22. Gedanken

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"Natürlich bin ich mir sicher.", sagte sie mit fester Stimme. "Stegi es kann doch mal vorkommen, dass eines der Kinder nicht so aussieht wie die Eltern oder die Geschwister. Das ist halt eben... wie sagt man das auf deutsch..." Seine Mutter war schon lange in Deutschland, aber trotzdem fehlten ihr manchmal eben bestimmte Begriffe. "Ah! Eine Laune der Natur. Und das soll auch nicht böse gemeint sein.", lächelte sie warm. "Aber sowas kann gut sein.", stimmte Tim nun zu und drückte Stegis Hand sanft. "Mhm...", murmelte Stegi. "Wir haben dich doch trotzdem alle lieb Stegilein.", grinste Marcella und trank einen Schluck ihres Kaffees. Stegi seufze leicht grinsend. "Na wo das jetzt geklärt ist... soll ich Butterkuchen backen?" Die Augen der beiden Jungs strahlten förmlich in Herzchenform. "Ja!", jubelten sie und grinsten dann.
Marcella scheuchte die Jungs dann aus der Küche um in Ruhe den Kuchen backen zu können.
Währenddessen hörten sie in Stegis Zimmer Musik und erzählten sich wieder irgendeinen Schrott. Tim erzählte gerade von seinem Informatiktest. Eigentlich interessiert Stegi das mal so gar nicht, aber Tims Stimme war so schön tief und beruhigend, dass er einfach zuhören musste. Naja, er lauschte mehr dem Klang der Stimme als dem Inhalt. "Stegi? Hörst du mir zu?", riss Tim ihn plötzlich aus seinen Gedanken. "Äh... was? Natürlich, ja...", nuschelte Stegi schnell und sah Tim an, welcher grinste. "Mit den Gedanken bei Tobi was?", lachte er, aber Stegi war nicht zum Lachen zu mute. Er war nicht bei Tobi mit den Gedanken. Er war bei Tim und irgendwie konnte er auch nicht so wirklich glauben, dass er bloß eine Laune der Natur sei. Das hörte sich ja irgendwo auch gemein an. Laune der Natur... Stegi schüttelte den Kopf, da Tim ihn gegen die Stirn geschnipst hatte. "Man, wo bist du nur mit deinen Gedanken?", maulte Tim beleidigt. "Ich glaube das irgendwie nicht so richtig... das mit der Laune der Natur und so!", murmelte Stegi abwesend und beantwortete so auch Tims Frage. "Ach Stegi...", seufzte Tim und nahm diesen in den Arm. "Du bist doch bei einer wundervollen Familie, also freu dich. Was ist denn so schlimm, wenn du anders bist?", redete er sanft auf ihn ein. "Keine Ahnung... es stört mich einfach.", murmelte Stegi und kuschelte sich an Tim. "Muss es doch nicht..." Sanft strich er ihm durch die Haare. Er liebte diese blonden Haare. "Ich will immer noch nicht zur Party!", grummelte Stegi, um das Thema zu wechseln. "Du kommst mit! Ich meine Tobi kommt dich ja auch abholen, also freu dich mal ein bisschen!", grinste Tim und boxte ihm kumpelhaft gegen die Schulter. "Ach sei still!", brummte Stegi nur. "Ist da wer beleidigt?", neckte Tim ihn. "Ich hau dich gleich!", gab Stegi nur giftig zurück. "Ouh... ich hab jetzt schon Angst!", lachte Tim und lag wenige Sekunden unter Stegi. Dieser grinste triumphierend und fing an Tim durch zu kitzeln. Immer wieder versuchte er Stegis Hände wegzudrücken. Vergebens. Der Kleine war wirklich flink, aber als Tim sie geschickt drehte und nun über ihm kniete, war er doch etwas überfordert. "Tim nicht! Geh runter!", flehte er, weil er schon genau wusste was jetzt kam. Und er sollte recht behalten. Tim fing an ihn zu Tode zu kitzeln. Er schrie, lachte und strampelte damit Tim aufhörte. Andrerseits, genoss er Tims Hände auch auf seinem Körper, weil sie so ein schönes Kribbeln in seinem Bauch auslösten.
