21. Lüge

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Fast schon fluchtartig verließen Tobi und Stegi die Klasse, aber auch nur um vor Tim an ihrem Platz zu stehen. "Jetzt erzähl schon!", forderte Stegi neugierig. Tobi grinste. "Ganz einfach... wir sorgen dafür, dass Tim merkt, dass er ebenfalls auf dich steht." "Und das machst du wie? Mit nem magischen Zauber?", stellte Stegi Tobis Plan in frage. "Ja mit ein bisschen Feenstaub funktioniert das einwandfrei!", lachte Tobi und schnipste Stegi vor die Stirn, welcher sich diese dann schmollen rieb. "Nein. Wir spielen einfach bei Tims Plan mit." Stegi sah Tobi skeptisch an. "Wie jetzt?" "Ja wir tuen so als würden wir was voneinander wollen." Steigs Augen weiteten sich. "Spinnst du? Du bist mein bester Freund!" "Stegi wir spielen das ja nur!", beruhigte der dunkelhaarige Stegi. "Ich weiß nicht... das ist doch irgendwie schon etwas kindisch." "Du willst was von Tim, nicht ich..." Stegi murrte. Tobi wusste genau was er sagen musste, damit Stegi mitspielte. "Ja ist okay..." "Sehr schön. Und wann ist die Party." "Nächstes Wochenende." "Um genau zu sein Samstag.", kam es nun von einer angenehm tiefen Stimme. Tims Stimme. Stegi zuckte heftig zusammen und hielt sich erschrocken eine Hand aufs Herz. "Bist du irre mich so zu erschrecken?", fuhr er den braunhaarigen an, dieser lachte nur. "Und um wie viel Uhr ist die Party?" "Um acht." Tobi nickte und grinste dann Stegi an, dieser grinste gespielt zurück. "Dann hole ich dich um halb neun ab... wir können dann ja einfach dazu stoßen. Wo müssen wir überhaupt hin?", grinste Tobi nun Tim an, der ja scheinbar bestens über die Party bescheid wusste. Als er ihnen auch noch die Adresse genannt hatte, waren alle Fragen geklärt und sie unterhielten sich über etwas anderes. Hauptsächlich redete Tim und regte sich über Melissa auf. "Mein Gott sei bloß froh, dass du schwul bist!", seufzte er am Ende an Stegi gewandt. Natürlich wurde Stegi daraufhin rot und räusperte sich. "Ähm... ja... muss aber nicht jeder wissen nh." "Ouh... sorry!", entschuldigte Tim sich schnell und biss sich auf der Lippe rum. "Ich wusste es eh schon.", gab Tobi lässig zu. "Ach echt?" Tim war etwas neidisch, dass Stegi es scheinbar zuerst Tobi und nicht ihm erzählt hatte. "Jap... war ne ganz witzige Geschichte.", grinste Tobi. Stegi hielt sich raus und hörte zu. "Okay? Und die wäre?" "Stegi meinte halt er wüsste nicht so recht auf was er stehen würde. Dann haben wir etwas geredet und dann habe ich ihn halt geküsst. Er meinte es wäre nicht ekelig gewesen und ja...", grinste Tobi Stegi an. Dieser sah Tobi fassungslos an. Tim stand da und sagte nichts. Er hatte ein komisches Gefühl im Bauch. So ein erdrückendes und ekeliges Gefühl. Eifersucht. Ja er war eifersüchtig auf Tobi. Nur warum? Weil er Stegi geküsst hatte? Nein, er wollte nichts von Stegi. Aber warum war er dann eifersüchtig? "Es hat geklingelt.", holte ihn der Blondschopf zurück in die Realität. Er nickte noch etwas abwesend und ging dann mit den anderen zurück in den Unterricht.
Nach der Schule warteten Stegi und Tobi bereits auf ihn. "Warum seid ihr schon so früh da?" "Wurden früher rausgelassen.", grinste Stegi. "Achso.", brummte Tim. "Jo Leute ich muss jetzt auch los...", zog Tobi die Aufmerksamkeit auf sich und die anderen zwei verabschiedeten sich von ihm, nur um dann selbst nach Hause zu gehen. Auf dem Heimweg redeten sie nicht viel, da jeder seinen Gedanken hinterher hing. Stegi fragte sich warum Tobi so einen Schrott erzählt hatte und wie Tobis Plan wohl laufen würde. Und Tim fragte sich warum er eifersüchtig auf Tobi war.
Bei Stegi zu Hause gab es den Rest des Auflaufs vom Vorabend, welchen die zwei immer noch ziemlich in Gedanken versunken aßen. Stegi kam zu dem Entschluss, Tobi zu fragen was das sollte. Und Tim? Der kam zu gar keinem Entschluss und seufzte. Er aß den letzten Bissen und stellte dann seinen Teller, wie selbstverständlich, in den Geschirrspüler. Stegi tat es ihm gleich und zog ihn dann mit nach oben. "Ich... das was Tobi gesagt hat das... also...", druckste er herum. "Ach schon okay.", grinste Tim. "Ist doch süß... Wie war denn der Kuss so?" Stegi schluckte. Es hatte schließlich keinen gegeben. "Ähm... I-ich denke g-ganz okay?" "Wie ganz okay? Tobi küsst dich und der Kuss war nur ganz okay?" Verwirrt zog Tim eine Augenbraue in die Höhe. Was sollte Stegi jetzt bloß dazu