nicht.

Ich: Aber das ist doch jetzt genau das, was die Anderen immer wollten.

Chris' Dad: Mach dich doch jetzt nicht fertig.

Ich schluchzte und legte den Arm wieder über meinen Kopf.

Chris' Dad: Hier.

Er stellte etwas auf den Nachttisch.

Chris' Dad: Das wird dir helfen.

Er berührte noch kurz meinen Arm, stand auf, verließ den Raum und schloss die Tür. So nett war er noch nie. Ich hörte ihn leise mit Chris reden.

Chris' Dad: Junge, sei nicht wütend, sei für sie da, es ist schon schwer genug.

Chris: Okay.

Er schloss die Wohnungstür, unmittelbar danach kam er zur Schlafzimmertür herein und setzte sich zu mir.

Chris: Leyla. Ich...

Ich schüttelte den Kopf um ihm zu signalisieren, dass ich nicht reden möchte. Ich wollte nicht, dass ER jetzt mit mir redete. Er nahm mich bei den Schultern und zog mich hoch, ich wollte mich währen, doch mein Körper war zu schwach, Chris' Arme umschlagen mich, ich fühlte mich in Sicherheit.

Ich ließ meinen Kopf auf seine Schulter sinken, umarmte ihn und fing an lauthals zu schluchzen.

Ich: Entschuldigung!

Chris: Nein, konnte doch keiner Wissen.

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Wir hoffen euch hat das Kapitel gefallen

Eure Nathaly & Momo :*

Leyla!Lies diese Geschichte KOSTENLOS!