Endlich hatte Tim aufgehört und Stegi konnte vernünftig durchatmen. "Du... Ich hasse dich!", presste Stegi hervor und japste immer noch verzweifelt nach Luft. "Tust du nicht Dino.", grinste Tim und legte sich neben Stegi auf den Boden. Dann schwiegen sie wieder. Bis auf die Musik und Stegis schwerer Atem, der sich langsam zu beruhigen schien, war es leise. "Jungs! Kuchen?", rief Marcella dann und die zwei Jungs sprinteten nach unten. Unten auf dem Küchentisch stand bereits der Kuchen und Sarah und Max aßen schon fleißig. Stegi und Tim nahmen wieder an ihren Stammplätzen am Tisch platz und aßen gierig den Butterkuchen. Er schmeckte einfach nur göttlich.
Nach dem Essen verzogen sie sich wieder nach oben, aber natürlich nicht ohne sich noch ein Stück des vorzüglichen Butterkuchens mitzunehmen. Grinsend und essend saßen sie nun auf Stegis Sofa und zockten.
Leider musste Tim abends schon wieder gehe, da am nächsten Tag Schule war. Stegi lächelte den ganzen Abend selig vor sich hin, da immer noch Tims Geruch in seinem Zimmer hing und er so dieses schöne Gefühl von verliebt sein im Bauch hatte. Naja, wäre da nicht die Sache, dass Tim hetero war. Stegi seufzte und machte sich Bett fertig. Er genehmigte sich noch eine schnelle Dusche und schlüpfte dann im Schlafanzug in sein Bett. Den Wecker hatte er gestellt und das Nachtlicht eingesteckt. Mit geschlossenen Augen suchte er nach dem Schalter seiner Nachttischlampe um diese dann auszuschalten.
Er dachte noch lange über den heutigen Tag und seine Ereignisse nach, bis er in einen nicht ganz ruhigen Schlaf fiel.
Wie zu erwarten weckte ihn der am Vorabend gestellte Wecker. Grummelnd stellte er den Ruhestörer aus und schleppte sich ins Bad, wo er sich die Zähne putzte und sein Gesicht wusch. Etwas wacher tapste er zurück in sein Zimmer, wo er seine Klamotten für den Tag heute rauslegte. Danach packte er seine Schultasche und zog sich dann die Klamotten an. Ja komische Reihenfolge, aber so war Stegi nun mal.
Mit gepacktem Rucksack, seiner Cap auf den Kopf und seinen Kopfhörern um den Hals lief er nach unten, wo ihn bereits eine kleine Portion Müsli erwartete. "Sorry Stegi aber Müsli war leer. Ich gehe gleich eh einkaufen. Brauchst du sonst noch irgendwas?" Stegi schob sich seinen Löffel in den Mund und aß sein Müsli. "Mhm... joar... Deo und wir haben keine Zahnpasta mehr.", nuschelte er mit halb vollem Mund und seine Mutter notierte auch dies auf ihrem Einkaufszettel. Ein klingeln holte Stegi zurück in die Realität und er aß in Höchstgeschwindigkeit sein Müsli, zog sich Schuhe und Jacke an und verabschiedete sich von seiner Mutter und Max. Wo Sarah war, wusste er nicht. Vielleicht schlief sie noch. Wer weiß?
Mit Schwung riss er die Haustür auf und stolperte in Tims Arme. "Guten Morgen.", lachte dieser und drückte Stegi bei der Gelegenheit an sich. "Hallo!", nuschelte Stegi in Tims Jacke und drückte sich von ihm weg. Er schulterte seinen Rucksack und ging dann mit Tim zur Schule. Natürlich blieb Tim wieder bei den beliebten stehe und ließ sich von Melissa bequatsche. Augen rollend ging Stegi ins Gebäude und setzte sich dabei seine Kopfhörer auf. Es war ihm relativ egal wie das mit der Cap und darüber mit den Kopfhörern aussah, aber Hauptsache er musste sich nicht dieses Gemurmel und Geschrei der ganzen anderen Menschen antuen.
Wenn das hier schon nichts für ihn war, wusste er nicht, wie er die Party in drei Tagen überleben sollte...

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Hallo meine Früchtchen^^

Vorletztes Kap :3

Was habt ihr eigentlich so für Vorsetze für's neue Jahr? Ich bin so klischeehaft, dass ich meine Ernährung umstellen will und mehr Sport machen will xD

Bis gleich meine Früchtchen<3
~Maddi

»Vertauschte Leben« Stexpert Lies diese Geschichte KOSTENLOS!