19. Versöhnung

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Ein kleines Häufchen Elend kauerte mit dem Rücken zu ihm im Bett und schluchzte und schniefte vor sich hin. Tim schloss leise die Tür hinter sich und setzte sich zu ihm aufs Bett.
Dem Blonden stieg dieser bekannte Geruch in die Nase und sein Herz fing an zu rasen, aber automatisch spannte er sich auch an. Ja er hatte in den letzten Stunden eingesehen, dass er weitaus mehr als freundschaftliche Gefühle für den großen, braunhaarigen Jungen mit den funkelnden braunen Augen pflegte. Dass dieser dann aber auch noch mit einem Mädchen zusammen war, machte es ihm kein bisschen einfacher. "Was willst du?", schniefte er. Es sollte eigentlich wütend klingen, aber es klang bloß verletzt und traurig. "Mich entschuldigen.", klang die angenehm tiefe Stimme ruhig und schuldbewusst zu ihm. "Aha...", murmelte das blonde Häufchen vor ihm. Er seufzte und strich diesem dann sanft durch die Haare. "Ich vermisse dich.", sprach er dann aus, was er schon die ganze Zeit dachte. "Ich dich auch.", flüsterte der Jüngere und drehte sich langsam um. Blau traf auf grün. Stegi musste sich anstrengen nicht in diesen Augen zu versinken. Er liebte diese Augen. Nein. Er liebte diese Person. Die Person ihn aber nicht. Und wieder dieses ekelige Gefühl in seiner Brust. Eifersucht, hatte Tobi ihm gesagt. Eifersucht auf Melissa. Tim sah ihn lange an, dann legte er sich ohne Worte zu ihm und nahm ihn in den Arm. Genau das hatten beide gebraucht und vermisst. Ein kleines blondes Bündel lag nun in seinen Armen und drohte einzuschlafen, aber es störte ihn nicht. Er liebte das warme und angenehme Gefühl, was Stegi in ihm auslöste sobald er anwesend war. Ein leises glückliches seufzen war von dem Blonden zu hören und Tim schmunzelte. "Also... Ist alles wieder gut zwischen uns?", fragte er die alles entscheidende Frage. Ein hektisches nicken vernahm er an seiner Brust und lachte leise auf. Sie lagen beide noch ziemlich lange dort, bis Marcella sie zum Essen rief. Sie erhoben sich aus dem gemütlichen Bett und Stegi ging sich einmal durch die Haare und streckte sich. Er fühlte pure Glücksgefühl in seinem Bauch und lächelte. Dann gingen sie runter in die Küche, wo Stegis Geschwister bereits saßen. Sie aßen und redeten, als wäre nie etwas gewesen. Beide Jungen sahen glücklich und überaus zufrieden aus, als Marcella mit Sarahs Hilfe abräumte. Stegi und Tim verzogen sich wieder in Stegis Zimmer. Sie setzten sich vor das Sofa auf den Teppich und schwiegen. "Liebst du sie wirklich?", brach Stegis leise Stimme das Schweigen. Er sah Tim an und Tim schaute ihn an. "Ähm... Ja, denk schon." "Das hat was zu bedeuten?" "Dass... Ich sie am Anfang echt mochte, aber eigentlich ist sie ne nullachtfuffzehn Tusse.", seufzte er und hörte sich ehrlich verzweifelt an. In Stegi flammte Hoffnung auf. "Wie meinst du das?" "Dass sie am Anfang echt süß war und so weiter, aber jetzt? Sie ist wie jedes andere beliebte Mädchen. Ich war einmal mit ihr einkaufen! Nie wieder!", murrte Tim und brachte Stegi zum kichern. "Ich bin fünf verdammte Stunden sinnlos durch die Stadt gelaufen und durfte am Ende so richtig klischeehaft ihre Türen tragen! Und eins sag ich dir! An allen Scheiben wo fett 'sale' draufsteht... Du kannst dich drauf gefasst machen, mindesten eine Stunde in diesem blöden Laden zu verbringen!", redete er sich in Rage und fuchtelte wild mit dem Händen rum. Stegis lachen wurde stärker und er sah seinen, jetzt wieder, besten Freund belustigt an.
Gut, dass er schwul quer.
Dachte er, aber gleichzeitig erstarb sein Lachen.
Nur blöd, dass die Person, die ich liebe sich gerade über seine Freundin aufregt.
"Alles klar?", fragte Tims Stimme und holt Stegi so aus seinen Gedanken. "Klar.", grinste er sofort. "Sag mal", fing Tim grinsend an. "Bist du zur Zeit verliebt?" Stegi schluckte und schüttelte schnell den Kopf. Ein bisschen zu schnell für Tims Geschmack. "Aha... Wer?", grinste Tim und stützte seinen Kopf auf seiner Hand ab. "N-niemand... E-ehrlich!", stammelte er, was nicht sehr authentisch rüber kam. Tim hob grinsend eine Augenbraue. "Komm, sag schon. Ich sags auch keinem. Versprochen." Stegi konnte es ihm nicht sagen. "Okay...", seufzte Tim. "Ist es Larissa?" "Nein...", murmelte Stegi. "Steffi?" Ein Kopfschütteln. "Mhm... Kati! Es ist Kati oder?", grinste er triumphierend. "Nein Tim! Es ist kein Mädchen!", platzte es aus Stegi, da ihm die Fragerei ziemlich nervte. Es wurde still. Tim sah ihn verwirrt an und fing dann langsam an zu begreifen, was der Satz zu bedeuten hatte. "Ouh..." Stegi hatte den Kopf gesenkt und sah nur aus den Augenwinkel wie Tim sich regte. Er dachte er würde jetzt gehen, aber stattdessen wurde er in den Arm genommen. "Ist doch alles okay. Sagst du mir wer der glückliche ist?", fragte Tim leise und strich Stegi über den Rücken. Eine leichte Gänsehaut zog sich über seinen Körper und er schüttelte den Kopf. "Ich rate wieder!", warnte Tim grinsend. "Gott steh mir bei...", murmelte der kleinere verzweifelt. Sie fingen an zu lachen. "Okay... Also... Ist es..." Tim dachte nach. Tippte sich dabei ans Kinn und biss auf seiner Lippe rum. "Marc?" Stegi sah angewidert auf. "Bist du irre?! Als ob ich was von nem Kettenraucher will!" Tim lachte. "Ruhig Blondi... Lukas?" Stegi lehnte sich zurück und schüttelte wieder den Kopf. "Aber ich kenne diese Person ja?" "Wenn nicht wäre ich ehrlich besorgt!", lachte Stegi leicht. "Mhm... Nein!" Tim sah Stegi mit geweiteten Augen an und Stegi schluckte ängstlich. Er hatte Angst Tim wüsste nun, dass er ihn liebte. Aber stattdessen kam was völlig anderes. "Tobi!"

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Hallo meine Früchtchen^^

Erstes Kapitel des Lesetags :D
Ich denke beziehungsweise hoffe, dass so 5 Kaps kommen werden :3

Ich hoffe auch dass ich sie ungefähr im Stundentakt raushauen kann^^'

Was habt ihr eigentlich so zu Weihnachten bekommen? Ich hab ein neues Handy bekommen :33 iPhone 6 falls das wen interessiert :D

Bis gleich meine Früchtchen<3
~Maddi

»Vertauschte Leben« Stexpert Lies diese Geschichte KOSTENLOS!