sagen? "Ähm... ja... das war mein erster Kuss... war halt nicht so perfekt nh.", murmelte er dann schnell und setzte sich auf sein Bett. Er rutschte nach ganz hinten an die wand und lehnte sich dann an diese. "Wie nicht ganz perfekt? Hast du gesabbert oder was?", machte sich Tim über ihn lustig. Stegi wurde rot bei dem Gedanken. "Nein Tim! Das wäre ja mega ekelig!" "Na dann sag schon... warum war er nicht perfekt?" "Weil... also..." Stegi grübelte und dann kam die Antwort wie von selbst über seine Lippen. "Hab nicht den passenden Rhythmus zu seinen Lippen gefunden!", nuschelte er, hoffte Tim glaubte ihm. "Hey... ist doch nicht schlimm..." Er setzte sich zu Stegi und legte sanft einen Arm um diesen. "Es war dein erster Kuss, da kann das doch mal passieren." Wenn Tim wüsste, dass er immer noch ungeküsst war und Tobi das alles nur erfunden hatte. Oh Gott, er wollte sich nicht vorstellen wie böse Tim dann auf ihn sein würde. "Ja... können wir bitte das Thema wechseln?" Tim nickte verständnisvoll. "Was ist jetzt eigentlich mit der... du weißt schon dieser Adoptions-Sache...?", schnitt Tim vorsichtig das nächste Thema an. "Ich habe absolut keine Ahnung!", seufzte Stegi. "Wie wäre es wenn wir gleich mal runter gehen und du sprichst deine Eltern mal so ganz offen darauf an?", fragte Tim vorsichtig und kraulte ihm den Oberarm. Stegi genoss diese Berührungen und lächelte etwas. "Wenn du mitkommst..." "Natürlich!", bestätigte Tim. "Dann okay... aber ich hab Angst...", murmelte Stegi ehrlich und lehnte sich an Tims Brust. "Was wenn ich tatsächlich adoptiert wurde?" "Dann musst du das positive in der Sache sehen.", redete Tim sanft und zog ihm die Mütze vom Kopf, was Stegi mit einem grummeln kommentierte. Tim strich ihm durch die Locken und drehte manchmal sogar einzelne von ihnen um seinen Zeigefinger. Ja er liebte Steigs Haare. Sie waren immer so flauschig und rochen so gut nach ihm und seinem Shampoo. "Tim? Hallo?" Stegi wedelte vor Tims Gesicht rum. "Ja?", verwirrt sah Tim ihn an und zauberte ein Schmunzeln auf Stegis Lippen. Ja Tim war schon süß. "Ich habe gefragt was denn bitte das positive an einer Adoption sein soll?" "Dass du eine Familie hast, die dich liebt." Dann entstand eine Stille. Stegi dachte darüber nach. Ja, das stimmt. Er hatte eine Familie die er liebte. Sogar sehr, aber das hieß auch, dass seine leiblichen Eltern ihn nicht liebten und das machte ihn irgendwo traurig. Wer zeugt denn bitte Kinder um sie dann zu einer Adoption frei zu geben? Oder er war gar nicht gewollt. Genau! Das musste es sein. Er war wahrscheinlich ungewollt und wurde dann zu einer Adoption freigegeben. "Stegi... deine Mutter ist gerade gekommen.", murmelte Tim vorsichtig und holte ihn so aus seinen Gedanken. Wahrscheinlich wäre er sonst in noch mehr Selbstmitleid versunken. "Du kommst mit?", fragte Stegi nochmal zur Sicherheit. "Ja das komme ich.", antwortete Tim lächelnd und stand auf. "Na komm Kleiner.", grinste er aufmunternd und bekam von seinem besten Freund einen Schlag gegen den Oberarm. Tim lachte leicht und ging dann mit Stegi runter. In der Küche stand Marcella und sah gerade die Post durch. "Mama?", ergriff Stegi vorsichtig das Wort. "Ja mein Schatz? Und hallo Tim.", lächelte sie freundlich und goß sich Kaffee in eine Tasse. "Kann ich da mal was fragen?", murmelte er unsicher und sah zu Tim, welcher ihm aufmunternd zunickte und lächelte. "Aber natürlich. Was ist los?", sprach Marcella besorgt und setzte sich. Sie deutete, dass sich die anderen zwei auch setzten sollen, was diese dann auch taten. Stegi griff wie aus Reflex unterm Tisch nach Tims Hand. Dieser lächelte verlegen und drückte sie leicht, um seinem besten Freund zu zeigen, dass er für ihn da war. "Mama... bin ich adoptiert?" Tränen bahnten sich in deine Augen. "Aber Stegi! Nein! Um Himmels Willen! Wie kommst du denn auf sowas?" Marcella war sichtlich geschockt. "Ganz sicher? Ich meine ich sehe keinen von euch ähnlich. Ihr seit alle so braun und ich bin blasser als eine Leiche. Ihr habt alle braune oder braun grüne Augen, ich habe blau grüne Augen. Und ihr habt alle braune glatte Haare, ich hab blonde Locken. Mama bist du dir sicher, dass ich nicht adoptiert bin?"

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Hallo meine Früchtchen^^

Drittes Kap^^

Bis gleich meine Früchtchen<3
~Maddi

»Vertauschte Leben« Stexpert Lies diese Geschichte KOSTENLOS!